Marktrodach
Marktgemeinderat

Hirtensteg soll wieder genutzt werden

Das Gremium sprach sich einstimmig für die Errichtung eines Fuß- und Radwegs aus. Über 150 Bürger hatten dies beantragt.
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Seit Ende Januar ist der Hirtensteg für alle gesperrt. Das erhitzte die Gemüter. Künftig soll nun diese Querung als Rad- und Fußweg genutzt werden können. Foto: Veronika Schadeck
Seit Ende Januar ist der Hirtensteg für alle gesperrt. Das erhitzte die Gemüter. Künftig soll nun diese Querung als Rad- und Fußweg genutzt werden können. Foto: Veronika Schadeck

Ein Aufatmen unter den Zuhörern, Kritik und Applaus für den Bürgermeister. Das gab es am Montagabend bei der Gemeinderatssitzung. Es ging um den Hirtensteg. Dieser soll künftig als Rad- und Gehweg genutzt werden können.

Wie berichtet, wurde der Hirtensteg nach einer Brückenprüfung durch das Kronacher Büro IVS Ende Januar 2019 geschlossen. Bei der Prüfung war festgestellt worden, dass der Hirtensteg Schädigungen bei den Konstruktionsteilen und Fahrbahnbefestigungen aufweist. Es wurden Einbrüche selbst bei Fußgängerbelastungen nicht ausgeschlossen.

Anfang Februar sprach der Anlieger Günther Pohl in der Sitzung von einem unakzeptablen Zustand. Der Hirtensteg werde stark frequentiert. Mütter und Senioren nutzen diesen, um zum Kindergarten beziehungsweise zur Arztpraxis zu gelangen. Und er meinte damals: "Mit der Sperrung habt ihr das ganze untere Dorf abgeschottet!". Ende Februar wurde in der Gemeinderatssitzung eine emotionale Diskussion um den Hirtensteig geführt. Darauf hin wurde der Beschluss gefasst, verschiedene Varianten - darunter auch die Möglichkeit zur Befahrung des Stegs - untersuchen zu lassen.

Nutzung trotz Verbots

Günther Pohl fragte nun nach dem aktuellen Stand. Vier Monate seien vergangen, es habe sich trotz mehrmaliger Anfragen nichts bewegt. "Es ist ein Unding, was hier abgeht!". Er sprach davon, dass Bürger trotz der Sperrung den Hirtensteg überqueren. Mittlerweile seien auch einige Unfälle passiert.

Den Vorwurf der Untätigkeit wies Bürgermeister Norbert Gräbner (parteilos) zurück. Er habe ein Ingenieurbüro mit den Untersuchungen, auch bezüglich einer Befahrbarkeit, beauftragt. Er sprach davon, dass die Büros derzeit an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt seien. Die Bauamtsleiterin Katja Wich ergänzte: "Eine Prüfung verschiedener Varianten nimmt viel Zeit in Anspruch!"

Mittlerweile liegen dem Bürgermeister 152 Unterschriften vor, in denen sich die Bürger für eine Nutzung des Hirtenstegs als Rad- und Gehweg aussprachen. Eine Befahrbarkeit von Pkws sollte ausgeschlossen werden. "Es ist uns wichtig, dass kein Auto mehr über den Hirtensteg fährt!", so Alexander Kleylein-Sohn.

Bezuschussung ist gewährleister

"Es geht um die Sicherheit unserer Kinder - ich habe ein richtig gutes Bauchgefühl dabei!", meinte Gräbner voller Begeisterung und erntete dafür Applaus. Oliver Skall (SPD) fragte, wie es denn im Winter mit der Räum- und Streupflicht sei. Ohne eine gewisse Stegbreite käme ja kein Fahrzeug durch. Notfalls müsse der Steg eben per Hand vom Schnee befreit werden, so Wich.

Ohne Gegenstimme beschloss das Gremium die Errichtung eines Rad- und Gehwegs als Ersatz für den Hirtensteg. Dies wird im Rahmen der Städtebauförderung auch bezuschusst. Die Maßnahme soll so schnell als möglich durchgeführt werden.

Dass Sanierungen von Gebäuden oftmals mit Mehrkosten verbunden sind, wurde beim Antrag der Kirchengemeinde Unterrodach auf Erhöhung des gemeindlichen Zuschusses zur Generalsanierung der Kindertagesstätte "Unterm Regenbogen" deutlich.

Kosten überschritten

Georg Neubauer von Müller Architekten erklärte dem Gremium, dass oftmals bei Sanierungen Mängel auftreten, an die vorher keiner denkt und die auch nicht vorhersehbar seien. Er begründete die Mehrkosten ausführlich. Während die Kostenschätzung im Jahre 2016 bei 697 000 Euro lag, kam nun eine tatsächliche Investitionssumme in Höhe von 823 000 Euro zustande.

Die Evangelische Kirchengemeinde stellte nun den Antrag an die Gemeinde, diese Mehrkosten anteilmäßig zu übernehmen. Sie bat daher das Gremium, neben der Zusage einer Kostenübernahme von 25 000 Euro diese um weitere 40 000 Euro aufzustocken, was einstimmig bewilligt wurde. Denn, so Gräbner: "Es geht um die Zukunft unserer Kinder und somit auch um unsere Gemeinde!"

In der Bürgerfragestunde regte Julia Köstner an, den Spielplatz in Oberrodach aufzuwerten. Einige Spielgeräte seien in die Jahre gekommen, im Sandbereich sollte ein Sonnenschutz abgebracht werden. Zudem wäre eine Ruhebank sinnvoll. Sie wies darauf hin, dass die Landjugend nicht abgeneigt sei, sich bei diesem Projekt mit einzubringen. "Wir werden das aufgreifen!", so Gräbner, der sich für die Initiative bedankte. Michael Tiemann wies darauf hin, dass sich der Flößerverein bei der Modernisierung des Flößermuseums mit einbringen wird.

Helmut Wich-Heiter (SPD) sprach davon, dass er von Bürgern angesprochen wurde, die Handlungsbedarf beim Steigla-Fußweg sehen. Vor allem die Treppenanlage müsste erneuert werden.

Der Gemeinderat in Kürze

Bewilligt wurde das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Dieses wird in den kommenden Tagen der Bevölkerung vorgestellt. ISEK wurde von der Städtebauförderung mit 54 900 Euro gefördert. Die Gesamtkosten betragen 55 577 Euro.

Weiterhin stimmte der Marktgemeindrat der Vereinbarung zur Vorbereitungsplanung zur Dorferneuerung Zeyern zu. Im Haushalt 2019/20 sollen die entsprechenden Mittel eingestellt werden.

Einig war sich das Gremium auch, zum Schuljahr 2020 einen Auszubildenden für die Allgemeine Verwaltung einzustellen.

Einverstanden war das Gremium mit der beantragten Nutzungsänderung für das Gebäude des ehemaligen Rewe-Marktes im Gewerbegebiet Gries zu einer Filiale des Dänischen Bettenlagers..

Zustimmung gab es auch zum Neubau eines Einfamilienwohnhauses durch Linda-Maria Goller im Baugebiet Angersiedlung in Seibelsdorf, zur Errichtung einer Gerätehütte in Seibelsdorf durch Dietmar Regel und zur Verlängerung der Baugenehmigung für das Bauvorhaben Kulmbacher Straße 3 durch Michael Birke.

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