Stockheim
Bahnhofsgeschichte

Im Stockheimer Wasserturm bekam ein späterer Abgeordneter nasse Füße

Bis 1962 stand in Stockheim ein Wasserturm - der sogar bis zuletzt bewohnt wurde.
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Aufnahme vom Stockheimer Wasserturm. Foto: Sammlung  Gerd Fleischmann
Aufnahme vom Stockheimer Wasserturm. Foto: Sammlung Gerd Fleischmann
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Rudi Daum ist im Kreis Kronach sehr Vielen ein Begriff. Von 1970 bis 1990 war der 1925 in Pressig geborene CSU-Politiker Landtagsabgeordneter für den damaligen Stimmkreis Kronach. Von 1966 bis 1974 war er zudem Bürgermeister von Stockheim sowie viele Jahre Gemeinde- und Kreisrat. In politischen Dingen war Daum ein erfahrener Mann, der kaum nasse Füße bekam.

Dies geschah aber im Wasserturm am Stockheimer Bahnhof. Dessen Funktion: Er diente als Vorrat für das Wasser mit dem die Dampfloktender befüllt wurden - und wurde vor allem an Ausgangs- oder Endpunkten von Bahnstrecken errichtet. Heute gibt es sie in der Region noch in Lichtenfels, Steinbach am Wald und Saalfeld.

Wie Ortshistoriker Gerd Fleischmann berichtet, bewohnte der spätere Abgeordnete Rudi Daum in jungen Jahren den mittleren Bereich des wohl etwa 20 Meter hohen Turms. "Das war keine schlechte Wohnung", berichtet Fleischmann. Einmal jedoch ging beim Befüllen einer Lok etwas schief. Der Kessel mit Wasser lief aus und überflutete Daums Wohnung. Ob er in dem Moment zuhause war, ist nicht bekannt.

Seit 1962 besteht die Gefahr der nassen Füße im Wasserturm nicht mehr: Schon mit der Elektrifizierung der Strecke der Frankenwaldbahn 1939 verloren die Dampflokomotiven an Bedeutung, wenngleich einzelne auch noch einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg aktiv waren. Als am Stockheimer Bahnhof aber in den 1960ern und 1970er sämtliche historische Gebäude abgerissen wurden (mehr dazu lesen Sie hier), fand auch die Geschichte der Tankstelle für Dampfloks ihr Ende.



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