Kronach
Ländlicher Raum

Ja zur Initiative "Bildungsregionen in Bayern"

Mit nur einer Gegenstimme beschloss der Schul- und Kulturausschuss, der Initiative "Bildungsregionen in Bayern" beizutreten.
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Foto: Patrick Pleul, dpa
Foto: Patrick Pleul, dpa
Es gehe darum, so Christine Just von der Regierung von Oberfranken, die Zukunft junger Menschen mit einem passgenauen Bildungsangebot zu sichern, es gehe um gleiche Bildungschancen im ländlichen Raum, um ein wohnortnahes Bildungsangebot.

Zur Bestandsanalyse zählt unter anderem, was an Bildungseinrichtungen vorhanden ist und Impulse sollen in Dialogforen innerhalb von zwölf Monaten erarbeitet werden. Mit den Ergebnissen kann sich anschließend im Kultusministerium beworben werden. Der Landkreis hat somit die Chance, mit einem Qualitätssiegel bezüglich Bildung ausgezeichnet zu werden.

Sicherlich hat mancher Bürger die Sitzung aufgrund der derzeit viel diskutierten Etablierung einer weiterführenden Schule im Norden, mit Spannung erwartet.
Marietta Rösler (CSU), die sich bereits Ende 2013 dafür ausgesprochen hat, diese Thematik im Schulausschuss zu behandeln, sprach von der Schwierigkeit, die vielen Wünsche und die reale Situation zusammen zu bringen. Dietmar Schmidt (SPD) hatte die Befürchtung, dass wieder einmal nur ein Arbeitskreis gebildet werden soll.

Landrat Oswald (SPD), der sich für den Beitritt zur Bildungsregion aussprach, wies darauf hin, dass es um die künftige Bildungsausrichtung des Landkreises gehe, um ein "bildungsmäßiges Zusammenrücken" vorhandener Einrichtungen und darum, die Bildungslandschaft am Leben zu erhalten.


Vorbild Hollfeld?

Beim Prozess "weiterführende Schule im Norden" sollen möglichst viele Bürger mit einbezogen werden. Eine Verlagerung von einem Gymnasium oder Realschule in den Norden schlug er aus. Er sprach eher von einer möglichen Einrichtung, ähnlich der Gesamtschule in Hollfeld.

Ingrid Steinhäuser (Frauenliste) sprach von einer "Anhäufung goldener Worte" und von Fehlentscheidungen in den 70-er Jahren. Sie wollte diese Thematik erst nach den Wahlen diskuttieren.

Der Küpser Bürgermeister, Herbert Schneider (parteilos), sprach von zu vielen Reden in der Öffentlichkeit bezüglich einer weiterführenden Schule im Norden. "So weit sind wir noch lange nicht!".


"Tarum der Nordlichter"

Dietmar Schmidt (SPD) bezeichnete dies dagegen als einen Traum der "Nordlichter" seit den 60er-Jahren. Zwei Versuche seien gescheitert und jetzt starte man unter den schwierigsten Voraussetzungen.

Hans Blinzler (CSU), erklärte, dass die weiterführenden Schulen im Norden in der Vergangenheit nicht zuletzt an den Schülerzahlen scheiterte. Schon damals hieß es, "eine Schule im Norden sei nicht lebensfähig". Weil der Ministerpräsident in den kommenden sechs Jahren an den Strukturen nichts ändern wolle, habe er auch keine Hoffnungen bezüglich Gesamtschule, sagte Blinzler.

Im Verlauf der Sitzung wurde deutlich, wenn die Zahlen für die Ansiedelung einer weiterführenden Schule im Norden von zentraler Bedeutung sein sollten, es sehr schwer sein wird, diese zu etablieren. Denn in der Rennsteig-Region wurden im vergangenen Jahr lediglich 57 Kinder geboren. Das entspricht einem Minus gegenüber dem Jahr 2000 in Höhe von 57,1 Prozent. Der Landkreis Kronach hat insgesamt im gleichen Zeitraum ein Minus von 34 Prozent zu verzeichnen.

Angesiedelt werden soll die Initiative "Bildungsregionen in Bayern" bei Zukunftscoach Gabriele Riedel im Landratsamt.
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