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Kronach
Friedhof

Historisches Kirchlein hat wieder Glanz

Die St.-Nikolaus-Kapelle erfährt eine Innen- und Außensanierung. Die Arbeiten für den Außenbereich konnten kürzlich abgeschlossen werden.
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Dipl.-Ingenieur (FH) Thomas Beierwaltes (li.) und Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber vor den beiden sanierten filigranen MaßwerkenHeike Schülein
Dipl.-Ingenieur (FH) Thomas Beierwaltes (li.) und Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber vor den beiden sanierten filigranen MaßwerkenHeike Schülein
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Das kleine Kirchlein draußen beim Friedhof nimmt sich bescheiden und anspruchslos aus. Dabei ist es ein beachtenswertes Stück großartiger Baukunst. Erbaut im gotischen Stil, wurde die erstmals 1398 urkundlich erwähnte Kapelle in der Barockzeit und Renaissance verändert.

Das Gebäude hat vier wesentliche Bauteile: das Langhaus, den Chor, die Sakristei beziehungsweise das ehemalige Beinhaus sowie Dachreiter. Aufgrund von Rissen in den Außenwänden untersuchte das Ingenieurbüro Johann Müller (Büro für angewandte Denkmalpflege) im Auftrag der katholischen Pfarrei Kronach das Mauerwerk. "Im Bereich der Außenwände waren zum Teil starke Risse zu erkennen", erläutert Thomas Beierwaltes vom Büro Müller Architekten GmbH. Die Wände des Langhauses hatten insbesondere auf der Nordseite im Anschlussbereich zum Westgiebel stärkere Risse, die auch einen Einfluss auf die Standsicherheit des Gebäudes haben. Der Putz war in Teilflächen geschädigt. Keine nennenswerten Schäden waren dagegen im Bereich des Chores zu erkennen, nachdem eine Wand erst in jüngerer Zeit verputzt und gestrichen worden war.

Die Wände des ehemaligen Beinhauses (Sakristei) wiesen aufgrund von früheren Umbauten zahlreiche Nahtstellen und Risse auf. Sanierungsmaßnahmen waren eine steinmetzmäßige Überarbeitung des Gebäudesockels, die Vernadelung und das Verpressen der Risse mit Spiralanker sowie die kraftschlüssige Anbindung des Mauerwerks im Bereich Beinhaus an den Chor.

Interessant dabei ist, so Thomas Beierwaltes, dass in die Wände des Beinhauses teilweise zweitverwertete Steine eingebaut wurden. So wurden im Sockelbereich zwei außergewöhnlich schöne Maßwerke - nach Meinung des ausführenden Steinmetz-Meisters etwa 1000 Jahre alt - freigelegt, und an der Wandseite wurde ein Bruchstück eines Türsturzes gefunden, auf dem die Jahreszahl 1548 erkennbar ist. Während bei der Fassadeninstandsetzung der Außenputz der Sakristei erneuert wurde, sind beim Langhaus und Chor nur partiell Putzflächen überarbeitet worden.

Bei der Sanierung wurden auch die Dächer der Friedhofskapelle instandgesetzt. Im Bereich des ehemaligen Beinhauses wurde aus statischen Gründen eine aussteifende Deckenscheibe eingebaut. Hinzu kamen zimmermannsmäßige Reparaturen des Dachtragwerks.

Zwecks Inaugenscheinnahme der vorhandenen Dachkonstruktion war zuvor eine Öffnung im Inneren der Sakristei hergestellt worden, um den Dachraum begutachten zu können. Hier offenbarte sich ein etwas größerer Schaden im Bereich des Gesimses, der durch das Ersetzen der schadhaften Stellen durch neue Querschnitte repariert wurde. Das Alter des Dachtragwerks des Sakristei-Anbaus /Beinhauses wurde ebenfalls untersucht. Die dendrochronologische Untersuchung ergab, dass die Hölzer im Winter 1713/1714 geschlagen worden waren.

Im Bereich Beinhaus wurde die komplette Dacheindeckung inklusive Verblechungen erneuert, während die Schadstellen der Dächer vom Langhaus und Chor handwerklich repariert werden konnten. Der Westgiebel wurde mit Naturschiefer verkleidet, um diesen besser gegen Witterungseinflüsse zu schützen. Über dem Eingang wartet eine Mauernische noch auf das Wiedereinsetzen einer Nikolausfigur, welche derzeit restauriert wird.

Während die Maßnahmen im Innenbereich im Frühjahr 2020 beginnen, konnten die seit Juli dieses Jahres laufenden Außenarbeiten nunmehr abgeschlossen werden. Mit dem Ergebnis der Außen-Sanierung zeigt sich die Katholische Kirchenverwaltung Kronach sehr zufrieden. Durch den Einbau von Drainagen hoffe man, das Problem von eindringendem Wasser in den Griff zu bekommen.

"Ich bin sehr froh, dass wir diese Maßnahme nun realisieren konnten", freut sich Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber. Dankbar zeigt er sich gegenüber der Erzdiözese Bamberg, dem Landkreis Kronach sowie dem Denkmalamt für die gewährten Zuschüsse der mit insgesamt rund 330 000 Euro für die Außen- und Innensanierung veranschlagten Maßnahme. Dennoch verbleibe ein hoher Eigenanteil für die örtliche Katholische Kirchenstiftung. Für jegliche Spenden wäre man deshalb sehr dankbar.

Das Spendenkonto der katholischen Kirchenstiftung Kronach lautet: IBAN DE90 7715 0000 0240 0020 14, BIC: BYLADEM1KUB.

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