Kronach
Winterdienst

Im Kreis Kronach beginnt der Kampf gegen das Rutschen

Das Streuen der Straßen ist im Kreis Kronach ein sensibles Thema. Für die Verantwortlichen hat die Sicherheit Priorität.
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Bilder wie dieses aus Kronach wird es in den kommenden Wochen im Kreis wieder öfter geben.  Archiv/Marian Hamacher
Bilder wie dieses aus Kronach wird es in den kommenden Wochen im Kreis wieder öfter geben. Archiv/Marian Hamacher

Nach einigen Wochen der Schonzeit ist es jetzt soweit: In der Region wird es an diesem Wochenende erstmals richtig frostig. Für die Nacht von Samstag auf Sonntag sprechen Meteorologen von einer "Bibbernacht" mit Boden- und erstmals auch Luftfrost.

Die Folge: Der Winterdienst gerät in den Fokus - allen voran im nördlichen Kreis, wo die Topographie mit Steilstücken und Waldpassagen geradezu prädestiniert ist für Straßenglätte.

Die Verantwortlichen für den Winterdienst sind nun gefordert, sehen sich aber gewappnet. "Wir sind gut vorbereitet und auf alles eingestellt", sagt Christian Barnickel, der als Leiter des Kronacher Kreisbauhofs seinen ersten Winter erlebt. Der 29-Jährige ist seit 2015 als Straßenwärter im Bauhof-Team und seit Mai der Chef.

Steckenpferd des Landrats

Die Arbeit von Barnickel und seinem 19-köpfigen Team (inklusive drei Azubis) ist für Landrat Klaus Löffler (CSU) ein großes Anliegen, weshalb der frühere Bürgermeister von Steinbach am Wald sehr zügig nach seiner Amtsübernahme Veränderungen beim Räum- und Streudienst - insbesondere für den nördlichen Landkreis - umgesetzt hat.

"Die Systemumstellung, die wir beim Winterdienst vorgenommen haben, ist ein Paradigmenwechsel im Sinne der Verkehrssicherheit und Bürgerfreundlichkeit", betont Löffler. Laut Auskunft von Bernd Graf, Pressesprecher des Landratsamts, haben die zur Wintersaison 2017/18 eingeführten Neuheiten zu einer auffallend rückläufigen Zahl von Bürgerbeschwerden geführt.

Das hat sich getan: Der Kreisbauhof Nord in Ludwigsstadt wurde als Winterdienst-Stützpunkt reaktiviert und ein kreiseigenes Fahrzeug dort stationiert. Außerdem wurde ein zusätzlicher Schneepflug mit Sitz in Hirschfeld von einem Unternehmer unter Vertrag genommen. Damit sind jetzt im Kreis 14 Räum- und Streufahrzeuge unterwegs, sechs des Landkreises und acht des Staatlichen Bauamts Bamberg.

Denn für die Kreisstraßen ist der Landkreis, für Staats- und Bundesstraßen der Freistaat Bayern durch sein Staatliches Bauamt Bamberg zuständig. Jedoch gibt es in Kronach seit einigen Jahren eine Kooperation. Deshalb fahren nun Kreisfahrzeuge auch auf Bundes- und Staatsstraßen und umgekehrt. Insgesamt gibt es 14 Räumstrecken. Acht bedient der Kreis, sechs das Bauamt.

Das Staatliche Bauamt, das jüngst den Bau einer neuen Salzhalle in Förtschendorf abgeschlossen hat, steuert seine zwölf Mitarbeiter von der Kronacher Straßenmeisterei aus, wo der Dienstplan umgestellt wird.

Thomas Neundörfer, Sachgebietsleiter Straßenbetriebsdienst: "Wenn mit vermehrten Schneefällen über den gesamten Tag zu rechnen ist, wird Schichtbetrieb ageordnet. In dieser Saison ist dies noch nicht der Fall. Wenn es los geht, dann läuft es durch bis ins Frühjahr 2019."

Streuen ist gesetzliche Pflicht

Die Kritik von Umwelt- und Tierschützern am Salzstreuen ist den Verantwortlichen bekannt. Auch einzelne Kommunen - etwa der Markt Pressig - haben für Privatleute Streusalz auf Gehwegen per Verordnung verboten. "Der Markt verlangt den Einsatz von geeigneten abstumpfenden Stoffen wie Sand oder Splitt, nicht jedoch von ätzenden Mitteln", sagt Bernd Graf.

Für Hauptverkehrs- und Durchgangsstraßen sowie an Gefahrenstellen sieht Thomas Neundörfer aber keine Alternative. "Es besteht gesetzliche Streupflicht, die ohne Haftungsrisiko nur mit Salzeinsatz erfüllt werden kann." Jedoch sorge die moderne Ausbringung für eine sparsame Salzanwendung. Die Streumenge liege zwischen fünf und 30 Gramm pro Quadratmeter. Meist werde Feuchtsalz verwendet - ein Mix aus Auftausalz (70 Prozent) und Sole (30). Dadurch werde weniger Salz verweht und die Menge reduziert.

Unabhängig von den Bemühungen zur Salzreduktion gehe es aber, so die Verantwortlichen, um Menschenleben. Bernd Graf: "Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer hat Vorrang vor manch anderen schutzwürdigen Interessen."



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