Ludwigsstadt
Politik

Herrmann: Polizei soll in Ludwigsstadt bleiben

Der bayerische Innenminister gab beim Treffen mit Thüringens Ministerpräsident Ramelow in Ludwigsstadt ein Bekenntnis zur örtlichen Inspektion ab.
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Ludwigsstadt hat mit die kleinste Polizeiinspektion in Bayern. Foto: Veronika Schadeck
Ludwigsstadt hat mit die kleinste Polizeiinspektion in Bayern. Foto: Veronika Schadeck

Beim Besuch des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann und des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow am Dienstagabend im Rathaus von Ludwigsstadt bekundeten beide Politiker, die Zusammenarbeit länderübergreifend intensivieren zu wollen. Die Spitzenpolitiker waren zu den Feierlichkeiten anlässlich 30 Jahre Grenzöffnung am Falkenstein gekommen. Sowohl Bürgermeister Timo Ehrhardt als auch Landrat Klaus Löffler nutzten die Gelegenheit, um sich bei Herrmann für die Fördergelder aus München zu bedanken.

Folgte man den Reden von Herrmann und Ramelow, so ging es darum, Restmauern zu überwinden, Gemeinsames zu forcieren und den Blick nach vorn zu richten. Lobend wurde die Zusammenarbeit zwischen Ludwigsstadt und Probstzella erwähnt. Bürgermeister Timo Ehrhardt wies darauf hin, dass beide Gemeinden im Feuerwehrwesen und bei Anschaffungen in den Bauhöfen zusammenarbeiten.

Verbindendes im Mittelpunkt

Ramelow und Herrmann sehen es mit als ihre Aufgabe an, die Chancen der Wiedervereinigung zusammen mit den Lokalpolitikern und den Menschen zu nutzen und die ehemaligen Grenzregionen zu unterstützen. Das Gemeinsame und Verbindende sollte dabei im Mittelpunkt stehen.

Hermann sprach nicht nur von Unterstützung in Infrastrukturen, sondern auch von der Entwicklung neuer Technologien.

Der bayerische Innenminister kam schließlich einer Bitte von Bürgermeister Timo Ehrhardt nach, als er betonte: "Ich setze mich dafür ein, dass die kleine Polizeiinspektion Ludwigsstadt erhalten bleibt!" Aber: "Eine Grenzpolizei richten wir nicht wieder ein!"

Damit erinnerte er an die Zeit der Mauer, als Polizeibeamte in Ludwigsstadt und in Probstzella das Leben an der Grenze beobachteten. Er und auch Ramelow sahen beispielsweise im touristischen Bereich eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit als sinnvoll an. Die Region habe eine lange und gemeinsame Geschichte, jetzt gehe es um eine gemeinsame Zukunft. "Der Tourist denkt nicht in Verwaltungsgrenzen, sondern in Landschaften!" meinte Herrmann.

Ramelow erinnerte an den Tag der Franken in Neustadt. Er habe damals eine gemeinsame Kultur zwischen den Franken und den Thüringern erkannt, die vergessen schien. Und diese Kulturen gelte es, zu stärken. Er sicherte den Anwesenden zu: "Wir fördern auf thüringischer Seite das Zusammenwachsen!"

Eine klare Absage gab es an "klug... Professoren", die immer zu Investitionen in Städten und Ballungsgebieten raten. Ihm sei bewusst, wie wertvoll die ländlichen Räume seien. Eine Herausforderung sah Ramelow darin, Beamte dazu zu bringen, über den Tellerrand hinauszublicken. Außerdem stand für ihn fest: "Wir bringen die Region um den Rennsteig nur gemeinsam nach vorn!"

Ramelow sprach von geschichtsträchtigen Markenzeichen, wie die Thüringer Warte, die einst Politiker wie Herbert Wehner oder Heinrich Lübke besuchten oder vom Unternehmer Franz Itting, der mit seiner Elektrifizierung die Region weit nach vorne brachte. Paradox sei, dass dieser Pionier während der Nazizeit als Kommunist und von den Sowjets als brauner Kapitalist bezeichnet wurde und somit in die Tretmühle politischer Systeme kam.

Durchaus könne man die solche Wahrzeichen, Geschehnisse und auch die Region gemeinsam vermarkten.

Die anwesenden Fraktionsvorsitzenden und Kommunalpolitiker hörten solche Worte gern. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Richard Rauh, meinte flüsternd: "Wir werden die beiden an ihre Versprechungen zur Stärkung des ländlichen Raums erinnern."

Erstmals eine Chefin

Und was die Polizeiinspektion Ludwigsstadt betrifft. Diese wird nach dem Dienstwechsel von Markus Löffler nach Kronach derzeit kommissarisch von Stefan Höhne geleitet. Ab 1. Dezember bekommen die Beamten zum ersten Mal aller Wahrscheinlichkeit nach mit Antje Dütthorn eine Frau als Chefin, so war aus der PI Ludwigsstadt und von Alexander Czech, Pressesprecher des Präsidialbüros Oberfranken, zu hören.

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