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Neuses
Theater

In Neuses befinden sich drei Generationen im Liebesrausch

"In Liebesnötn" lautet der Titel des Stückes, das gerade die Neuseser Laienschauspieler auf die Bühne bringen. Und das mit großem Erfolg.
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Die Zuschauer in Neuses wurde in Zeit um 1900 zurückversetzt. Foto: Maria Löffler
Die Zuschauer in Neuses wurde in Zeit um 1900 zurückversetzt. Foto: Maria Löffler
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Sie sind in Liebesnöten - und das in mindestens drei Generationen. Und wie man aus der Nummer wieder rauskommt, das zeigt gerade die Theatergruppe Neuses mit einem Stück, das genauso heißt: "In Liebesnötn". Geschrieben wurde das "lustiche Stückla in vier Aufzüch" von Hans Schrepfer. Es versetzt die Zuschauer zurück "in die gute alte Zeit um 1900" und bezaubert mit einem detailverliebten Bühnenbild und historischen Kostümen. Das war der erste Schritt direkt in die Herzen der begeisterten Zuschauer.

Dass man fränkisch "su und su plaude ko", ist ja jedem Franken klar, aber wenn jemand "fränkisches Hochdeutsch" spricht, dann wird's schon komplizierter. Und wenn ein Coburger, also auf fränkisch "a Residenzler", "Neusicherisch" plaudert, dann ist das erst so richtig lustig. Kostprobe aus dem Dialektkauderwelsch: "Entschuldigen Sie Frollein, dass ich Sie su einfach oplaudern tu."

Detailverliebt war aber nicht nur das Bühnenbild, sondern auch der Autor. Hans Schrepfer begeisterte mit Ausdrücken wie "zwäcket, Trutschela, Quackesla, auf die Gei, Tümpfl, gewieft, hintefozich, Oldreus, Krätzn, Sauflabbes oder Hetzgoschn". Und all das gespickt mit ganz viel Humor und Einfallsreichtum. Den jedenfalls brauchten die Bäckerstochter Mari und ihre Freundin Kuni, denn deren Heiratskandidaten waren nicht so ganz das, was sich die jeweiligen Väter darunter vorgestellt hatten.

Allerdings machte der Liebeswahn in jeder Generation die Runde - und selbst Großvater "Heine" nascht gerne mal in fremden Gärten. Wie zufällig gibt es da aber noch die Witwe Frieda, die weiß, wie man die "Geheimwaffe Leberkäs" einsetzt. Zu ungewöhnlichen Methoden greift auch ihr Sohn Friedolin. Er versucht es mit einer "Liste zum Ankreuzen," allerdings mit eher mäßigem Erfolg. Und auch die Witwe Elisabeth, die eigentlich dem männlichen Geschlecht schon abgeschworen hatte, kann sich am Ende dem Zauber der Liebe nicht verwehren.

Im Zentrum der Geschichte steht aber vor allem Bäckermeister Hans Schmidt, der ab und zu auch mal "Coburche Semmela" backt und dessen Leitsatz lautet: "Mije denkn su wie mei Fraa." Er gilt als "Eckpfeiler der Ziegenzucht im Frankenwald" und wurde deshalb zum Ehrenmitglied "bei die Gaasböck" ernannt. Und er kandidiert für den Bürgermeisterposten, aber das tut eben auch sein Konkurrent und Erzfeind: Schmiedemeister Georg Erhardt. Wer am Ende das Rennen macht? Diese und andere Fragen klärt die Neuseser Theatergruppe noch an folgenden Terminen: Samstag, 14. März, Samstag, 21. März, und am Samstag, 28. März - jeweils um 19.30 Uhr in der Turnhalle in Neuses. Der Eintrittspreis beträgt sieben Euro. Der Erlös fließt gemeinnützigen Zwecken zu.

Beim Stück "In Liebesnötn" wirkten mit: Bäckermeister Hans Schmidt (gespielt von Alex Böhm), seine Frau Babett (Christine Böhm), Tochter Mari (Sarah Ferner), Freundin Kuni (Alexandra Kempf), Großvater Heine (Hans Richter), Schwägerin Elisabeth (Ulrike Richter), Bäckerstift Albert (Luis Hübsch), Schmiedemeister Georg Erhardt (Markus Hummel), sein Sohn Fritz (Alex Schrepfer), sein Freund Seppe Wagner (Julius Kraus), Witwe Frieda Schedel (Rosi Popp) und ihr Sohn Friedolin (Florian Böhm).

Regie führte Hans Schrepfer. Als Souffleuse fungierte Gertraud Richter. Fürs Bühnenbild verantwortlich waren Alex Böhm und Axel Schrepfer; für die Technik Hans Richter; für die Frisuren Evelyn Feustel; für die Organisation Peter Stiborsky und für die Kostüme Christine Böhm, Renate Grune und Veronika Ullmann.