Endlich ist der Durchbruch geglückt: Das Burghotel in Lauenstein wird wieder belebt. Es sollen Ferienwohnungen mit einer kleinen Cafeteria entstehen. Somit werden in der Rennsteig-Region notwendige Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen und das Burghotel wird endlich wieder einer Nutzung zugeführt.

Seit dem Jahre 2009 ist man intensiv um eine Wiederbelebung des Burghotels bemüht. Für den CSU-Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner (CSU), der diese Pläne auf Anfrage bestätigte, ist das ein Riesenerfolg. Er spricht von schwierigen und langwierigen Verhandlungen, bei denen auch der Ludwigsstädter Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) und Landrat Klaus Löffler (CSU) involviert waren.

In der kleinen Cafeteria sollen kleinere Speisen und Getränke für Wanderer, Ausflügler etc. erhältlich sein. Rund 7,5 Millionen Euro will die bayerische Staatsregierung in dieses Projekt investieren. Es sei ein Novum, so Baumgärtner, denn zum ersten Mal investiere die Staatsregierung beziehungsweise die Schlösserverwaltung bei einem Burghotel in Ferienwohnungen. Wie viele Ferienwohnungen geplant sind, darüber gibt es aktuell noch keine Auskunft.

Die "große Lösung", nämlich ein Hotel mit einer Gastronomie zu schaffen, sei nicht zu machen, räumt Baumgärtner ein. Um so ein Projekt auf eine wirtschaftliche Basis zu stellen, hätte man das bestehende Burghotel erweitern müssen. Und da gab es Probleme mit dem Denkmalschutz. Hinzu komme, dass trotz öffentlicher Ausschreibungen letztendlich kein Pächter für das Burghotel gefunden wurde. "Alle Bemühungen sind gescheitert", erklärt Baumgärtner.

Der Landtagsabgeordnete spricht von einer akzeptablen Lösung. Höhere Investitionen für eine Wiederbelebung des Burghotels seitens des Freistaates nicht zu erwarten gewesen. In diesem Zusammenhang erwähnt Baumgärtner den Rechnungshof. "Dieser muss eine gewisse Wirtschaftlichkeit erkennen." Der Abgeordnete geht nun davon aus, dass in diesem Jahr das Projekt "Ferienwohnungen im Burghotel" im Haushalt genehmigt wird und man im Jahr 2018 mit den Ausschreibungen starten kann. Er hält es für realistisch, dass in drei Jahren die ersten Gäste auf der Burg Lauenstein übernachten können.

Zwar wird dieses Modell nicht jedem Bürger gefallen, da jahrelang von einem Burghotel die Rede war. Aber wichtig ist es laut Baumgärtner, dass das Burghotel und somit die gesamte Burganlage wieder belebt und zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten in der Region geschaffen werden.

Seit zehn Jahren ist das Burghotel geschlossen. Im Jahre 2009 wurde eine Studie über Nutzungsmöglichkeiten in Auftrag gegeben. Damals war von Investitionen in Höhe von 3,6 Millionen Euro die Rede. Anfang 2011 stieg der Kronacher Unternehmer Bernd Holzmann in die Überlegungen ein. Auch er wollte das Burghotel wiederbeleben. Im Jahre 2012 stellte der Freistaat für die Jahre 2012/2013 2,75 Millionen Euro für die Sanierung des Burghotels zur Verfügung. Der Deal zwischen Holzmann und der Schlösserverwaltung platzte allerdings im August 2013, da keine Einigung nicht zuletzt wegen des Baudenkmalschutzes erzielt werden konnte. Im März 2014 weilte der Staatssekretär für Finanzen, Albert Füracker, auf Burg Lauenstein. Füracker zeigte sich damals zuversichtlich, dass innerhalb von drei Monaten ein Investor gefunden wird, der sich mit dem in Auftrag gegebenen Plangutachten anfreunden würde.

Dies war jedoch nicht der Fall. Nachdem kein Investor gefunden wurde, begab man sich auf die Suche nach einem Pächter. Im Dezember 2015 war vom Pressereferat des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, Landesentwicklung und Heimat zu hören, dass bis zum Frühjahr 2016 ein Pachtvertrag geschlossen werden soll. Nachdem im Sommer 2016 die zuletzt geführten Gespräche der Schlösserverwaltung mit zwei Pachtinteressenten zum Abschluss eines Pachtvertrages für die Bestandssanierung mit Neubau auf der Grundlage der Machbarkeitsstudie nicht erfolgreich abgeschlossen wurden, kam man wieder auf Bernd Holzmann zu. Gescheitert sind die Bemühungen dann schließlich wiederum an den Entscheidungsträgern des Landesdenkmalrats. Diese befürchteten zu große Einschnitte bei der Burganlage.

Jürgen Baumgärtner sprach Anfang 2017 davon, dass es im ersten Quartal 2017 "finale Gespräche" geben wird. Er nannte damals drei Varianten bezüglich der Wiederbelebung des Burghotels, die zur Diskussion stünden. Zum einen ein kleines Kiosk mit Café, zum anderen die Etablierung einer Gastronomie und als dritte Möglichkeit die Schaffung einer Gaststätte mit Hotelübernachtungen. Mit den Ferienwohnungen und einer kleinen Cafeteria scheint nun eine finale Lösung gefunden zu sein.