Kronach
Politik

Hofmann soll Baumeisterin sein

Angela Hofmann ist die Bürgermeisterkandidatin der Kronacher CSU. Die 50-Jährige wurde am Donnerstagabend mit 98,4 Prozent der Stimmen nominiert.
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Angela Hofmann setzt sich schon mal den Bauhelm auf.  Foto: Veronika Schadeck
Angela Hofmann setzt sich schon mal den Bauhelm auf. Foto: Veronika Schadeck

62 stimmberechtigte Mitglieder waren in der Kühnlenzpassage anwesend. 61 davon votierten für Hofmann. Seit 74 Jahren ist die CSU im Kronacher Rathaus die stärkste Fraktion. Nun ist sie fest entschlossen, mit Angela Hofmann nach über 25 Jahren den Chefsessel zu erobern.

Langanhaltende Ovationen, eine strahlende Kandidatin, die voller Zuversicht in den Wahlkampf zieht: Angela Hofmann ist sich nicht nur der Unterstützung aller CSU-Haudegen gewiss, sondern auch der von Landrat Klaus Löffler, MdL Jürgen Baumgärtner und MdB Hans Michelbach. Alle sind überzeugt, dass die Kronacherin nach Jahren der Konsolidierung die richtige Kandidatin für einen Aufbruch in der Kreisstadt ist. Sogar der bayerische Ministerpräsident Markus Söder drückt ihr die Daumen - das erklärte er via Videobotschaft. Wenn es nach den CSU-Politgrößen geht, soll Angela Hofmann Baumeisterin von Kronach werden. Eigens dafür erhielt sich einen Bauhelm und einen Spaten.

Wirkte vor Beginn der Veranstaltung Angela Hofmann leicht angespannt, so war diese Phase schnell vorbei. Klar, deutlich und mit Leidenschaft in der Stimme sprach sie von ihren Zielen. Sie will im Stadtgebiet und in den Stadtteilen allen voran in Infrastrukturen investieren. "Ich will, dass die Bürger in Kronach gerne leben, studieren und einkaufen können."

Das Rathaus will sie zu einem Dienstleistungszentrum umfunktionieren. Sie will transparent arbeiten, die Bürger mitnehmen und sie auffordern, ihre Heimat zusammen mit der Politik zu gestalten. Und: "Leistung soll sich lohnen, auch will ich Eigentum schützen."

Dass sie der Aufgabe gewachsen ist, daran lässt sie keinen Zweifel: "Ich hatte zwölf Jahre lang Probezeit, ich habe mittlerweile das Ganze im Blick", so die CSU-Bürgermeisterkandidatin. Sie erinnerte damit an ihre Tätigkeit als Zweite Bürgermeisterin. Bei den vielen Veranstaltungen habe sie viele Kronacher kennen lernen dürfen und dabei festgestellt, dass die Bürger im kleinen Kreis sehr direkt ihre Anliegen zum Ausdruck bringen. Zum "Ganzen" gehören für Hofmann beispielsweise die Ansiedlung neuer Technologien, die ökologische und konventionelle Landwirtschaft, Forsten, Umwelt, Direktvermarktung, die medizinische Versorgung etc. Einen hohen Stellenwert wird bei ihr auch die Förderung des Ehrenamts einnehmen. Denn: "Ohne das Ehrenamt könnten wir uns unseren Lebensstandard nicht leisten."

Starke Bürgermeisterin gesucht

Kreisgeschäftsführer Bernd Liebhardt bezeichnete Hofmann als eine Person "mit Herz und Verstand". Für Landrat Klaus Löffler steht fest, dass ein starker Landkreis Kronach eine starke Kreisstadt als Lokomotive benötige. Deshalb braucht die Stadt eine starke Bürgermeisterin wie Angela Hofmann. "Sie ist ehrlich, fleißig und genießt in der Bevölkerung ein hohes Vertrauen." "So stelle ich mir die CSU im Frankenwald vor", zeigte sich Jürgen Baumgärtner über die Gestaltung der Nominierungsversammlung und den Zusammenhalt der Kronacher CSU begeistert.

Gezeigt wurde in der Versammlung ein Videoclip, in dem Kronach nicht nur von der schönsten Seite präsentiert wurde, sondern in dem sich CSU-Freunde aus dem gesamten Stadtgebiet für Angela Hofmann aussprachen.

Baumgärtner ließ keinen Zweifel daran, dass er sich auf eine Zusammenarbeit mit Hofmann als Rathauschefin freut. Er nannte einige Großprojekte wie beispielsweise eine Multifunktionshalle oder den Ausbau der Kreisstadt zur Studentenstadt. Und er freute sich, dass Helios nun bereit ist, 60 Millionen Euro in ihre Kronacher Klinik zu investieren. "Wir machen aus der Klinik ein Herzstück der Kronacher Gesundheitspolitik."

"Ich möchte Kronach mitgestalten, schöner machen und weiterentwickeln"

Angela Hofmann hat im Vorfeld ihrer Nominierung einige Fragen unter anderem über ihre Ziele beantwortet.

Warum stellen Sie sich als Bürgermeisterkandidatin der CSU zur Verfügung?

Ich möchte Kronach mitgestalten, schöner machen und weiterentwickeln. Kronach hat viel Potenzial und es gibt viele neue Aufgaben. Das motiviert mich. Zudem liegen mir die Kronacher Bürger sehr am Herzen.

Trauen Sie sich zu, die Kreisstadt zu führen?

Ja, ich habe die Arbeit in den letzten zwölf Jahren kennen gelernt. Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen. Im Bürgermeisteramt geht es darum zu vermitteln, Lösungen zu finden, um Projekt- und um Teamarbeit. Meine Auslandstätigkeiten in früheren Zeiten wie in Detroit/USA, Paris und Barcelona sowie meine beruflichen Erfahrungen sind dafür hilfreich.

Was ist das Reizvolle an der Kommunalpolitik?

Die Nähe zum Menschen und die Gestaltung des unmittelbaren Lebensraumes.

Welche Projekte liegen Ihnen besonders am Herzen?

Eine gute Infrastruktur, Sicherheit, Ordnung, die medizinische Versorgung, Jugendtreffs, Sportangebote, Nachtleben. Weiterhin liegt mir bezahlbarer Wohnraum und eine starke Wirtschaft am Herzen. Kronach ist eine starke Technologie-Region und ein modernes, leistungsfähiges Handwerks- und Dienstleistungszentrum. Dazu gehören auch eigene Wirtschaftskreisläufe und die Energieerzeugung, Biomasse und Sonne. Zudem sollen die Kronacher künftig Events in einer multifunktionalen und modernen Stadthalle feiern können. Auch möchte ich das Ehrenamt stärker honorieren und unterstützen. Zusammengefasst: Kronach soll sich modern und mit Charme präsentieren und Menschen anziehen.

Wie bereiten Sie sich auf den Wahlkampf vor?

Ich sehe die kommenden Wochen eher als eine Werbekampagne. Wir haben uns vor einem Jahr im CSU-Stadtverband neu aufgestellt. Wir arbeiten sehr gut und reibungsfrei zusammen. Wir sind ein starkes Team. Wir treffen uns regelmäßig und diskutieren über vieles, auch über die Kommunalwahl.

Sie sind ja eine "Loewe-Betroffene". Das bedeutet, Sie müssen sich auf der einen Seite als arbeitssuchend melden, auf der anderen Seite kandidieren Sie als Bürgermeisterkandidatin - geht das so einfach?

Nach der Stadtratswahl 2014 habe ich mich mit meiner Kandidatur auseinandergesetzt. Ich habe gespürt, dass mich die Partei mitträgt. Deshalb hatte ich mit meinem Arbeitgeber auch vereinbart, dass ich ab Januar 2020 unbezahlten Urlaub nehmen kann, um mich voll auf meine Kandidatur einlassen zu können. Nun wurde die Loewe-Belegschaft im Zuge der Insolvenz fast komplett freigestellt. Ich gehöre zu den 400 Betroffenen, die nun über die Bundesagentur für Arbeit zunächst aufgefangen wurden. Schwierigkeiten gibt es keine, denn es ist alles geregelt.

Sie wären ja, sollten Sie die Wahl für sich entscheiden können, die erste Frau auf dem Chefsessel im Rathaus. Wie stehen Sie zu der Frauenquote in der Politik?

Wahlentscheidend sollte das Vertrauen sein, dass einem entgegen gebracht wird - und da sollte es keine Rolle spielen, ob jemand ein Mann oder eine Frau ist.

Seit Jahren sind Sie nun mit Ihrem Lebenspartner Bernd Meusel zusammen. Bleibt in den nächsten Wochen noch eine gemeinsame Zeit?

Ja, ich hoffe es doch....(lacht dabei). Natürlich möchte ich noch ein klein wenig Zeit finden, um zusammen mit ihm in der Natur unterwegs zu sein. Denn solche Momente sind für mich Ausgleich und geben Kraft.

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