Kronach
Talent

Jahreskonzert der Berufsfachschule: Von der Freude an der Musik

Mit einem Jahreskonzert, das alle Register zog, begeisterten die Schüler der Berufsfachschule für Musik Oberfranken im Kronacher Kreiskulturraum. Vor allem die Vielfältigkeit der verschiedenen Ensembles konnte überzeugen.
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Die Projektgruppe Musik und Bewegung groovte beim Jahreskonzert zu Funk - vorab gab es eine Polka-Darbietung.  Fotos: Nicole Julien-Mann
Die Projektgruppe Musik und Bewegung groovte beim Jahreskonzert zu Funk - vorab gab es eine Polka-Darbietung. Fotos: Nicole Julien-Mann
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In über 40 Jahren ist die Berufsfachschule für Musik Oberfranken Schmiede so manch erfolgreicher Karriere in der internationalen Musikszene gewesen. Entsprechend global kündigten die Moderatoren auf albanisch, russisch, koreanisch und plattdütsch einen Ausschnitt der Highlights aus dem laufenden Schuljahr an.

Das Jahreskonzert war schon immer ein offener Geheimtipp, aber dieses Jahr ist es durchaus als Kommentar zu der kürzlich getroffen Entscheidung der Politik zu sehen, Mittel für die Sanierung oder gar einen Neubau der Berufsfachschule zur Verfügung zu stellen. Die perfekten Abläufe auf der Bühne, die außergewöhnliche Stückauswahl in wechselnden Ensembles, das professionelle Auftreten - es stimmte einfach alles.

Bei aller Ernsthaftigkeit vermittelten die Künstler, dass ihr Konzert keine Pflichtübung war. Vielmehr haben sie sich selbst für ihre konstant fleißige und konzentrierte Arbeit belohnt. Und das Publikum dazu.

Ensemble zeigen Farbvielfalt

Musikalische Farbvielfalt zeigte sich vor allem in den Ensembles. Die Blechbläser glänzten mit einem mitreißenden Gershwin-Medley und bereiteten der Königin von Saba einen strahlenden Einzug mit einem Arrangement von Händels Oratorium "Solomon". Mit Ensemble-Leiter Harald Kotschenreuther am Akkordeon sorgten der "Alfons-Galopp" und der Wirtshaus-Hit "Wo is denn des Görgla" für ansteckend gute Laune.

Das Holzbläser-Ensemble unter der Leitung von Danielle Maheux führte ein modernes Stück Kammermusik auf. Das Flötenensemble entführte ins Traumland und holte die Zuhörer von dort auch wieder ab mit heiterer Jahrmarktstimmung.

Das Tango-Ensemble unter der Leitung von Dietmar Engels schlug mit Julián Plazas "Buenos Aires-Tokio" eine Brücke zwischen Kontinenten. Katharina Lauer und Luis Spangel an der Gitarre baten zartfühlend zum Tango mit Astor Piazzollas "Café 1930". Zurück in die Geschichte führte auch das Alte-Musik-Ensemble, wobei Kompositionen von Antonio Vivaldi sowieso etwas Zeitloses anhaftet. Für kammermusikalische Momente unter der Leitung von Andreas Wolf sorgten Sophia Etzold an der Blockflöte, Sebastian Krügel am Violoncello und Bastian Schmitt am Cembalo.

Stammgäste auf Konzerten der Berufsfachschule freuen sich jedes Jahr auf die Projektgruppe "Musik und Bewegung" sowie auf die Darbietungen der Percussionisten. "Do you remember?" ist das heimliche Motto eines jeden Klassentreffens. Die Projektgruppe tanzte ihr fiktives Wiedersehen in einer fränkischen Polka, dem lustig-missglückten Versuch einer russischen Kalinka, einem albanischen Volkstanz und funkigem Groove.

Den Percussion-Anfang machten dieses Mal die Gitarren. "Kalimba" ist ein Stück aus der Percussion Guitar Music von Jürg Kindle. Nicht nur die Saiten werden gezupft oder geschlagen, das gesamte Instrument wird zum Schlaginstrument. Und so klingt auch eine klassische Gitarre nach einer Trommel. Traditionelle Trommelwirbel auf afrikanischen Djemben gab es dann vom Djemben-Ensemble mit "Afro"-ton.

Ein Rhythmusfeuerwerk

Die Schlagzeuger hatten sichtlich Spaß am Rhythmusfeuerwerk, das wie eine Welle durch das Ensemble ging. Julia Schmitt und Oke Mielinski zeigten virtuoses Spiel mit den Schlägeln an zwei Marimbas mit der "Alborada del Gracioso" von Maurice Ravel. Die Eleganz des "Furioso Tango" von Claudia Santangelo machte Marcus Ziegler auf der Marimba hörbar und in seinen Bewegungen sichtbar. Er war einer der wenigen Solisten an diesem Abend. Die anderen drei Solo-Auftritte gehörten den Stimmen.

Die Sopranistin Anastasia Fendel überzeugte mit sicherer und strahlender Höhe in "Silent Noon" von Ralph Vaughn Williams. Annika Hartmann zog mit Gian Carlo Menottis "Lullaby" alle Register eines Mezzosoprans und blieb selbst in den Alt-Tiefen stabil und tragend. Die Herzensbrecherkarte eines Heldentenors spielte zum Entzücken des Publikums Ervin Ahmeti mit der Schmachthymne "Torna a Surriento" von Ernest de Curtis.

Im Konzert-Chor hieß es dann für alle drei "zurück ins Glied", da zählt der gesamte Chorklang. Der stellvertretende Schulleiter Burkhart M. Schürmann ist bekannt dafür, dass er präzise Vorstellungen davon hat, wie sein Chor klingen muss. In vier Stücken beschworen die Sänger verschiedene Nachtstimmungen aus Renaissance, Romantik und Neuzeit auf. Dieser Auftritt aller Musikerinnen und Musiker war der würdige Abschluss eines wunderbaren Konzertabends, der lang, aber nie langweilig war.

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