Kronach
THW

Helfen als Ausgleich zum Alltag

Junge Helfer-Anwärter des Technischen Hilfswerks Kronach absolvierten im Rahmen ihrer Grundausbildung einen Tag rund ums Wasser.
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Mit der richtigen Hose wird man  beim Einsatz im Wasser nicht nass.THW-Jugend
Mit der richtigen Hose wird man beim Einsatz im Wasser nicht nass.THW-Jugend
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Am Samstag absolvierten Helfer-Anwärter des THW-Ortsverbands Kronach den Lernbereich "Arbeiten in und am Wasser". Die Grundausbildung ist die erste Ausbildungsstufe im THW. Interessierte ab 17 Jahren können sich für die im September beginnende Grundausbildung melden.

Die Grundausbildung gliedert sich in elf Themenbereiche mit jeweils theoretischen und praktischen Anteilen. "Mit der Grundausbildung erhalten die Helfer und Helferinnen ihre Einsatzbefähigung. Erst mit Abschluss dieser Grundausbildung ist eine aktive Beteiligung als Einsatzkraft möglich",erklärt Ausbildungsbeauftragter Frank Schuberth.

Nach Abschluss der Grundausbildung gehen die Helfer in die Einheit und damit in den aktiven Dienst über. Die Auswahl der Einheit erfolgt dabei insbesondere nach den Vorlieben und Fähigkeiten des Helfers. Bei "Arbeiten in und am Wasser" geht es um das richtige und sichere Verhalten an Gewässern, die Kenntnisse über dort mögliche Gefahrensituationen ebenso wie deren Vermeidung.


Pumpen, Schläuche, Sandsäcke

Die Helferanwärter und eine Helferanwärterin fuhren hierfür mit ihren Ausbildern sowie Gruppenführer Christoph Kapler zum Gewässer auf dem LGS-Gelände. Hier konnten sie unter anderem den sicheren und richtigen Umgang mit Pumpen einüben, Druckschläuche verlegen sowie das richtige Füllen und Verlegen von Sandsäcken erlernen, um damit für Hochwassereinsätze wie auch für die Personenrettung vorbereitet zu sein. An der Übung beteiligten sich zehn Helferanwärter sowie mit Leah Geuther die einzige Helferanwärterin. Dabei waren auch vier zukünftige Helferanwärter,die an der nächsten Grundausbildung im September teilnehmen und an dem Tag schon einmal etwas hinein schnuppern konnten.


Zusammenhalt überzeugt

Drei der angehenden THW-Helfer erzählen, warum sie die Grundausbildung absolvieren beziehungsweise warum sie sich im THW engagieren. Das Hobby THW ist für mich zur Leidenschaft geworden", schwärmt Leah Geuther aus Steinwiesen. Neben ihrem Bedürfnis, Menschen helfen zu können, schätzt die 24-Jährige insbesondere die Kameradschaft und den Zusammenhalt untereinander. Zum THW kam sie über einen Freund, der ebenfalls dabei ist. Sie habe zwei oder drei Mal reingeschnuppert, was ihr gleich gefallen habe. "Nun bin ich voller Leidenschaft dabei", sagt die junge Mutter einer fünfjährigen Tochter.

"Man kann dabei so sein, wie man ist - und man wird so anerkannt. Die Ausbildung hat auch dazu beigetragen, dass ich selbstbewusster geworden bin", sagt Leah, die derzeit ein Anerkennungsjahr als Erzieherin absolviert. Zudem sei die Arbeit im THW für sie der beste Ausgleich zum stressigen Alltag. "Wenn ich zum THW gehe, ist mein Kopf voll von der Arbeit. Dann gehe ich durch das Tor und ich schalte für diese Zeit komplett ab", verrät Leah, die nach ihrer Grundausbildung in die Bergungsgruppe 1 möchte. Diese rettet Menschen und Tiere und birgt Sachwerte aus Gefahrenlagen, führt Sicherungsarbeiten an Schadenstellen durch, übernimmt leichte Räumarbeiten und richtet Wege und Übergänge her.


Interesse an Technik

Ebenfalls für diese Gruppe hat sich Sebastian Steinert aus Mitwitz entschieden. Der 17-Jährige ist seit Juni 2013 im THW. "Es gibt nichts Besseres zum Alltagsausgleich", sagt auch er. Der Auszubildende zum Kfz-Mechatroniker hat sich schon immer für alles Technische interessiert. Auf den THW-Ortsverband wurde er bei der Einweihung der neuen Unterkunft "Im Eichicht" im Jahr 2013 aufmerksam. Damals führte die Jugend verschiedene Übungen vor. Das wollte ich auch können - und jetzt mache ich das megagern",strahlt er. So eine Super-Gemeinschaft und eine solchen Zusammenhalt finde man selten.

So gehe man beispielsweise auch einmal zusammen bowlen oder verbringe seine Freizeit gemeinsam. Die Ausbildungsinhalte seien zu schaffen, wenn man sich dafür interessiere. "Man muss halt lernen und aufpassen", erklärt er. Für beide steht - gemeinsam mit allen weiteren Anwärtern - am 23. Juni die Abschlussprüfung an, die für den gesamten THW-Geschäftsstellenbereich heuer im Kronacher Ortsverband stattfindet.


Voller Vorfreude

Die Grundausbildung können Jugendliche ab einem Mindestalter von 17 Jahren machen. Für Jonas Hofacker geht es im September los. Der 16-Jährige nutzte den Samstag, um schon einmal den Lerninhalt "Arbeiten in und am Wasser" etwas kennenzulernen. Dass er zum THW geht, war für den Lauenhainer schon immer klar, zumal auch sein Vater aktiver Helfer war. Nachdem Jonas zunächst mit seiner Familie woanders wohnte und den dortigen Ortsverbänden angehörte,trat er gleich nach den Umzug in den Landkreis dem THW Kronach bei. "Das begeistert mich einfach. Ich bin schon ganz neugierig und freue mich total auf meine Ausbildung, um dann richtig mithelfen und meine Kameradenunterstützen zu können", sprudelt es nur so aus ihm heraus.

Für die Grundausbildung wie auch für die Mitgliedschaft in der THW-Jugend fallen keine Kosten an. Interessierte für die im September beginnende Grundausbildung melden sich bitte beim Ausbildungsbeauftragten Frank Schuberth im Ortsverband Kronach. Man freut sich über jeden neuen Teilnehmer wie auch natürlich über jedes neue Mitglied in der THW-Jugend.


THW-Jugend in Kronach

Unter dem Motto "Spielend Helfen Lernen" können Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 18 Jahren in der THW-Jugend Mitglied werden. Interessierte Jugendliche, die technisch interessiert sind und dabei auch gute Freunde finden möchten, können sich gerne melden. Neben der Ausbildung wird dabei auch großer Wert auf allgemeine Jugendarbeit gelegt. Unternehmungen mit der Jugend werden ebenfalls durchgeführt - so auch interessanten Fahrten. Herzlich willkommen sind natürlich auch Kinder mit Migrationshintergrund - als wohl beste Form der Integration.

Der Kronacher Ortsverband hat seine Geburtsstunde am 15. September 1953. Männer, die den Idealismus des Zivil- und Katastrophenschutzes in sich trugen, begannen an jenem Tag ihre Arbeit aufzunehmen und den Ortsverband zu gründen.


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