Kronach
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Neues Förderprogramm: Aussichten für Freibäder im Landkreis Kronach

Ein neues staatliches Förderprogramm soll im Landkreis Kronach bei der Sanierung einiger Bäder helfen. Viele davon sind schon seit längerer Zeit baufällig.
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Das Ludwigsstadter Freibad zählt zu den ältesten im Landkreis Kronach und weist einen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Es ist das einzige Freibad in der Rennsteigregion.  Foto: Veronika Schadeck
Das Ludwigsstadter Freibad zählt zu den ältesten im Landkreis Kronach und weist einen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Es ist das einzige Freibad in der Rennsteigregion. Foto: Veronika Schadeck

Die Freibäder im Landkreis Kronach sind alt geworden. Weil es keine staatliche Unterstützung gab, wurden Sanierungen hinausgezögert. Das soll sich nun ändern. Seit knapp zwei Wochen gibt es staatliche Sanierungshilfen. Für die nächsten sechs Jahre will der Freistaat Bayern die bayerischen Kommunen pro Jahr mit 20 Millionen Euro unterstützen. Der Fördersatz wurde mit 55 Prozent der förderfähigen Kosten festgelegt, bei einem "Regionalschwimmbad" gibt es gar 65 Prozent.

"Mein Ziel ist es, alle Freibäder in der Region zu erhalten", sagte der CSU-Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner auf Anfrage. Er weist darauf hin, dass die Richtlinien, nach denen künftig Fördergelder ausgezahlt werden, in den nächsten Wochen zwischen dem Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr sowie den kommunalen Spitzenverbänden noch erarbeitet werden müssten. Baumgärtner räumt auch ein, dass er nicht ganz zufrieden sei mit den Fördersätzen.

Bürgermeister Ludwigsstadt: Warten auf bayerisches Förderprogramm

"Wir haben auf das bayerische Förderprogramm gewartet", freut sich der Ludwigsstädter Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD). Und in diesem Zusammenhang dankt er Baumgärtner für dessen Einsatz. "Sobald die Richtlinien feststehen, können wir loslegen." Er weist darauf hin, dass die Stadt bereits vor zwei Jahren eine Machbarkeitsstudie habe erstellen lassen, um schnell reagieren zu können. "Wir wollen diese Chance ergreifen. Es sind bereits Details ausgearbeitet", sagte Ehrhardt. Die Frage wird sein, ob man sich bei der Sanierung des Freibads auf das Notwendigste oder auf das Sinnvollste verständigt. Die Kostenschätzungen bewegen sich demnach zwischen zwei und vier Millionen Euro. Auch werde ein Ersatzneubau nicht ausgeschlossen, der allerdings Kosten in Höhe von sechs Millionen Euro verursachen würde. "Wir müssen alles abwägen und auch die Folgekosten beachten."

Das Ludwigsstadter Freibad zählt mit zu den ältesten Bädern im Landkreis. Es ist das einzige Freibad in der gesamten fränkischen Rennsteig-Region und wird auch als Lehrschwimmbecken genutzt. Deshalb ist der Bürgermeister zuversichtlich, dass diese Einrichtung als "Regionalschwimmbad" von den Fördergebern anerkannt wird. Er verweist auch auf Gespräche mit den weiteren fünf Gemeinden der Arbeitsgemeinschaft Rennsteig (ARGE) und auf ein entsprechend verfasstes Papier.

"Es wurde ein guter Vorstoß gemacht", betonte der Steinwiesener Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU). In seiner Gemeinde sind das Schwimmbecken und die dazugehörende Technik über 40 Jahre alt. Wunder spricht von geschätzten Sanierungskosten in Höhe von rund zwei Millionen Euro. Sobald die Förderrichtlinien feststehen, soll ein Fachplaner eingesetzt werden, der sich detailliert mit einem Sanierungskonzept und mit möglichen Einsparmöglichkeiten zwecks Unterhaltskosten befasst.

Kein Regionalbad im Rodachtal

Sowohl Wunder als auch seine Kollegen aus Wallenfels (Jens Korn) und Marktrodach (Norbert Gräbner) halten die Realisierung eines "Regionalschwimmbads" im Rodachtal für schwierig. Schon alleine die Standortfrage für ein gemeinsames Schwimmbad im Rodachtal sehe er als ein Problem an, sagte Wunder. Sicherlich, so Jens Korn, arbeite das Rodachtal auf vielen Ebenen sehr gut zusammen. Fakt sei aber auch, dass jede der vier Kommunen am eigenen Schwimmbad festhalten wird. "Ein Schwimmbad ist eine wichtige Einrichtung, und wir sind stolz darauf."

Das Schwimmbad bezeichnet Korn als eine "weiche Infrastruktureinrichtung", die zur Steigerung der Lebensqualität beiträgt. In Wallenfels komme hinzu, dass das Freibad an den Zeltplatz angrenzt. Die Stadt, so erklärte Korn weiter, hat bezüglich Sanierung und Modernisierung bereits eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Sobald die Richtlinien feststehen, werde der Förderantrag gestellt.

Auch die Marktrodacher wollen handeln. In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde pro Jahr etwa 40 000 Euro Haushaltsmittel für Verschönerungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt, um das "Rodach Beach" attraktiver zu gestalten, erklärte Gräbner bei einer Ortsbegehung. Jetzt solle eine Machbarkeitsstudie bezüglich einer Gesamtgestaltung erstellt werden. Dringend sanierungsbedürftig sei der Beckenkopf am Schwimmbad, sagte Gräbner. Die dafür erforderliche Million an Investitionskosten könnte die Gemeinde nur mit Hilfe von Fördermitteln stemmen. "Wir hoffen, dass wir in dieses Förderverfahren kommen."

Förderprogramm wohl keine Option für Stadt Kronach

"Wir werden das Förderprogramm wahrscheinlich nicht nutzen können", erklärte hingegen die Zweite Bürgermeisterin der Stadt Kronach, Angela Hofmann. Sie spricht davon, dass bei 500 Freibädern bayernweit und bei Fördergeldern in Höhe von insgesamt 120 Millionen Euro nicht alle Kommunen in den Genuss von Fördermitteln kommen würden. Wie bereits berichtet, hat sich am 50 Jahre alten "Crana Mare" ein millionenschwerer Sanierungsstau gebildet. Für Hofmann hat vorerst die Gründung eines Zweckverbands mit dem Landkreis Priorität. Ziel sei es, die Sanierung des "Crana Mare" gemeinsam mit dem Landkreis in Angriff zu nehmen und das Lehrschwimmbecken, das sich bisher an der Realschule I befindet, zu integrieren. Ein entsprechender Beschluss wurde im Stadtrat gefasst, vom Landkreis habe sie mündlich ein positives Signal bekommen.

Bis zum Vertrag müssten allerdings noch viele Details geklärt werden, beispielsweise bezüglich des Verteilungsschlüssels hinsichtlich der Sanierungs- und späteren Unterhaltungskosten. Da gebe es noch erheblichen Diskussionsbedarf. Zudem sei natürlich auch ein entsprechender Beschluss des Kreistags notwendig.

Als nächster Schritt stehe nun eine Machbarkeitsstudie an, die die Stadt in Auftrag geben will und in der der Investitionsbedarf ermittelt werden soll.

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