Kronach
Stadtrat

Haushalt Kronach: Vorsicht, aber kein Stillstand

Die Stadt Kronach beschloss am Montag ihren Haushalt. Die Maßgabe: spürbare Verbesserungen für die Bürger erreichen, ohne finanzielle Abenteuer einzugehen.
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Die Festungsstraße und die Sanierung der Festung waren und sind wichtige Bausteine der Kronacher Haushaltspolitik. Foto: Marco Meißner
Die Festungsstraße und die Sanierung der Festung waren und sind wichtige Bausteine der Kronacher Haushaltspolitik. Foto: Marco Meißner

63 Millionen Euro Schulden - von diesem Höchststand aus dem Jahr 2006 ist die Stadt Kronach heute meilenweit entfernt. Am Ende des Jahres sollen nur noch 21,9 Millionen davon übrig sein. Ein Abbau um über 65 Prozent. Trotz dieser Entwicklung und eines "zuversichtlichen Blicks in die Zukunft" machte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) in der Stadtratssitzung am Montag eines klar: "Die Reduzierung des Schuldenstands ist kein Freifahrtschein für sorgenloses Geldausgeben."

Sinkende Schlüsselzuweisungen (minus 40 Prozent zum Vorjahr), über eine Million Euro weniger Gewerbesteuer-Einnahmen und über eine Million Euro mehr Ausgaben für die Kreisumlage, damit nannte das Stadtoberhaupt drei Eckpunkte im einstimmig verabschiedeten Haushalt; diese führen dazu, dass es 2019 nicht gelingen wird, die jährlichen Kredittilgungsbeträge von circa 1,5 Millionen Euro vollständig zu erwirtschaften. Trotz der verbesserten Haushaltslage müsse daher weiterhin mit Fingerspitzengefühl geplant und die Kostenentwicklung im Auge behalten werden.

Akzente setzen

Das solle aber nicht heißen, dass die Stadt still stehe. Selbst in der Zeit des massiven Schuldenabbaus sei in die Infrastruktur investiert worden, und auch der Haushalt 2019 werde Akzente setzen.

"Ein Schwerpunkt der Investitionen der nächsten Jahre muss im Bereich der innerörtlichen Straßen liegen", stellte Beiergrößlein fest. Lange habe die inzwischen abgeschaffte Straßenausbaubeitragssatzung der Stadt die Hände gebunden. "Jetzt müssen die Projekte beherzt angegangen werden." Erste Sanierungsmaßnahmen von der Prioritätenliste sollen heuer noch abgearbeitet werden. "Auch das leidige Thema der Festungsstraße konnte heuer zu einem guten Ende geführt werden."

Einen klaren Weg hin zu zeitgemäßen Einrichtungen versprach der Bürgermeister mit Blick auf die Kinderbetreuung. Investitionsschwerpunkte lägen hier in Gundelsdorf (Kindergarten, Kinderkrippe und Großtagespflege), Gehülz, Kronach-Seelmannstraße sowie Kronach-Rosenbergstraße. Vorarbeiten laufen für die Einrichtungen in Dörfles, Fischbach, Neuses sowie den Kinderhort Kronach.

Die energetische Sanierung des Rathauses kann zu Ende geführt werden. Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in der Kreisstadt wird im Kostenrahmen abgeschlossen. Für Kronach, Friesen und Neuses sind Fahrzeugbeschaffungen für die Feuerwehr vorgesehen. Die Planungen für eine neue Unterbringung der Dörfleser Brandschützer laufen. Gleiches gilt für eine Fahrzeugbeschaffung für die Gundelsdorfer Wehr. "Zudem werden 2019/20 alle Feuerwehren mit einer zeitgemäßen Schutzkleidung ausgestattet", sagte der Bürgermeister.

Crana Mare im Blick

Das Crana Mare nimmt in den Überlegungen ebenfalls eine wichtige Rolle ein. Beiergrößlein betonte: "Es sind derzeit alle Varianten von der Sanierung bis hin zum Ersatzneubau in der Prüfung." Bedeutende Fortschritte mache die Sanierung der Festung. Ein großer Schritt sei dabei die Eröffnung des Jufa-Hotels gewesen. "Aber auch der neue Parkplatz und der barrierefreie Zugang starten in den finalen Bauabschnitt."

Die Lucas-Cranach-Schule soll im Zuge des Digitalpakts gut mit Hard- und Software ausgestattet werden. Das Jugendzentrum wird eine Sanierung und zeitgemäße Aufwertung erfahren. 180 000 Euro sollen in Verbesserungen der Spielplätze fließen. Weiter sollen die Internetauftritte der Stadt und der Eigenbetriebe neu gestaltet sowie im Rahmen der Dorferneuerung in Friesen die Dorfscheune fertiggestellt werden.

Dies sei nur ein Teil der laufenden Maßnahmen, so Beiergrößlein. "Diese Aufzählung zeigt aber deutlich, wie intensiv wir in allen Bereichen am Abarbeiten der sich uns stellenden Aufgaben sind."

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