Zeyern
Großbaustelle

Hans Michelbach zu Kompromiss um B 173-Umfahrung: "Zeyern wird wohl kein Berliner Flughafen"

Durchweg positiv kommentieren Politiker den Kompromiss des Staatlichen Bauamts Bamberg und der Baufirma Leonhard Weiss bezüglich der B 173-Umfahrung Zeyern.
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Etwas weiter vorangeschritten als auf diesem Foto von 2017 ist die Zeyerner Baustelle schon. Doch dann standen die Bagger rund elf Monate lang still. Ab Oktober 2018 soll wieder Bewegung in die Sache kommen. Foto: Franziska Riege
Etwas weiter vorangeschritten als auf diesem Foto von 2017 ist die Zeyerner Baustelle schon. Doch dann standen die Bagger rund elf Monate lang still. Ab Oktober 2018 soll wieder Bewegung in die Sache kommen. Foto: Franziska Riege

"Es wird eine zweistufige Lösung geben", sagt Uwe Zeuschel. Der stellvertretende Leiter des Staatlichen Bauamts Bamberg berichtet am Donnerstag auf Nachfrage von einem Krisentreffen vom späten Mittwochnachmittag, das für den Fortgang der größten Baustelle des Landkreises Kronach den Weg ebnen sollte.

Das Ergebnis des Gesprächs zwischen Vertretern des Bauamts und der für Erd- und Streckenbauarbeiten zuständigen Baufirma Leonhard Weiss ist ein Kompromiss. Die Firma soll im strittigen Teil der Baustelle weiterbauen, weitere Bereiche werden neu ausgeschrieben.

Hintergrund: Die Arbeiten an der B 173-Ortsumfahrung Zeyern gerieten im November 2017 ins Stocken, nachdem das Bauamt der Baufirma den Vertrag gekündigt hatte. Die Begründung war mit "bauvertraglichen Differenzen" vage gehalten .

Stein des Anstoßes waren Rüttelstopfplatten, die den Untergrund festigen sollen und damit Grundlage für weitere Bauarbeiten sind. Im Mai wurde ein von beiden Seiten akzeptierter Gutachter eingesetzt, der an der Baustelle Messungen vornahm.

Firma übernimmt Gewährleistung

Wie Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach (CSU) unserer Redaktion mitteilte, sei es im Streit zwischen Baufirma und Bauamt um die Frage gegangen, ob eine bauliche Sonderlösung von Leonhard Weiss, die nicht Inhalt des Vertrages mit dem Bauamt war, akzeptiert werden könne.

Michelbach: "Der Statiker des Bauamtes war damit nicht einverstanden. Der dann eingesetzte Gutachter akzeptierte die Lösung aber in der Verbindung, dass die Firma die Gewährleistung übernimmt."

Und genau so soll es auch kommen: Die Baufirma Leonhard Weiss, deren Hauptsitz im baden-württembergischen Satteldorf ist und die die Zeyerner Baustelle von ihrer Niederlassung Bad Mergentheim steuerte, soll die Erdarbeiten im strittigen Bereich zwischen den bereits errichteten Brücken weiter ausführen.

Hierfür werde die Firma, so Uwe Zeuschel vom Bauamt, in den nächsten Tagen ein schlüssiges Konzept vorlegen. "Sobald wir das Konzept absegnen, können die Bauarbeiten im Oktober weiter gehen. Wir werden einen stabilen Straßendamm erhalten", ist Zeuschel sicher. Leonhard Weiss wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

Die weitere zu bearbeitende Strecke, so Zeuschel, werde noch im vierten Quartal 2018 ausgeschrieben. "Die Neuausschreibung muss wegen EU-Recht so sein. Im Winter gibt es aber ein gutes Preisniveau."

Keine Aussage gibt Zeuschel zu der Frage, ob der anvisierte Abschlusstermin der Baustelle im Spätsommer 2019 eingehalten werden kann. "Ich bin kein Prophet. Das hängt von den Angeboten ab, die wir bei der Ausschreibung bekommen."

"Ein guter Tag für Zeyern"

"Ich bin froh, dass wir einen Schritt weiterkommen und dass es heuer noch weitergeht. Das ist ein guter Tag für Zeyern", sagt Marktrodachs Bürgermeister Norbert Gräbner (SPD). Er hält die jetzige Lösung für einen vernünftigen Kompromiss.

Zudem findet er den Winter für Ausschreibungen gut. "Das machen wir auch oft. Einige Firmen wollen den Start ins neue Jahr sicher planen und bieten dann gute Preise an." Für das Vorgehen des Bauamts, erst die Differenzen mit Leonhard Weiss zu klären und dann weiter zu bauen, äußert Gräbner Verständnis. "Es kann immer Komplikationen beim Bauen geben."

Hans Michelbach, Abgeordneter für den Wahlkreis Coburg-Kronach, hatte zuletzt wegen des Zeitverlustes Kritik am Bauamt geäußert, zeigt sich mit dem jetzt angepeilten Kompromiss aber einverstanden. "Die Haftung steht und es soll zeitlich schnell weitergehen. Das Bauamt hat zu einer befriedigenden Lösung beigetragen." Vor allem, dass noch 2018 ausgeschrieben wird, freut Michelbach. "Zeyern wird wohl kein Berliner Flughafen."

"Kompromiss gefunden, im Oktober geht es weiter. Das ist für mich in Ordnung, alles andere interessiert mich qua meiner Funktion nicht", kommentiert der hiesige Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner (CSU).

"Exekutive führt Gesetze aus"

"Ich bin Teil der Legislative, mache Gesetze. Die Exekutive führt aus. Und ich habe großes Vertrauen in das Staatliche Bauamt." Baumgärtner betont, dass es Verzögerungen bei Bauvorhaben immer geben kann. "Es war ein großer politischer Kraftakt, dass die Umgehung überhaupt gebaut wird. Das sollte man nicht vergessen."



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