Kronach
Gastspiel

Günter Grünwald; "Da haut's dir den Stopfen raus"

Günter Grünwald, bekannt durch seine eigene Late-Night-Show "Grünwald Freitagscomedy", trat im ausverkauften Kreiskulturring in Kronach auf.
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Günter Grünwald bei seinen Auftritt im Kreiskulturraum in Kronach. Die meisten kennen ihn von der "Grünwald-Freitagscomedy" im Fernsehen. Michael Wunder
Günter Grünwald bei seinen Auftritt im Kreiskulturraum in Kronach. Die meisten kennen ihn von der "Grünwald-Freitagscomedy" im Fernsehen. Michael Wunder
Von seinen letzten Auftritt in der Kreisstadt hatte Grünwald sich als Notiz das erstklassige Catering, "da haut's dir den Stopfen raus", sowie das tolle Publikum festgehalten. Er stellte fest, dass Menschen ohne Tätowierung generell "voll im Trend" liegen. Deutsche Tätowierer würden für ihre Leistung auch einen "haufen Geld" nehmen, wogegen es in Rumänien nur die Hälfte koste. Das Ergebnis dieser Tätowierer, die nebenbei auch Bäder fliesen, könne allerdings erschreckend sein. Für bleibende Wasserschäden an den Wänden kauft sich der Ingolstädter Kabarettist immer Bilder im Baumarkt. Letzthin habe er ein Bild mit dem Motiv einer nackten Frau auf einen Pferd bei Sonnenuntergang erworben. Das Motiv machte ihm ziemlich nachdenklich, er stellte aber fest, dass sich letztendlich der Maler darum kümmern soll: "Zu was hat er den einen Pinsel", fragte er das Publikum.
Der Baumarkt habe es ihn auch anderweitig angetan. Durch die Regale laufend habe er bei einem aufgestellten Monitor einen Werbefilm angeschaut. Sonst eher zaghaft und überlegend hat er diesmal sofort zugeschlagen und das "Wundergerät", ein Gerät zum Abflussreinigen gekauft. Dieses wendet er immer an, wenn die Spüle mal verstopft ist, da er handwerklich nicht begabt ist und den Siphon nicht wieder zusammen bauen kann. Er machte deshalb immer Werbung für dieses Gerät und hat von seinen Freunden deshalb auch den Spitznamen "Abfußfrei". Letztendlich musste er das Gerät auch schon in der Clique einsetzen. Bei einem Freund hatte sich beim gemeinsamen Essen eine Fischgräte im Hals festgehakt, die auch mit vielen Bratkartoffeln nicht runter ging. Dann kam der "Lebensretter mit dem Wundergerät", das Ergebnis sei verblüffend gewsesen: "Du möchtest nicht glauben, was in einen Menschen so alles drinnen steckt". Damit waren auch die Freunde und Skeptiker von seinen Spontaneinkauf überzeugt.
Er, der bei seinen Prognosen nicht immer richtig liegt, bei der Einführung des Kugelschreibers hatte er sich auch getäuscht, mag auch in der digitalen Welt das Analoge. Junge Leute wissen heutzutage nicht mehr was das ist. Anhand der Fernsehzeitschrift erklärte der Western- und Cowboy-Fan, wie diese zu handhaben ist. Da hilft das "Wischen" nichts, sondern es ist noch umblättern angesagt, wenn man das Programm des nächsten Tages anschauen will. Wie er sagte, könne man von Westernfilme auch viel lernen. Bei sechs Cowboys ist immer ein Depp dabei, im wirklichen Leben ist dies aber umgekehrt. Auch haben sich die Indianer als Umweltschützer bewiesen, die sind schön auf ihrem Pferd geritten, während die hoch zivilisierten Länder mit den Autos umherfuhren.
Erfahren habe er auch, wie sich Menschen entwickeln. So hätten manche XXL-Schnitzel mit einen Multikipper Kartoffelsalat verzehrt und hinterher noch eine zwölf Meter lange Currywurst reingeschoben, während andere das panierte Affenhirn bevorzugten. Beim Essen angekommen, ging der Lachmacher auch auf die Kochsendungen im Fernsehen ein. "Früher waren da hoch qualifizierte Köche am Werk, welche von Beginn bis zur fertigen Speise alles zubereitet haben. Heute sind da in Kochevents und Kochduellen nur Leute zu sehen, die keine Ahnung haben und zu blöd sind, einen Liter Wasser warm zu machen. Die Zuschauer werden nur durch das Rütteln der Pfannen wach gehalten. "
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