Steinwiesen
Gemeinderat

In Steinwiesen bleiben die Hallenklos ein Aufreger

Robert Unglaub (SPD) beklagte erneut die verstopften Toiletten in der Kulturhalle Steinwiesen. Jetzt sollen die Leitungen überprüft werden. Kostenmehrungen ergaben sich bei der Sanierung des alten Rathauses.
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Vor allem bei Faschingsveranstaltungen in der Kulturhalle gibt es immer wieder mal Probleme mit den Toilettenanlagen. In der Gemeinderatssitzung wollte der Bürgermeister von einem Problem nichts wissen. Foto: Archiv/Susanne Deuerling
Vor allem bei Faschingsveranstaltungen in der Kulturhalle gibt es immer wieder mal Probleme mit den Toilettenanlagen. In der Gemeinderatssitzung wollte der Bürgermeister von einem Problem nichts wissen. Foto: Archiv/Susanne Deuerling

Ganz und gar nicht harmonisch verlief die Diskussion nach einer Anfrage im Marktgemeinderat wegen der Zustände in den Toiletten der Kulturhalle. Robert Unglaub (SPD) bemängelte erneut die nicht akzeptablen Zustände mit Verstopfung und gleichzeitigem unaufhörlichen Wasserlaufen. Auch am Faschingssonntag war hier wieder Chaos. "Wir müssen endlich was machen, denn dieser Zustand kann auch bei anderen Veranstaltungen z.B. des SV, RVC oder anderer Vereine auftreten." Er betonte, dass man vernünftig miteinander reden solle und nicht durch "freche Antworten" wie zuletzt abgefertigt werden dürfe.

Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) betonte, er sei sich keiner Schuld bewusst und meinte noch einmal, dass ja niemand gezwungen werde, die Halle zu nutzen. Die Erwartungshaltung sei einfach zu hoch. Natürlich müsse die Technik funktionieren, aber es sei schon komisch, dass es immer bei der FGS in der Faschingszeit so schlimm sei. "Wir können nicht wegen euch eine neue Halle bauen, nur weil eure Veranstaltungen da drin sind."

Kritik am Umgang mit Klagen

Robert Unglaub (SPD) bemängelte, dass der Bürgermeister hier offensichtlich das Thema verfehlt habe, es gehe nur um die Toiletten und hier seien die Zustände allgemein nicht tragbar. Auch Jürgen Deuerling (SPD) kritisierte die Art und Weise, wie mit Beschwerden umgegangen wird. Bei der letzten Veranstaltung sei die Wasserleitung immerzu gelaufen. "Da ist der Druckspüler kaputt, der müsste halt ausgetauscht werden", sagte Deuerling.

Geschäftsführer Rainer Deuerling stellte schließlich eine Kamerabefahrung in Aussicht, um zu prüfen, ob die Leitungen frei sind oder ob hier der Schaden liege. Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) betonte noch einmal, dass man kontrollieren werde, aber sollten die Leitungen okay sein, müsse jeder für sich entscheiden, ob er die Halle so nutzen will.

Altes Rathaus wird teurer

Um eine Kostenmehrung ging es beim alten Rathaus in der Silberbergstraße. Aufgrund von Preissteigerungen (15 000 Euro), unvorhergesehenen Schwierigkeiten (32 000), Innendämmung (38 000), Erneuerung von Innentüren (24 000) und Fußboden und Decken (28  000) ergibt sich laut Verwaltung ein unvermeidbarer Mehraufwand von 137 000 Euro. Dieser sollte laut Zusage der Regierung bei dieser angemeldet und eventuell über die Städtebauförderung abgerechnet werden.

Richard Rauh (SPD) regte sich über diese Zusatzkosten auf und fragte sich, ob der Architekt hier seine Aufgabe nicht so genau genommen habe. Eigentlich, so Rauh, hätte er diese Kosten wenigstens teilweise vorhersehen müssen. Gegen zwei Stimmen wurde schließlich beschlossen, die Bauarbeiten weiterzuführen. Die Mehrkosten sind genehmigt und bei der Regierung von Oberfranken anzumelden, damit die Zuwendung so wie zugesagt erhöht werden kann.

Haushalt von 9,1 Millionen Euro

Über die Haushaltseckdaten für 2019 informierte Geschäftsleiter Rainer Deuerling. Der Verwaltungshaushalt wird mit 6 125 800 Euro und der Vermögenshaushalt mit 3 021 700 Euro angesetzt. Der Gesamthaushalt hat ein Volumen von 9 147 500 Euro. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt wird erreicht.

Die momentan größten Projekte für 2019 sind die Anschaffung des neuen LF 10 für die Feuerwehr Steinwiesen, die Schule in Steinwiesen mit dem KIP-Programm, die Sanierung des alten Rathauses Silberbergstraße 1, die Erweiterung und Umstellung der Straßenbeleuchtung sowie des Radweges vom Bad zur Ortsmitte. Außerdem werden Sondertilgungen in Höhe von 443 500 Euro aufgrund der Stabilisierungshilfen geleistet, ebenso die normale Tilgung mit 343 800 Euro.

Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) meinte, dass man die Verschuldung zum 31.12.2019 auf 4,5 Millionen Euro senken könne. Das wäre der niedrigste Schuldenstand seit 1994. "Wir dürfen aber nicht vergessen, dass dies nur aufgrund der Stabilisierungshilfe möglich ist. Hierfür an die Regierung ein großer Dank", bekräftigte Wunder.

Die nächste Gemeinderatssitzung wird vom 30. April auf den 9. April vorverlegt und die Haushaltsplanung beinhalten.

Für das Gebiet "Nurner Straße" wurde laut einstimmigem Beschluss des Marktgemeinderates vom 26. November 2018 ein Bebauungsplan aufgestellt. Die zweite Stellungnahme der Öffentlichkeit, der Institutionen, Verbände und angrenzender Gemeinden wurden mit Tobias Semmler vom Planungsbüro IVS durchgesprochen. Vonseiten der Naturschutzbehörde wurde für die geplante Ausgleichsmaßnahme mit dem Erwerb eines Grundstückes in Neufang grünes Licht gegeben.

Die Landeseisenbahnaufsicht Mittelfranken wies auf die Einhaltung der Vorschriften zur Sicherung nicht bundeseigener Eisenbahnen hin. Von den weiteren, insgesamt 30 angeschriebenen Institutionen und Gemeinden gab es keine Einwände bzw. keine Stellungnahme. Der Anteil für Steinwiesen an den Gesamtinvestitionen des Zweckverbands Wasserversorgung Frankenwaldgruppe in das Ortsnetz in den nächsten 20 Jahren in Höhe von 6 Millionen Euro beträgt 668 000 Euro, die auf 20 Jahre umgelegt werden. Das heißt für jedes Jahr eine Umlage von 33 403 Euro. Errechnet wurden diese Beträge aus der amtlichen Einwohnerzahl und der Zahl der Hausanschlüsse.

2019 soll die Straßenbeleuchtung in Steinwiesen und den Ortsteilen auf LED umgestellt werden. Teilweise ist dies schon erfolgt. Es stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, einmal die konventionellen Lampen mit Peitschenleuchten, Kofferleuchten oder Pilzleuchten und dann die gestalterischen Lampen. Es werden nun an einigen Standpunkten verschiedene Leuchtmittel ausprobiert, dann wird darüber entschieden.

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