Kleinvichtach
Projekt

In Kleinvichtach leben und arbeiten Künstler aus zusammen

Im Künstlerhaus von Christian Ianza in Kleinvichtach wird derzeit wieder geklopft, gemalt, gespachtelt und geschmirgelt. Acht Künstler aus Rumänien, Moldawien und Deutschland leben und arbeiten dort zwei Wochen lang zusammen.
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Das Schiff steht für die Reise zu neuen Erfahrungen und Erkenntnissen, das Pferd für die Freiheit, erklärt Ioan Bogdan, Bildhauer aus Rumänien.  Fotos: MiriamHegner
Das Schiff steht für die Reise zu neuen Erfahrungen und Erkenntnissen, das Pferd für die Freiheit, erklärt Ioan Bogdan, Bildhauer aus Rumänien. Fotos: MiriamHegner
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Das Schiff, an dem er arbeitet, symbolisiert die Reise, erklärt Ioan Bogdan, während er das Holz mit Schmirgelpapier glättet. Eine Reise im übertragenen, philosophischen Sinn - zur Ergründung der Welt, zu neuen Erfahrungen und Erkenntnissen. Ein bisschen steht es damit auch für die Reise, die der rumänische Künstler selbst unternommen hat: Er ist für zwei Wochen nach Deutschland gekommen, um an Christian Ianzas internationalem Künstler-Sommercamp teilzunehmen. "Das ist eine tolle Gelegenheit, um Neues zu sehen und zu erfahren und auch um sich selbst besser kennen zu lernen", sagt Bogdan. Er ist zum ersten Mal in Deutschland, und besonders angetan hat es ihm das deutsche Bier. "Wie eigentlich allen hier", erzählt Christian Ianza und lacht.

Auch das gehört zum Leben im Künstlerhaus. "Abends sitzen wir zusammen, reden und trinken ein Bier.
Wir sind wie eine Familie." Der Austausch untereinander, darauf kommt es Ianza an. "Wir sprechen über unsere Arbeiten, beurteilen sie gegenseitig, holen uns Anregungen." Ioan Bogdan mag besonders die Zusammenarbeit mit Künstlern verschiedener Nationalitäten. "Da kommen ganz unterschiedliche Mentalitäten und Kulturen zusammen."

Das Kreativ-Camp ist bereits das zweite dieser Art. Vor zwei Jahren hatte Ianza das Haus Nummer 17 in Kleinvichtach gekauft, um daraus ein Künstlerhaus zu machen. Nach umfassenden Renovierungsarbeiten kamen dort Ende vergangenen Jahres erstmals Künstler aus verschiedenen Ländern zu einem Kunst-Symposium zusammen. "Damit möchte ich natürlich die Künstler, aber vor allem auch den Austausch fördern."

Ianza stammt aus Rumänien und lebt inzwischen auch wieder dort. Vor gut 20 Jahren war er aber als Asylbewerber nach Kronach gekommen und hat in der Region seine zweite Heimat gefunden. Durch seine Beteiligung an "HolzArt" und weiteren Projekten ist er inzwischen fester Bestandteil der Kronacher Kulturszene.

Unterschiedliche Werke

Die Werke, die momentan in Kleinvichtach entstehen, sind ganz unterschiedlich. "Es gibt Skulpturen aus Holz, Gemälde mit Acryl oder Pastellkreiden, abstrakte Bilder genauso wie Porträts, Drucke und Holzschnitte", erklärt Ianza.

Dorina Padineanu arbeitet gerade an einem Porträt in Acryl. Mehrere fertige und halbfertige Bilder lehnen gegenüber ihres Tisches an der Wand. "Das ist Christian", erklärt sie und zeigt auf Pastellkreide-Porträt. Sie lebt in Bukarest, stammt aber aus einem kleinen Ort in den Bergen, wo sie auch heute noch regelmäßig Zeit verbringt. "Ich könnte nicht ohne die Berge leben", sagt sie. Ihr gefällt es in der Umgebung hier. "Es ist so ruhig und es gibt so viel Wald. Die Landschaft ist wie in einem Märchen."

Einige der Teilnehmer wagen auch Neues: Peter Bannert etwa, selbstständiger Designer aus Kronach, hat erstmals ein Werk auf Leinwand gebannt. "Ich habe bisher hauptsächlich mit Papier, Holz und Aluminium gearbeitet. Aber Christian hat mir Leinwand gebracht, und so hab ich's halt mal ausprobiert." Drei abstrakte Gemälde hat er erstellt, auf dem einen hat er, angelehnt an Lucas Cranach, biblische Figuren integriert.

Mana Bucur, Keramik-Künstlerin aus Rumänien, ist eigentlich auf abstrakte, kleinformatige Skulpturen spezialisiert. Im Moment arbeitet sie aber an einem Bodenmosaik aus Fliesenbruchsteinen, das den Eingang des Hauses schmücken soll. "In der Mitte habe ich ein chinesisches Symbol eingearbeitet, dass Langlebigkeit und Wohlstand bedeutet. Das gibt es in jedem chinesischen Haus. Es ist mein Geschenk an Christian."

Ianza, selbst Keramiker und Bildhauer, arbeitet an einer großen Holzscheibe, aus der er ein Kreuzsymbol herausgeschnitten hat. Fertig ist es noch nicht. "Ich komme leider nicht sehr viel zum Arbeiten", sagt er. Als Gastgeber des Künstler-Camps kauft er ein, kocht, kümmert sich um alles. Auch die Kosten trägt er bislang komplett selbst. "Sponsoren wären natürlich jederzeit willkommen!" Das nächste organisatorische Ereignis steht diese Woche an: Am Freitag werden die während des Camps entstandenen Werke im Künstlerhaus ausgestellt.


Die Ausstellung


Was
Zu sehen gibt es Holzskulpturen und Holzschnitte, abstrakte Gemälde, Porträtzeichnungen, Drucke und Keramik.

Wer Die Künstler sind Tudor Fabian (Moldawien), Peter Bannert, G. June Michel (Deutschland),Ioan Bogdan, Mana Bucur, Nicolae Alexandru Ispas, Dorina Padineanu (Rumänien) und Christian Sergiu Ianza (Deutschland/Rumänien).

Wann
Vernissage ist am Freitag um 16 Uhr.

Wo Ausgestellt wird im Künstlerhaus in Kleinvichtach, Haus Nummer 17.
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