Es sollte für die Rennsteig-Region ein weiteres Leuchtturmprojekt werden. Das Konzept für die Wiederbelebung des ehemaligen Burghotels stand. Geschaffen werden sollte ein Hotel mit Wellnessbereich und Tagungsräumen. Ein Großrestaurant mit fränkischer Küche und ein zusätzliches Gourmetrestaurant mit fränkischer beziehungsweise mit einer schmackhaften und leichten Küche sollten keine kulinarischen Wünsche offen lassen. Eine Brennerei, für heimische Fruchtbrände sollte das Herzstück im Restaurant bilden. Die Auslegung der Zimmer sollte im Vier-Sterne-Bereich erfolgen. Bei der Umsetzung dieses Konzept sollte auch der Denkmalschutz berücksichtigt werden. Rund vier Millionen Euro war der interessierte Investor Bernd Holzmann bereit, in dieses Projekt zu investieren. Ein Architektenwettbewerb sollte ausgeschrieben werden.
Aber nun steht wohl alles vor dem Aus. Wie auf Anfrage von Bernd Holzmann zu erfahren war, konnte mit dem Besitzer der Burganlage, der Bayerischen Schlösserverwaltung, keine Einigung erzielt werden. Seit zwei Jahren seien Verhandlungen geführt worden, die bisher leider zu keinem Ergebnis geführt haben, so Holzmann.
Er könne als Unternehmer, der die wirtschaftliche Verantwortung trage, nicht hinnehmen, dass ein derartiges Projekt von Dritten geführt und im Wesentlichen bestimmt werde. Mit "Dritten" meint Holzmann die Schlösserverwaltung. Diese lehnte einen Verkauf des Burghotels ab. Vorgeschlagen wurde stattdessen ein Erbbaurechtsvertrag mit einer Laufzeit von 50 Jahren. Das bedeutet, dass der Rechtsnachfolger des Investors nach dieser Zeit das Burghotel an den jetzigen Eigentümer zurückgeben müsste.
Holzmann spricht auch von einem zu hohen Planungsrisiko. Rund 350 000 Euro müsste er in Planungen und Bodenuntersuchungen investieren. Die Schlösserverwaltung habe zwar signalisiert, dass sie sich im Falle eines Scheiterns mit 55 000 Euro an diesen Kosten beteiligen würde, dennoch sei ihm die Summe zu riskant. Außerdem könne er als Unternehmer die langen Bearbeitungszeiten nicht nachvollziehen. Auch könne er die von der Schlösserverwaltung vorgegebene Vorstellung zwecks Abschluss der Verhandlungen zum Ende April 2014 nicht akzeptieren, hatte er doch einen Baubeginn im Jahr 2013 im Visier. Die Wiedereröffnung des Hotels hätte in 2014 folgen können. Bis dato sei aber lediglich ein "Letter of Intent" sei zu Stande gekommen, eine Art Absichtserklärung, in dem sich die Schlösserverwaltung bereit erklärt, keine Verträge mit Dritten zu schließen, die dem Projekt entgegen stehen könnten.
Mittlerweile sind für Holzmann die unvorhersehbaren Risiken und zu erwartenden Schwierigkeiten unternehmerisch nicht zu vertreten. Auch habe er den Eindruck, dass die Schlösserverwaltung seine Bedingungen nicht akzeptieren könne beziehungsweise möchte.
Für den Marktrodacher, der auch die Kronacher Stadthotels und das Brauhaus "s'Antla" betreibt und noch 2012 in der Kreisstadt ein weiteres Internethotel eröffnen will, ist diese Entwicklung bedauerlich. Für ihn als "Frankenwäldler" hatte dieses Projekt in Lauenstein trotz dem damit verbundenen Risiko seinen Reiz. Dankbar ist er dem Ludwigsstädter Bürgermeister Timo Ehrhardt und Landrat Oswald Marr, die das Vorhaben tatkräftig mit unterstützt haben.
Der Liegenschaftsreferent der Bayerischen Schlösserverwaltung für Oberfranken, Wolfgang Eder, räumt ein, dass sich die Verhandlungen, nicht zuletzt wegen des Baudenkmalschutzes und der Modalitäten zwecks Erbbaurecht zäh gestaltet haben. Hinzu komme, dass auch der geplante Erweiterungsbau ins Bild der gesamten Burganlage passen müsste. Das Burghotel sei ein komplexes, langwieriges und zeitaufwendiges Thema, aber nicht aussichtslos. Eder zeigte sich vom möglichen Aus überrascht. Die Frage, ob die Schlösserverwaltung - falls sich kein Investor findet - in notwendige Sanierungsmaßnahmen für das Burghotel investiert, konnte er nicht beantworten.