Kronach
Prinzenball

Indischer Prinz regiert Kronacher Narren

Beim Prinzenball am Samstag stellten die Kronacher Narren das neue Prinzenpaar für die Jubiläumssession - die 50. - vor: Prinz Parag I. und Prinzessin Biggi II.
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Prinz Parag I. und Prinzessin Biggi II. bei der Regierungserklärung
Prinz Parag I. und Prinzessin Biggi II. bei der Regierungserklärung
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Die beiden wohnen wie ihre Vorgänger in Dörfles. Der Prinz wurde in Hannover geboren und traf beim Squash-Spielen auf seine Prinzessin. Beide wollen für Frohsinn bei den Kronachern sorgen, wenn sie die Narrenschar bei den diversen Pfichtveranstaltungen anführen. Den Auftritt am Samstag im Schützenhaus Kronach meisterten sie jedenfalls mit Bravour.

Beim Prinzenball wurde auch der neue Orden vorgestellt. Der lehnt sich an den ersten Orden aus dem Jahr 1964 an und zeigt einen Flößer.

Seit Samstagabend wissen wir, woher der rheinische Frohsinn stammt: Aus dem Frankenwald. Das Wasser der Drei-Flüsse-Stadt Kronach schwemmte ihn samt den Flößern und den Fichten gen Westfalen, wo sich die Bewohner des Niederrheins nicht nur über das Wasser und Holz freuten, sondern auch über den Wortwitz der Männer, die auf den Stämmen dahergeschwommen kamen. Es sollen ja jede Menge Leute in Köln und Düsseldorf rumlaufen haben, in deren Adern Flößerblut fließt.

Vor über 50 Jahren nahm ein fleißiger Arbeiter namens Helmut aus dem Rheinland den Heimweg der Flößer flussaufwärts bis nach Kronach und brachte den Frohsinn zurück an die Quellen des Humors: in den Frankenwald. Flugs gründete er den Festausschuss Kroniche Fousanaocht und seit 50 Jahren regieren Narren in Kronach. Und nicht nur da!

Jede Menge zündende Ideen

So sehen es jedenfalls die Elferräte und das Präsidium der Fousanaochter. Mit diesem Ausfluss ihrer Forschungen, die wahrlich einen Doktortitel wert wären, konfrontierte Präsident Martin Panzer am Samstag die Besucher des Prinzenballs im Schützenhaus Kronach. Zum Jubiläum "ein halbes Jahrhundert Narretei in Kronach" haben die Narren jede Menge zündende Ideen. Nicht nur eine Wiederbelebung des fast schon "gestorbenen" Prinzenballs gelang ihnen, am Faschingssamstag soll es auch einen großen Gaudiwurm durch Kronach geben.



Und in Sachen Prinzenpaar haben sie sich etwas ganz Exotisches ausgedacht: Der Prinz wurde zwar in Hannover geboren, er ist jedoch indischer Abstammung, hat einen ähnlich klingenden Vornamen wie der amerikanische Präsident und der Nachnahme schreibt sich fast so wie der des Ex-Herrschers im Iran. Parag Shah heißt er, ist ein smarter Manager und hat ein Lächeln, das die Damenwelt dahinschmelzen lässt. Doch er hat nur Augen für eine: seine Prinzessin Biggi II. Mit der hat nicht nur er eine gute Wahl getroffen, sondern auch der in die Jahre gekommene Elferrat. So erhoffen sich einige der Herren, dass die Prinzessin ihre Kosmetikkünste an ihnen anwendet. Doch Wunder vollbringen kann auch die beste Visagistin nicht, bedauerte mancher der Käppi-Träger.

Squash und Quatsch

Kennen gelernt hat sich das Prinzenpaar beim Squash-Spielen. Nun dürfen beide im Namen der Fousanaocht Quatsch machen. Klingt ja auch so ähnlich wie ihr Lieblingssport.

Apropos Prinzenpaar: Zur Jubiläumsgala hatten sich die Kronacher Narren jede Menge Prinzenpaare eingeladen - und einige davon kamen sogar. Es gab sogar welche, denen die Orginalklamotten von damals noch passten.

Der alte und der neue Orden

Und mit dem Orden schließt sich der Kreis zum Beginn der Fousanaocht. Den Orden des Jahres 1964 ziert ein Flößer, den des Jahres 2014 auch, aber da ist noch die Festung Rosenberg dazugekommen, obwohl es die vor 50 Jahren auch schon gab. Entworfen hat den aktuellen Orden übrigens Ulrike Mahr, gemalt hat ihn Walter Söhnlein. Vorgestellt wurde er von Matthias Simon. Letzterer zeichnet verantwortlich für die Festschrift, die aus Anlass des 50-jährigen Bestehens herausgegeben wurde. Das erste Exemplar des knallroten Buches erhielt als Präsent ein Urgestein der Fousanaocht: Heiner Reuß, der mit dem Musikzug der Freien Turner ebenso beim Prinzenball präsent war wie die kleine und große Garde. Man sieht: Bei den Narren verstecken sich überall Allround-Talente.
Jede Menge flotte Ansagen gab es beim Prinzenball im Schützenhaus. Eine kleine Auswahl gefällig?

Präsident Martin Panzer: "Das Jesuskind hatte vor 2000 Jahren sofort einen Krippenplatz." - "Der ehemalige Papst bekommt (P)riesterrente." - "Angela Merkel regiert wegen der schwierigen Koalitionsverhandlungen mit der FDP weiter - bis zur nächsten Bundestagswahl." - "Auch wenn die Stadtkasse brennt: Kronach leuchtet!" - "Wolfgang Beiergrößlein ist der erfolgreichste Freie-Wähler-Bürgermeister in der CSU." - "Der neue Prinz ist ein Inder, aber Made in Germany." - "Nicht nur das Handy der deutschen Kanzlerin wurde von der NSA abgehört, auch das Handy des Kanzlers der Kroniche Fousanaocht." - "Das neue Prinzenpaar wohnt - wie das bisherige - im Schatten von Manfred Raum in Dörfles."

Großmeyster Sigi Mayer:
"Helmut Arbeiter blickt glücklich auf uns herab." - "Die Fousanaochter verneigen sich vor ihren Fans, denn sie lassen Helmut Arbeiters Werk weiterblühen."

Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein:
"Prinzessin Biggi soll den Elferrat mit Make-up aufpäppeln und liften, aber Make-up reicht wahrscheinlich nicht."

Präsident Martin Panzer:
"Auch der Stadtrat sieht echt alt aus und bräuchte Kosmetik."

Prinzessin Biggi II.:
"Weil die Fousanaocht in die Jahre gekommen ist, haben sie mich als Prinzessin genommen, da ich Kosmetikerin bin.

Elferrat Mattias Simon:
"Die Floßherren aus dem Frankenwald brachten Spaß und Frohsinn aus dem Frankenwald nach Köln, denn das Kronach- und Rodachwasser fließt über den Main in den Rhein. Aber lasst die Rheinländer im Glauben, dass sie die Erfinder des Karnevals sind." - "Gibt es nicht in Köln und Düsseldorf jede Menge Flößerkinder?"

Ehrenpräsident Robert Porzelt:
"Der erste Prinz war ein echtes Tier: ein Reh, der sein Gewicht als einer der wenigen Prinzen gehalten hat."


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