Kronach
Frühlingskonzert

Jugendorchester läutet musikalisch den Frühling ein

Der Winter hat den Landkreis Kronach noch fest im Griff. Doch am Samstag haben 123 Musikanten aus dem Schüler- und Jugendorchester Oberfranken dem Winter Paroli geboten. Mit ihren Musikstücken beim Frühlingskonzert haben sie den Frühling und die Sonne zumindest in den Kreiskulturraum gezaubert und so die Gemüter der Zuhörer aufgehellt.
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Vivien Less (Mitte) spielt im Schüler-Auswahlorchester Klarinette.Fotos: Carina Kuhnlein
Vivien Less (Mitte) spielt im Schüler-Auswahlorchester Klarinette.Fotos: Carina Kuhnlein
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Auch die Brüder Sebastian und Florian Neubauer waren dabei. Mit Leib und Seele sind sie im Musikverein Neukenroth. Sie spielen im Jugendorchester und haben für ihren Auftritt eine Probewoche in der Jugendherberge in Wunsiedel hinter sich.

"Die Grenze für das Jugend orchester liegt bei 25 Jahren", verrät Sebastian. "Da ich 25 Jahre bin, ist das mein letztes Jahr beim Jugendorchester", zeigt er sich wehmütig. Bereits seit der zweiten Klasse begleitet ihn sein Instrument, die Posaune, durchs Leben. Mit 15 Jahren spielte er dann im Auswahlorchester. "Es ist vor allem der Spaß, der im Vordergrund steht." Außerdem treffe man gleichaltrige Musiker aus anderen Regionen Oberfrankens.

Sein jüngerer Bruder Florian hat das Tenorhorn für sich entdeckt. Auch er spielt seit der zweiten Klasse. Der 16-Jährige ist heuer zum ersten Mal dabei.
Aufhören ist keine Option.Die Begeisterung für die Blasmusik wurde quasi schon in die Wiege gelegt, denn die beiden Frankenwälder kommen aus einer sehr musikalischen Familie. Es sei schon anstrengend in der Orchesterwoche sieben bis acht Stunden am Tag zu proben, doch das scheint den beiden nichts auszumachen.

Aus ganz Oberfranken sind die jungen Talente angereist.So zum Beispiel Vivien Less, die zum Schülerorchester gehört. Die Elfjährige kommt aus der Kreismusikschule Bamberg. Schon seit vier Jahren spielt sie ihr Instrument. "Meine Schwester Olivia spielte Klarinette. Ab und zu durfte ich auch mal hineinblasen. Der Klang dieses Instruments hat mir gleich vom ersten Mal an gefallen", erzählt das Mädchen im Trachtenkleid. Ihre Schwester sei schon immer ihr Vorbild gewesen. So habe sie auch die Liebe zur Klarinette entdeckt und selbst angefangen, das Klarinettenspielen zu erlernen.

2012 schon dabei

Auch 2012 war sie schon im Kreiskulturraum dabei. "Natürlich hatte ich Lampenfieber", sagt sie. "Aber es ist alles gut gegangen. Ich hab mich nie verspielt", freut sie sich. Und: "Ich möchte auf jeden Fall weiter machen."
Noch bevor Thomas Kolb, stellvertretender Bezirksvorsitzender des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB) seine Freude über den gefüllten Saal verkünden konnte, gab das Schülerorchester einen Vorgeschmack auf das bevorstehende Konzert und machte mit "Glen Crossing" von Todd Stalter, Lust auf mehr. Mit vielen beschwingten Tönen ging es die Tonleiter rauf und runter.

Eine willkommene Zusatzinformation für den Zuhörer war die kurze Vorstellung der Komponisten und der jeweiligen Werke durch die Mitglieder des Orchesters. Weiter ging' s - und zwar im 6/8-Takt. Denn das nächste Stück "Barcarole & Can Can" von Jacques Offenbach ahmt die Wellenbewegung des Wassers in Venedig nach. So wurden die Zuhörer auf eine Reise ins mediterrane Italien entführt. Fast mochte man anfangen, die Augen zu schließen, sich dem gleichmäßigen Schwanken der Melodie hingeben und sich von den "Wellen" wiegen lassen.

Es folgte ein Sprung in die deutschen Radiocharts: Von der britischen Popsängerin Adele interpretierte das Schülerorchester echte Ohrwürmer wie "rolling in the deep", "set fire to the rain" und "someone like you".
Zur Abrundung boten die im Durchschnitt 12, 6 Jahre alten Mitwirkenden des Schülerochesters den NBMB-Jubiläumsmarsch dar.

Perfektion und Genauigkeit

Nicht weniger begeistern konnte das Jugendorchester, ebenfalls unter der Leitung von Bezirksdirigent Georg Maderer und Bezirksjugendreferent Michael Botlik. Die Orchester zeugten von musikalischer Perfektion und Genauigkeit. Höchste Konzentration war gefragt, das war den jungen Künstlern merklich ins Gesicht geschrieben. Und die Begeisterung und Leidenschaft übertrug sich regelrecht auf die Zuhörer.

Ein Höhepunkt des kurzweiligen Abends war die Darbietung des Stückes "Traummaschine" von Thiemo Kraas. Eine Vorleserin las eine Passage der Geschichte, die das Orchester anschließen in Musik übersetzte. Besonders eindringlich und beeindruckend wurde auch eine Mittelalterszene vertont. Nach dem Verklingen der Stimme der Vorleserin ahmte das Orchester mithilfe von Trompeten, Kastagnetten und allerlei außergewöhnlichen Effekten die Geräuschkulisse des Mittelalter nach.

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