Wallenfels
Sternsinger

Jana und Maja freuen sich, Sternsinger zu sein

Einmal als Sternsinger durch die Straßen ziehen, Lieder singen und Geld sammeln für all die Kinder, denen es nicht so gut geht. Einmal dabei sein, wenn der Stern voraus geht, man an die Türen das Segenszeichen schreibt - das wollten Jana Schlee und Maja Thron aus Wallenfels schon lange. In diesem Jahr ist es soweit.
Artikel drucken Artikel einbetten
Nicole Krump (links) hilft der "Neuen" Jana Schlee beim Anlegen des Umhangs. Fotos: Susanne Deuerling
Nicole Krump (links) hilft der "Neuen" Jana Schlee beim Anlegen des Umhangs. Fotos: Susanne Deuerling
+2 Bilder
Ganz gespannt warten die beiden Mädchen darauf, zu welcher Gruppe sie gehören und durch welche Straßen sie ziehen werden. Vorbereitet haben sie sich schon, ihren Text und das Lied gelernt und warme Stiefel und Kleidung bereit gelegt. Denn das Wetter nimmt keine Rücksicht auf all die Jungen und Mädchen, die - als Könige verkleidet - durch die Stadt ziehen. Schon an so manchem Dreikönigstag gab es eisige Temperaturen, viel Schnee oder so wie vor zwei Jahren Glatteis, so dass es an jedem noch so kleine Hügel eine Rutschpartie gab. Für dieses Jahr sieht es zwar ganz gut aus, aber man kann ja nie wissen.


Seit langem ein Wunsch

Jana und Maja sind beste Freundinnen. Sie gehen in die 3. Klasse und feiern im Frühjahr ihre Erstkommunion. Für Jana war es schon lange ein Wunsch, bei den Sternsingern mitzumachen. Ihre Schwester war schon dabei und daher wusste sie Bescheid, worum es geht. "Ich will was Gutes tun, will für die armen Kinder sammeln, denen es nicht so gut geht wie uns", sagt sie ganz bestimmt und fest.

Für Maja steht natürlich auch das Helfen im Vordergrund, aber das ist noch nicht alles. "Wir sammeln Geld und bekommen auch Naschereien, die dann unter uns aufgeteilt werden", verrät die Neunjährige und lächelt verschmitzt.

Aufgeregt sind die beiden natürlich, aber "zusammen klappt das", sagen sie. Daher sind sie schon froh, als sie erfahren, dass sie selbstverständlich zusammen bleiben können und Nicole Krump sie sozusagen unter ihre Fittiche nimmt. Nicole ist schon 16 und seit sieben Jahren dabei. Gleich nach ihrer Erstkommunion hat sie mitgemacht und es all die Jahre nie bereut.

"Es macht Spaß und man hilft anderen. Auch wenn es mal eiskalt ist oder schneit, ist alles nicht so schlimm", versichert die 16-Jährige. Gerade weil das Wetter manchmal Kapriolen schlägt, hat sie den beiden "Neuen" schon Tipps in Sachen Klamotten und Schuhe gegeben, denn kalte Füße und blaue Lippen sind das Schlimmste.
Dann wird es Ernst: Die Gewänder werden mit Hilfe der Großen angelegt und gerichtet, und aus den beiden neunjährigen Mädchen werden nach und nach Balthasar und Kaspar, die Heiligen Könige. Der dritte im Bunde, nämlich Melchior, ist Nicole Krump selbst. Sie schwenkt das Weihrauchfass und bringt damit orientalisches Flair in die Häuser.

In Wallenfels singen die Kinder an den Häusern ihre Segenssprüche und schreiben mit geweihter Kreide für dieses Jahr ihr 20 C+M+B 13 an die Türen. Das ist lateinisch und heißt "Christus mansionem benedictat" - "Christus segne dieses Haus". Für Jana, Maja und Nicole wurden die Frankenwaldstraße und das Selzachtal ausgelost; sie hoffen natürlich auf eine volle Spendenbox.


Schon am Samstag unterwegs

"Wenn wir durch die Straßen gehen und an den Häusern unser Sternsinger-Lied singen, dann freuen sich schon die meisten Leute. Aber manchmal gibt es einen, dem müssen wir erst erklären, was wir machen und wer wir sind", sagt Nicole Krump. Weil es die sieben Sternsingergruppen an einem Tag nicht schaffen würden, alle Straßen abzugehen, sind sie bereits am Tag vorher, also am 5. Januar, unterwegs. Und da hat Nicole eine Geschichte auf Lager, die sie selbst erlebt hat.

"Da hat uns mal einer wieder weggeschickt, weil es noch kein Dreikönigstag war und er nur an diesem Tag den Sternsingern etwas geben würde. Das war schon irgendwie komisch", erinnert sich die 16-Jährige. Dass sie sammeln dürfen, können die Sternsinger mit einem Ausweis belegen. Darauf sind der Stempel der Pfarrei und die Unterschrift des Pfarrers.


Alle haben einen Ausweis

"Unsere kleinen Sternsinger werden immer ganz groß, wenn sie ihren Sternsinger-Ausweis bekommen; es ist wie eine Auszeichnung", sagt Holger Scholz von der Katholischen Jugend Wallenfels (KJW), die seit zwei Jahren die Sternsingeraktion organisiert. Vorher hat dies "Minipapa" Werner Stumpf mit seinen Ministranten gemacht, aber es wurde ihm doch zu viel, und so gab er die Aufgabe ab.

"Die meisten Jungen und Mädchen, die mitmachen, sind auch Ministranten. Aber wir haben einige, die nur einfach gerne bei den Sternsingern dabei sind. Heuer sind 27 Kinder zwischen acht und 16 Jahren in sieben Gruppen unterwegs", erklärt Holger Scholz.

Sie sind unterwegs, um zu sammeln, zu helfen und Gutes für die Weltmission zu tun . Sie sind unterwegs, um Gottes Segen in die Häuser zu bringen. Bei der Sternsingeraktion 2013 heißt es denn auch "Segen bringen - Segen sein". Solange Jungen und Mädchen bereit sind, durch die Straßen zu gehen, an den Häusern zu klingeln und Geld zu sammeln, solange wird auch der Segen Gottes zu den Menschen getragen werden.


Geld für Tansania

In Wallenfels jedenfalls trägt dies alles Früchte. Jedes Jahr sammeln die Sternsinger etwa 4500 Euro für das jeweilige Projekt. Und heuer sind sie zuversichtlich, dass sie für die Kinder aus Tansania wieder eine stattliche Summe zusammen bekommen werden - mit Gottes Hilfe und den großzügigen Spenden der Wallenfelser Bürger.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren