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Gesundheit

Honig aus dem Frankenwald: Das Gold aus dem Glas

Der Pressiger Georg Pabstmann schätzt nicht nur den guten Geschmack des Honigs. Für ihn als Imker ist das Naturprodukt auch ein vielseitiges Heilmittel.
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Foto: weyo, adobe.stock
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Der goldgelbe Saft gleitet langsam vom Löffel ins Glas zurück. Der zähflüssige Faden zeichnet dort sein kunstvolles Muster, ehe er Sekunden später in der appetitlich duftenden Masse verschwindet. Schon das Hinschauen lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen, wenn Georg Pabstmann seinen Honig präsentiert. Doch bei diesem Leckerbissen geht es um viel mehr als einen Brotaufstrich.

"Mit fünf Jahren habe ich mein erstes Bienenvolk vom Papa bekommen", erinnert sich der heute 65-jährige Imker und Bienensachverständige aus Pressig. Seitdem ist er dem Hobby treu geblieben.

"Wenn man von Bienen hört, denkt man in erster Linie an Honig", sagt er. Dabei gebe es noch viele andere Stoffe aus dem Bienenstock, die für den Menschen eine Anwendung finden. Der in der Sonne golden glänzende Saft auf seinem Tisch ist aber natürlich das Markenzeichen der Imkerei.

Hochwertiges Produkt

Pabstmann erzählt von viel Arbeit für die Imker, die hinter einem Glas Honig steckt. Und davon, dass der reine deutsche Bienenhonig ein Qualitätsprodukt erster Güte sei. Immerhin wird seine Qualität auf 120 Parameter hin untersucht. Auf dieses Gütesiegel solle man beim Einkauf achten. Selbst wenn Honig aus anderen EU-Ländern oder gar von außerhalb der EU auch nur beigemischt sei, sei die Qualität des Produkts nicht mehr vergleichbar. Zu lax seien dort oft die Produktionsprozesse geregelt.

Doch in Pabstmanns Augen sind die Bienen die eigentlichen Hauptdarsteller. "Eine Biene muss viermal um die Erde fliegen - 160 000 Kilometer -, um ein Kilo Honig zu erzeugen. Sie besucht dafür ungefähr 15 Millionen Blüten." Das sind Zahlen, die dem Pressiger Respekt abverlangen.

Nicht umsonst zähle die Biene nach Rind und Schwein als das drittwichtigste Nutztier in unseren Breiten - und für manche sogar als die Nummer 1. Schließlich sei der Honig ja "nur ein Nebenprodukt" der Bienenarbeit. Im Kern drehe sich ihr Nutzen ja um die Bestäubung, ohne die unsere Natur ein anderes Gesicht hätte.

Doch warum ist der Honig nicht nur lecker, sondern auch gesund? Schon der Priester und Naturheilkundler Sebastian Kneipp († 1897) sagte: "Der Wert des Honigs liegt in seinem Charakter als Arzneimittel." Unterstrichen wird diese Aussage von den bis zu 180 natürlichen Substanzen und Inhaltsstoffen, die den Honig auszeichnen. Kalium, Natrium, Calcium, Phosphor, Eisen, Magnesium, Jod und Spurenelemente wirken sich zusammen mit Trauben- oder Fruchtzucker positiv auf den menschlichen Organismus aus. Darüber hinaus gilt der echte deutsche Honig als hochwertiges Naturprodukt, dass beim Genuss auch noch frische Energie für den Tag liefert.

Gute Erfahrungen gemacht

Pabstmann geht noch weiter. Er zeigt seine Hand, wo ein Weißdornstrauch am Vortag Spuren hinterlassen hat. "Da reibe ich nur Honig drauf. Der ist antibakteriell und beschleunigt gleichzeitig die Wundheilung", ist er überzeugt. Schon öfter hat er solche Kratzer damit versorgt. Seine Erkenntnis: "Das heilt dreimal so schnell wie normal." Auch bei kleineren Brandwunden oder Narben schwört er auf die Wirkung von Bienenprodukten.

Wie der 65-Jährige weiter erzählt, ist inzwischen eine entsprechende Therapieform im Kommen. Der Honig spielt dabei natürlich eine wesentliche Rolle. Gemeint ist die Apitherapie. 1999 wurde der Deutsche Apitherapiebund (DAB) in Passau gegründet, der das Wissen aus der Volksmedizin nach eigenen Angaben auf eine wissenschaftliche Basis stellen möchte. Von der Honigmassage bis zum Einsatz von antibiotisch wirkendem Propolis reicht das Spektrum der Therapiemöglichkeiten, wie aus einem Prospekt des DAB hervorgeht (siehe auch Artikel unten).

Allerdings ist nicht jede Begegnung des Menschen mit einer Biene erfreulich. Wer schon mal aus Versehen im Schwimmbad auf das Insekt getreten ist und seinen Stachel zu spüren bekommen hat, kann ein Lied davon singen.

Auch für diesen Fall hat der Imker einen Rat: "Die meisten Leute versuchen, den Stachel zu packen und ihn mit den Fingern herauszuziehen", weiß Pabstmann. Davon kann er nur abraten. Denn auf diese Weise werde die am Stachel hängende und weiter pumpende Giftblase noch schneller in die Wunde ausgedrückt. "Am besten den Fingernagel oder ein Hilfsmittel nehmen und den Stachel wegschaben", rät er deshalb. "Dann kommt nur minimal Gift in die Wunde."

Und wenn's danach doch noch etwas schmerzt, hilft als Trostpflaster bestimmt ein Löffel vom süßen Honig.

Wertvolle Produkte aus dem Bienenstock

Der Honig als Heilmittel und Energielieferant ist nur eines der Bienenprodukte, dem eine gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen wird. Hier in Kürze, welche Stoffe noch zur Anwendung gebracht werden.

Blütenpollen: Sie enthalten ein hohes Maß an biologischen Wirkstoffen. Alle 28 Mineralien, die im menschlichen Körper enthalten sind, kommen auch in den Pollen vor. Sie sind sehr lange haltbar. Propolis: Das Kittharz gilt als natürliches Antibiotikum, dass normalerweise die Bienen und ihre Brut vor Infektionen schützt. Der Propolis wird eine Stärkung des Immunsystems und eine beschleunigte Wundheilung zugeschrieben.

Gelee Royal: Der Futtersaft findet in der Naturheilkunde Anwendung. Er soll vitalisieren, erneuern und dem Alterungsprozess entgegenwirken.

Apilarnil: Diesem Stoff wird eine Steigerung des Wohlbefindens und eine Stärkung des Immunsystems zugeschrieben.

Bienengift: Schon die alten Ägypter verwendeten es bei Rheuma und Gelenkleiden. Es soll den Aufbau roter Blutkörperchen fördern, den Blutdruck senken sowie Herz, Kreislauf, Nervensystem und Muskeln stärken.

Wachs: Es wird in Cremes, Salben und Lotionen verwendet. Eine heilende Wirkung wird ihm bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich zugesprochen.

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