Wilhelmsthal
Interview

Hubert Liebherr - ein Unfall veränderte sein Leben

Hubert Liebherr stand an der Spitze eines globalen Konzerns bis ihn ein Unfall sein Leben überdenken ließ. heute stellt er sich ganz in den Dienst des Glaubens. Am kommenden Dienstag hält er einen Vortrag in Wilhelmsthal.
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Hubert Liebherr Foto: Heike Schülein
Hubert Liebherr Foto: Heike Schülein
Der ehemalige Mitinhaber des Liebherr-Konzerns berichtet am Dienstag, 20. Mai, im neu renovierten KAB-Saal in Wilhelmsthal (Bergstraße 12) über seinen persönlichen Glaubensweg. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Hubert Liebherr wurde 1950 in Memmingen geboren. Bis 1988 war er als Mitgesellschafter des globalen Konzerns tätig. Der studierte Diplomingenieur und einstiger Industriebaron zeichnete für Baumaschinen, Fahrzeugkrane und Flugzeugausrüstung verantwortlich. 1981 hatte er einen Autounfall. Die beiden Unfallautos waren stark beschädigt, aber die beiden Fahrer blieben völlig unverletzt. Dies war der Wendepunkt in seinem Leben, nach dem er auf sein Erbe verzichtete und sich ganz in den Dienst Gottes stellte.
Seither arbeitet Liebherr nur noch für die Weitergabe der Botschaften von Medjugorje, organisiert Pilgerreisen dorthin und hält Vorträge über seine Umkehr.
Mit seinem Jugendfreund, Albrecht Graf Brandenstein-Zeppelin, gründete er im Oktober 1988 den Verein Medjugorje Deutschland und verlegt die Zeitschrift "medjugorje aktuell". Darüber hinaus engagiert er sich im Verein "Kirchen für den Osten", dessen Vorsitzender er ist, und er organisiert Fußwallfahrten durch ganz Europa. Zu Zeiten des Bosnienkrieges brachte er Hilfslieferungen ins Krisengebiet und rief einen Friedensmarsch ins Leben.

Wodurch erfuhr Ihr Leben diese nachhaltige Veränderung?
Hubert Liebherr: Der Unfall passierte 50 Meter von einer Kapelle entfernt. Erst ein Jahr später entdeckte ich diese und es zog mich immer wieder hinein. Ich begann mich wieder für Gott zu öffnen.


Mit Albrecht Graf Brandenstein-Zeppelin gründeten Sie den Verein Medjugorje Deutschland. Welche Ziele verfolgt er?
Ziel war es, vor allem Wallfahrten nach Medjugorje zu organisieren, zu begleiten und die Botschaften der Muttergottes zu leben und zu verbreiten. Viele Jugendliche und jung gebliebene Freunde von Medjugorje unterstützen seither die aus dem Verein hervorgegangene Arbeits- und Lebensgemeinschaft in Pfaffenhofen-Beuren. Neben der Organisation von jährlich zehn Bus- und Flugwallfahrten, bei denen wir circa 800 Pilger begleiten dürfen, führten wir viele Hilfstransporte nach Kroatien und Bosnien-Herzegowina durch.


Sie sind auch erster Vorsitzender des Vereins "Kirchen für den Osten". Was ist hier Ihre Aufgabe?
"Liebe überwindet Grenzen" - Nach diesem Grundsatz hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, den Menschen in Osteuropa und Mittelasien auf konkrete und unbürokratische Weise zu helfen. Wir verstehen unsere Arbeit als Beitrag zur Versöhnung der europäischen Völker christlicher Konfession und zum Aufbau eines geeinten, friedlichen Europas. Mit über 400 ehrenamtlichen Helfern aus dem ganzen Bundesgebiet, Österreich und der Schweiz haben wir bis heute 28 Kirchen in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion errichtet. Unsere vielfältigen Erfahrungen haben gezeigt, dass gerade ein Gotteshaus die Gemeinde neu belebt. Weiterhin sind wir sind am Aufbau von Ausbildungseinrichtungen für Jugendliche beteiligt, die einen grundlegenden und wesentlichen Baustein für einen neuen gesellschaftlichen Aufbau in den kommenden Jahren darstellen. Da ich selbst vor Ort viele Kirchen mit aufgebaut habe, kann ich bestätigen dass gerade eine Kirche für den Glauben eine entscheidende Rolle spielt. Dafür lohnt es sich, sich einzusetzen.


Wo halten Sie überall Vorträge?
Ich gehe überall dorthin, wohin ich eingeladen werde. Seit 1988 waren es circa 600 Vorträge im deutschsprachigen Raum und vereinzelt auch darüber hinaus.


Wie kam der Kontakt nach Wilhelmsthal zustande?
Der Kontakt kam durch Pilger zustande, die in den letzten Jahren Medjugorje besucht und sich dann beim Verein Medjugorje Deutschland e.V. gemeldet und einen Termin vereinbart haben.


Welche Reaktionen gibt es auf ihre Vorträge?
Die Menschen sind erstaunt über die Radikalität eines gelebten Glaubens und auch die Erkenntnis, dass der Himmel auch heute massiv ins Leben eingreifen kann und uns zeigt, was der wahre Sinn des Lebens ist, welches nicht mit dem Tod endet.

Wie sieht Ihr Leben heute aus?
Ich stehe im Dienst der Gottesmutter, leite den Verein Medjugorje Deutschland und begleite regelmäßig Pilger nach Medjugorje. Ich bin darüber hinaus unterwegs, um mein Lebenszeugnis zu geben. Seit einigen Jahren dürfen wir auch der verlängerte Arm des Informationszentrums von Medjugorje im deutschsprachigen Raum sein. Diese Aufgabe bedeutet eine neue Herausforderung und Verantwortung für den Verein, der ich mit meiner Leitung Sorge trage.


Vor dem Vortrag findet um 18.30 Uhr die Heilige Messe in der Pfarrkirche St. Josef Wilhelmsthal statt. Parkmöglichkeiten gibt es oberhalb der Kirche beziehungsweise oberhalb vom Friedhof. Weitere Infos zu Hubert Liebherr gibt es auch unter www.medjugorje.de.
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