Kronach
Bauarbeiten

Im Juni wird die Kronacher Festungsherberge zum Hotel

Im Kronacher Bollwerk wird mit Hochdruck gearbeitet. In nicht einmal fünf Monaten soll Jufa Hotels den Betrieb der Festungsherberge übernehmen. Das neue Konzept steht.
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Die Arbeiten im Bereich der Festungsherberge laufen auf Hochtouren. Foto: Marco Meißner
Die Arbeiten im Bereich der Festungsherberge laufen auf Hochtouren. Foto: Marco Meißner
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Wer die "alte" Festungsherberge kennt und dort bald wieder übernachten will, dürfte eine Überraschung erleben. Die Umbauarbeiten gehen zurzeit auf die Zielgerade, ehe unter dem Banner der Jufa-Hotels dort ein ganz neues Konzept greifen wird.

Wo wird diese Umstellung vom traditionellen Herbergs- auf den jugend- und familienorientierten Hotelbetrieb am augenscheinlichsten werden? "Ich denke, man wird es am besten an der neuen Qualität in der Ausstattung erkennen. Auch wenn es in der Vergangenheit schon einen kleinen Teil im neuen Zimmersystem gegeben hat, so wird es dann eine durchgängige, hohe Qualität in Ausstattung und Service geben", verspricht Marketing-Vorstand Gernot Reitmaier von Jufa Hotels auf Anfrage unserer Zeitung.

"Alle Zimmer werden mit Parkettböden, eigenen Sanitäreinheiten sowie TV und Aufenthaltsbereich ausgestattet sein. Auch werden die besonderen Turmzimmer durch den Rundblick und ihre Großzügigkeit begeistern", zeichnet er ein Bild von dem, was zum 1. Juni Realität werden soll und im neuen Online-Prospekt der Jufa-Hotels schon auf einer Panorama-Seite groß beworben wird.

Die Grundlage für die Vorfreude sind die Bauarbeiten, die seit Monaten auf Hochtouren laufen. "Es wird gut und sehr professionell gearbeitet", zeigt sich Reitmaier zufrieden mit dem Baufortschritt und dem Zusammenspiel mit der Stadt Kronach. Deshalb ist er auch zuversichtlich, den Betrieb pünktlich aufnehmen zu können.

Geplant ist ein Start mit 28 Zimmern und 93 Betten. Bereits 2020 soll das Angebot auf 32 Zimmer mit 105 Betten und zum Ende der Baumaßnahmen gar auf 37 Zimmer mit 130 Betten wachsen. Mit 14 Mitarbeitern will Jufa im Juni den Betrieb aufnehmen. Die Suche hierfür läuft, und es ist auch schon eine Reihe von Bewerbungen eingegangen - auch aus Kronach und seiner Umgebung. "Wir hoffen, alle Stellen mit Menschen aus der Region besetzen zu können", sagt Reitmaier.

Wechsel in der Leitung

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Die frühere Herbergsleitung wird nicht mehr mit an Bord sein, wie sich nicht zuletzt aus einer Stellenanzeige für einen Direktor des Kronacher Betriebs ablesen lässt. "Der bisherige Leiter hat im Vorjahr eine andere berufliche Herausforderung angenommen", erklärt das Vorstandsmitglied diese personelle Veränderung. Eine Rückkehr wäre möglich, aber sei nicht gewünscht gewesen, sagt er zur Stellenausschreibung.

Bei der Personalsuche richtet sich Jufa sehr regional aus. Gleiches soll für die Ausgestaltung der Programmangebote gelten. Partner vor Ort sollen mit ins Boot geholt werden. Reitmaier führt aus: "Wir sind bei der Konkretisierung der Angebote. Ziel ist vor allem, mit touristischen Partnern die Zusammenarbeit aufzubauen." Die Palette soll vom Freibad bis hin zu Naturerlebnissen reichen. Als ebenso wichtig erachtet das Vorstandsmitglied die Zusammenarbeit mit Personen, die bei Teamtrainings oder im Bereich soziales Lernen zum Veranstaltungsangebot beitragen können.

"Eine große Besonderheit und ein gutes Angebot versprechen die Kooperation mit der Festung Rosenberg und deren museumspädagogische Programme für Kinder und junge Menschen", unterstreicht Reitmaier. Ein Jufa-Hotel in einer Festung, kombiniert mit einem direkt angeschlossenen museumspädagogischen Angebot, eine solche Konstellation gebe es derzeit noch in keinem der fast 60 Jufa-Hotels.

Reitmaier ist daher nicht nur zuversichtlich, wie geplant den Betrieb aufnehmen zu können, sondern er ist auch überzeugt, dass das neue Angebot auf Interesse stoßen wird. Reservierungen werden jedenfalls schon jetzt entgegengenommen.

Die Stadtverwaltung informiert über den Baufortschritt

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Seit Monaten hat sich der Bereich der Festungsherberge in eine Baustelle verwandelt. Wo sonst Schulklassen ein und aus gingen, finden sich jetzt Firmenfahrzeuge und Bauarbeiter. Alles läuft auf Hochtouren, um den Neustart der Festungsherberge rechtzeitig und in gut ausgebauten Räumen zu gewährleisten. Stadtplaner Daniel Gerber gibt einen Einblick in den Stand der Bauarbeiten.

Gut sieht es schon im West- und Nordflügel aus. Die Gastbereiche dort im ersten und zweiten Obergeschoss sind bereits seit längerer Zeit fertiggestellt.

"Im Erdgeschoss des Nordflügels sind im zukünftigen Küchenbereich die Rohbau- und Installationsarbeiten nahezu abgeschlossen", erklärt Gerber. Bis März/April soll auch die Küchenausstattung fertiggestellt sein. Der Funktionsbau mit Lager, Ver- und Entsorgung befindet sich im Bereich zwischen Küche und Bergfried. "Er ist im Rohbau fertig", so Gerber.

Reger Betrieb herrscht zurzeit im Ostflügel. Dort gehen Baumaßnahmen im ersten und zweiten Obergeschoss vonstatten. Gerber spricht von Rohbau- , Trockenbau und Installationsarbeiten zur Raumaufteilung (Gästezimmer und Nasszellen). "Der Aufzugsschacht vom Untergeschoss bis in das Dachgeschoss ist im Rohbau fertig. Die Installation der Aufzugstechnik ist für Februar vorgesehen", so der Stadtplaner weiter.

Auch im Erdgeschoss wird gebaut. Dort werden die Installationsarbeiten für den Speisesaal und die Rezeption vorgenommen. Im März/April soll die Ausstattung der Räume folgen. "Das Gerät der Lüftungsanlagen für die Küche und den Speisesaal ist im Dachgeschoss des Ostflügels installiert. Derzeit entstehen die Trassen für die Lüftungskanäle vom Erdgeschoss bis in das Obergeschoss mit dem Auslass über das Dach."

Im Bereich des Untergeschosses sollen schon bald eine WC-Anlage und ein Freizeitbereich entstehen. "Dort wurde ein Ausgang in den inneren Graben geschaffen", sagt Gerber. Im Vorbereich der Rezeption beziehungsweise des Speisesaals wird im inneren Burghof ein kleiner Freibereich mit Sitzmöglichkeiten entstehen.

"Die Fertigstellung aller Arbeiten in der Festungsherberge und die Übergabe an den künftigen Pächter ist aktuell für Ende März, Anfang April 2019 vorgesehen", so Gerbers Prognose. Die "Baustelle Festung" sei aber sehr komplex. Daher sei man vor kurzfristigen Verzögerungen nie gefeit.

Was ist Jufa?

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Philosophie: Jufa Hotels ist ein internationales Unternehmen, das nach eigenem Bekunden regional- und zukunftsorientiert agiert. Ziel ist "eine perfekte Symbiose zwischen touristischem Nutzen, regionaler Wertschöpfung sowie der Steigerung der Lebensqualität in jeder Projektregion und für die Menschen, die dort leben", heißt es in einer Pressemitteilung. "Besonderer Fokus liegt bei jedem Hotel der Jufa-Gruppe auf Vielfalt, Individualität und dem engen Bezug zu regionalen Gegebenheiten und kulturellen Aspekten." Größe: Entstanden ist die Jufa-Gruppe vor 26 Jahren in Österreich. Heute gehören 57 Häuser in vier Ländern zu ihr. Im Jahr 2016 verzeichnete die Hotelgruppe insgesamt 1,4 Millionen Übernachtungen. Die Gruppe ist somit österreichischer Marktführer im Bereich Jugend- und Familientourismus. Jufa zählt 1300 Mitarbeiter.



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