Laden...
Kronach
Interview

Harald Weichert: Schulleiter mit Teamgeist und Pragmatismus

Harald Weichert übernimmt das Ruder am Frankenwald-Gymnasium (FWG) in Kronach. Der neue Schulleiter stellte sich im Gespräch mit inFranken.de vor.
Artikel drucken Artikel einbetten
Dass Harald Weichert in seinem Herzblut-Fach Englisch alles im Griff hat, bewies er bereits in seiner Zeit als Seminarlehrer. Nun stellt er sich einer neuen Herausforderung als Schulleiter. Foto: Marco Meißner
Dass Harald Weichert in seinem Herzblut-Fach Englisch alles im Griff hat, bewies er bereits in seiner Zeit als Seminarlehrer. Nun stellt er sich einer neuen Herausforderung als Schulleiter. Foto: Marco Meißner
+1 Bild
Klaus Morsch verabschiedete sich zum Schulhalbjahr 2016/17 als Leiter des Frankenwald-Gymnasiums in den Ruhestand. Nach einer halbjährigen Interimslösung tritt nun Harald Weichert seine Nachfolge an. Im Gespräch mit unserer Zeitung zeigte sich schnell, dass er mit beiden Füßen auf dem Boden steht und richtig Lust auf die neue Aufgabe hat.

Herr Weichert, wie würden Sie sich als Schulleiter selbst beschreiben?
Harald Weichert: Ich denke, dass ich ein Teamplayer bin. In der Schulleitung muss man zusammenarbeiten, so komplex diese Aufgabe heutzutage ist. Das ist nichts für Platzhirsche. Ich denke an einen Führungsstil, wie er sich inzwischen auch in vielen Unternehmen widerspiegelt; auch dort wird heute mehr in Teams gearbeitet.

War der Schritt an die Spitze einer Schule grundsätzlich Ihr Ziel? Oder war die Gunst der Stunde ausschlaggebend, dass eine Stelle in Kronach zur Disposition stand?
Es war die Gemengelage aus beiden Aspekten. Mir hat's immer gut getan, mich beruflich aus der Komfortzone herauszubewegen. Wenn ich noch etwas Neues anfangen wollte, hieß es nun: wenn nicht jetzt, wann dann? Aber es musste eine Schule sein, die mir zusagt. Da spielte die räumliche Nähe natürlich eine Rolle. Allerdings musste mir die Schule auch etwas bedeuten. Und das FWG ist eine gute Schule.

Haben Sie sich schon an Ihrer neuen Wirkungsstätte akklimatisiert?
Durch meine frühere Tätigkeit hatte ich schon einzelne Kontakte. Zudem sind wir Lehrer in Bayern auch irgendwo alle miteinander vernetzt. In den vergangenen Wochen habe ich weitere Kollegen kennen gelernt. Mein Eindruck ist, dass das Team hier absolut passt. In dieser Ansicht bin ich durch meine bisherigen Eindrücke bestärkt worden.

Wo sehen Sie Unterschiede zwischen den beiden Kronacher Gymnasien?
Zum Teil in den räumlichen Gegebenheiten. Das Kaspar-Zeuß-Gymnasium (KZG) hat seine Sanierung soweit hinter sich. Hier wurde hingegen der Fachklassentrakt gemacht. Die normalen Klassenzimmer sind noch nicht so gut ausgestattet. Ansonsten muss ich allerdings sagen, haben die beiden Gymnasien mehr Ähnlichkeiten als gravierende Unterschiede.

Welche Zielsetzungen haben Sie für das bald beginnende Schuljahr, welche setzen Sie sich langfristig?
Wenn wir in die ganz nahe Zukunft schauen, gilt es, eine krankheitsbedingte Interimszeit in der Schulleitung zu überbrücken. Die wird wohl bis Februar 2018 dauern. Längerfristig würde es mich freuen, wenn ich es schaffen könnte, es den Lehrern beim Einsatz moderner Medien leichter zu machen - unabhängig von einer Sanierung. Baulich am Ball zu bleiben, ist im Zusammenspiel mit dem Landkreis als Sachaufwandsträger natürlich eine Daueraufgabe. Wichtig ist für mich aber auch, die Tradition des FWG aufrecht zu erhalten, die Schulgemeinschaft mit Leben zu erfüllen. Dieser Aspekt gehört für mich ganz originär zum Schulprofil des Frankenwald-Gymnasiums.

Mit der Einführung des neuen G9 haben sie eine interessante Zeit für ihren Amtsantritt erwischt. Wie gehen Sie und Ihr Kollegium diese Herausforderung an?
Als Pilotschule haben wir am FWG schon gewisse Vorerfahrungen. Dennoch ist es eine sehr spannende Aufgabe, etwas ganz Neues zu gestalten. Diese Herausforderung kommt aber auf alle Gymnasien in Bayern zu. Der neue Lehrplan muss nun in einen guten Unterricht umgemünzt werden. Was mich selbst betrifft ist der Wandel auch deshalb interessant, weil ich ihn mit den jetzigen Fünftklässlern durchlaufen werde. Wenn sie ihr Abitur machen, stehe ich selbst kurz vor der Pensionierung. Ich habe also das Privileg, sie auf diesem ganzen Weg zu begleiten. Von daher ist es ein guter Zeitpunkt für meinen Schulwechsel gewesen.

Was nehmen Sie aus Ihrer Zeit am Kaspar-Zeuß-Gymnasium mit?
Ich hoffe, ein bisschen was von dem mitzunehmen, wie ich Arbeit organisiere. Ich sehe mich selbst eher als einen vorausschauenden Planer und glaube, eine gewissen Grundgelassenheit gegenüber dem Alltagsstress zu besitzen. Inhaltlich habe ich jetzt am Frankenwald-Gymnasium natürlich andere Aufgaben als früher, aber ich denke, dass ich meine Arbeit recht gut organisieren kann. Ich hoffe aber auch, meine Balance zwischen Arbeit, Familie und Sport aufrecht erhalten zu können. Das ist ein funktionierender Dreiklang.

Werden Sie selbst Unterricht geben?
Wie's ausschaut halte ich in zwei Q11-Gruppen English Conversation.

Wie Sie sich als Schulleiter einschätzen, wissen wir. Doch wie ist es um den Lehrer Harald Weichert bestellt?
Als Lehrer definiert man sich viel mehr über das jeweilige Fach. Als Schulleiter hat man dagegen die Wünsche vieler Fächer zu berücksichtigen. Was meine Unterrichtsweise angeht, da müssten Sie wohl eher meine Schüler fragen. Aber, wie der Franke so sagt, ich glaube es passt schon (lächelt).

Wenn Sie in einem Jahr zurückschauen werden, welche Überschrift stellen Sie sich für Ihre Bilanz vor?
"Ein für alle Beteiligten lohnendes Jahr?!" (schmunzelt) Da reden wir in einem Jahr drüber. Ich habe in meiner Arbeit einen recht pragmatischen Ansatz. Man muss einerseits den Alltag im Blick behalten, andererseits auch die strategische Ausrichtung. Aber es darf nicht so sein, dass der Neue kommt und alles auf den Kopf stellt. Da halte ich es gerne mit dem früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt. Der sagte: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen."
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren