Ludwigsstadt
Stadtratsbeschluss

Große und kleine Feuerwehrleute haben nun freien Eintritt in die Ludwigsstadter Bäder

Die Aktiven und die Jugend der Feuerwehren im Stadtgebiet Ludwigsstadt können künftig sowohl das Frei- als auch das Hallenbad kostenlos nutzen.
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Auch die Jugendfeuerwehr wird für ihr Engagement mit freiem Eintritt in die Ludwigsstadter Bäder belohnt. Foto: Veronika Schadeck
Auch die Jugendfeuerwehr wird für ihr Engagement mit freiem Eintritt in die Ludwigsstadter Bäder belohnt. Foto: Veronika Schadeck

Der Stadtrat beschloss bei seiner Sitzung am Donnerstagabend, dass die Aktiven und die Jugend der Feuerwehren im Stadtgebiet künftig sowohl das Frei- als auch das Hallenbad kostenlos nutzen können. "Wir wollen damit die Leistungen und das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehren anerkennen", erklärte Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD). Außerdem unterstütze die Stadt damit die Fitness der Wehrleute.

Die Entscheidung wurde im Rahmen des Tagesordnungspunktes "Hallen- und Freibad - Änderung der Eintrittspreise" getroffen. Demnach sollen die Preise für die Saison- und Familienkarten unverändert bleiben. Jedoch soll der Eintritt für Erwachsene im Freibad von 2,50 auf drei Euro und im Hallenbad von zwei auf 2,50 Euro angehoben werden.

Neue Drehleiter wird angeschafft

Beschlossen wurde auch die Anschaffung einer neuen Drehleiter für das Jahr 2022. Wie Stadtrat und Feuerwehrreferent Christian Heyder (CSU) ausführte, sei die aktuelle Drehleiter 26 Jahre alt. Die Feuerwehr Ludwigsstadt habe diese im Jahr 2013 gebraucht erworben. Nun stehe eine große Zehnjahresinspektion an, die rund 15 000 Euro an Kosten verursachen würde. Diese Investition lohne sich nicht.

Bürgermeister Ehrhardt erklärte, dass eine neue Drehleiter rund 650 000 Euro koste. Eine Förderung gebe es nur bei Neuanschaffungen. Man strebe nun eine gemeinsame Anschaffung mit der Wehr aus Bad Steben an. Dadurch würde sich der Zuschuss der Regierung von Oberfranken um zehn Prozent auf insgesamt 259 930 Euro erhöhen. Die restlichen 390 000 Euro würden zu jeweils 50 Prozent durch die Stadt Ludwigsstadt und den Landkreis Kronach getragen. Einig war sich das Gremium darin, dass diese Anschaffung trotz enormer Kosten notwendig sei.

Im Hinblick auf das in die Jahre gekommene Feuerwehrhaus meinte David Martin (CSU): "Lieber in die Technik investieren, denn was nützt mir ein Feuerwehrhaus im Einsatz!"

Einstimmig befürwortete das Gremium zudem, vier aktive Feuerwehrleute beim Erwerb des großen Feuerwehrführerscheins mit jeweils 1000 Euro zu unterstützen. Den Ausführungen des Kommandanten Jörg Söllner zufolge benötigt die Feuerwehr noch einige Kameraden, die die großen Fahrzeuge fahren dürfen. Rund 3400 Euro koste der dafür erforderliche Führerschein.

Gerhard Rentsch (CSU) regte an, dass künftig der Landkreis einen Beitrag dazu leisten sollte.

Kanal- und Straßensanierung

Außerdem wurde eine Maßnahmenliste zwecks Leitungssanierungen erstellt. Wie Ehrhardt erläuterte, könne die Stadt rückwirkend zum 1. Januar 2016 Förderpauschalen für Wasserleitungen und Abwasserbeseitigung erhalten. Für Ludwigsstadt sind dies im Einzelnen: Kanal Bahnhofstraße, Glasbachweg, Loquitzgrund, Mühlgasse, Wasserleitungen "Im Winkel" und "Am Hügel", die Ottendorfer und die Kronacher Straße.

Ferner wurde nun auch der Empfehlung des Bauausschusses zugestimmt, in diesem Jahr eine Kanal- und Straßensanierung in der Flurstraße und "Am Bühl" vorzunehmen.

Des Weiteren beschloss das Gremium, ein Büro für die Erarbeitung eines Sanierungs- und Strukturkonzeptes für das Kanalsystem zu beauftragen. Auch hier werden die Kosten mit 70 Prozent durch den Freistaat bezuschusst. Die Verwaltung will nun Angebote einholen.

Genehmigt wurde die Verlängerung der Frist für den Breitbandausbau bis zum 30. November. Begründet wurde der Antrag durch die Firma KuK Korn mit dem großen Auftragsbestand im Baubereich und den langen Lieferzeiten für Material.

Ottendorf wird verschönert

Gerd Lauer vom Architekturbüro Lauer & Lebok stellte dem Ludwigsstadter Stadtrat den aktuellen Sachstand der Dorferneuerung Ottendorf vor. Insgesamt 1,7 Millionen Euro - nicht eingerechnet sind hier die Kosten für die Infrastruktur - will die Stadt Ludwigsstadt in den nächsten vier Jahren in die Hand nehmen, um Ottendorf zu verschönern.

Laut Lauer soll zum einen die Dorfmitte vor dem Feuerwehrhaus bis zur Gabelung der Straße saniert und mit einem Pavillon verschönert werden. Hier liegen die Kostenschätzungen bei 830 000 Euro. Der zweite Teil ist der Bereich um das Feuerwehrhaus in Richtung Lehestener Straße mit Sanierung der Stützmauer. Hier geht das Planungsbüro von 690 000 Euro aus, davon wurden für die Stützmauer 250 000 Euro einkalkuliert. Zudem soll der Brunnen ertüchtigt werden. Noch in diesem Jahr sollen die Wasserleitungen zwischen der Schulstraße und dem Feuerwehrgerätehaus für 250 000 Euro erneuert werden.

Bürgermeister Timo Ehrhardt ergänzte, dass kein Dorfgemeinschaftshaus geschaffen werden soll, da das BRK entsprechende Räumlichkeiten als Treffpunkt zur Verfügung stelle. "Wir wollen das vorhandene Potenzial nutzen und nicht unnötig Neues schaffen, was später wieder Unterhaltungskosten verursachen würde."

Fördersatz von 90 Prozent

Mittlerweile seien auch mit der Regierung von Oberfranken Fördermöglichkeiten besprochen worden. Man gehe bei der Dorferneuerung von einem Fördersatz von 90 Prozent der förderfähigen Kosten aus.

"Es ist viel Geld, aber trotzdem gerechtfertigt", meinte Eva Jahn (SPD). Seit dem Jahr 1998 werde in Ottendorf die Straßensanierung immer wieder verschoben. "Nun haben wir eine einmalige Chance, aus dem Ortskern was zu machen!"

Gerhard Rentsch (CSU) regte an, den Müllgraben dicht zu machen und das Areal für die Stützmauer zu nutzen. Nachdem die Stadt in den letzten Jahren in Steinbach/Haide, Lauenhain und Ebersdorf kräftig investiert habe, sei es nun an der Zeit, an Ottendorf zu denken. Die Stadt wurde beauftragt, einen Förderantrag zu stellen.

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