Kronach
Jahresrückblick II

Großbrand und viele Tote - zu viele

2015 war mit Blick auf die Unfallopfer ein trauriges Jahr. Weitaus mehr Menschen kamen auf der Straße ums Leben, als dies noch 2014 der Fall war. Größere Brände gab es indes nicht so viele zu verzeichnen.
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Im August wird das Sägewerk in Rauschenhammermühle ein Opfer der Flammen. Foto: NEWS5/Fricke
Im August wird das Sägewerk in Rauschenhammermühle ein Opfer der Flammen. Foto: NEWS5/Fricke
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Es ist wohl der größte Brand der vergangenen Jahre. Und obwohl im August das Feuer in einem Sägewerk in Rauschenhammermühle (Landkreis Hof) außerhalb unseres Landkreises lodert, werden Hunderte von Rettungskräften aus dem Rodachtal und sogar direkt aus Kronach hinzugezogen, um der Flammen Herr zu werden. Dass das Feuer das dortige Sägewerk nahezu vollständig vernichtet, können sie allerdings nicht verhindern. Vielmehr ist man gezwungen, das Sägewerk kontrolliert abbrennen zu lassen. Durch die enorme Hitzeentwicklung und den Funkenflug fängt teilweise sogar der angrenzende Wald Feuer, so dass die Rettungskräfte an zahlreichen Stellen kämpfen müssen. Weil zudem ein Ausbreiten der Flammen auf angrenzende Häuser in Schwarzenstein droht, müssen sogar 25 Einwohner evakuiert werden.
Man muss rückblickend schon fast von einem Wunder sprechen, dass bei diesem Brand keine Rettungskraft ernsthaft verletzt wird.

Trotz des beherzten Eingreifens aller am Einsatz beteiligter Personen entsteht ein Schaden von rund 25 Millionen Euro, der dem traditionsreichen Sägewerk ein jähes Ende setzt. Die Polizei geht indes von Brandstiftung aus. Der oder die Täter können allerdings bis heute nicht ermittelt werden.


Brand in ehemaliger Disco

Weitaus weniger Schaden (90.000 Euro) entsteht bei einem Brand Ende September in Au. Dort gerät nach einer Verpuffung eine 20 auf fünf Meter große Halle eines Schrotthandels in Brand. Deutlich höher ist im Oktober der Schaden bei einem Brand in dem Gebäude, in dem sich früher die Disco in Windheim befand. Mehrere Hunderttausend Euro lautet die Bilanz nach dem Feuer, dessen Auslöser ein defektes Küchengerät ist. Insgesamt 120 Rettungskräfte sind bei diesem Brand im Einsatz.

Rund 40 Kräfte weniger müssen Mitte Dezember bei einem Wohnungsbrand in Küps ausrücken. Wohl durch eine noch glimmende Zigarette wird das Feuer ausgelöst, das einen Schaden von rund 30.000 Euro verursacht.
Schwere Personenschäden oder gar Todesopfer sind bei den Bränden glücklicherweise nicht zu verzeichnen. Davon kann mit Blick auf die Straße leider nicht die Rede sein. Waren 2014 nur drei Verkehrstote aus dem Landkreis zu verzeichnen, so liegt die Zahl 2015 weitaus höher. Vor allem viele Fußgänger kommen ums Leben. Der Auftakt einer traurigen Unfallserie erfolgt bereits Mitte Januar, als zwischen Kronach und Friedrichsburg ein 47-Jähriger von einem Auto erfasst und getötet wird.


Ein Toter und vier Verletzte

Ein Toter und vier Verletzte lautet die Bilanz eines Unfalls Anfang Februar. Auf der B 85 zwischen Förtschendorf und Rothenkirchen überholt ein 82-jähriger Golffahrer ein vor ihm fahrendes Auto. Dabei übersieht er ein entgegenkommendes Auto, so dass es zum Zusammenstoß kommt. Dabei stirbt der 82-Jährige. Drei weitere Verkehrsteilnehmer werden bei diesem Unfall verletzt.

Nur wenige Tage später kommt ein 68-Jähriger zwischen Kronach und Friesen ums Leben. Der Mann will einer ihm bekannten Person helfen, die mit ihrem Fahrzeug liegen geblieben ist. Beim Überqueren der Straße wird der 68-Jährige von einem Auto angefahren und getötet.

Mehr Glück haben zwei Verkehrsteilnehmer Ende März bei einem Frontalzusammenstoß bei Beikheim. Zwar haben beide Fahrzeuge einen Totalschaden, doch die beiden Verkehrsteilnehmer kommen mit dem Leben davon - obwohl sie in die Klinik eingeliefert werden müssen.


Motorradfahrer kommt ums Leben

Einige Tage später stirbt ein 49-jähriger Motorradfahrer bei Fischbach. Als ein 85-Jähriger mit seinem Auto in eine Straße einfahren will, übersieht er den Motorradfahrer. Dieser muss daraufhin stark bremsen, stürzt und verletzt sich dabei tödlich. Ebenso tragisch endet ein Unfall in Küps, wo eine Fußgängerin von einem Auto erfasst und getötet wird.

Lebensgefährlich verletzt wird Anfang April ein 50-Jähriger aus dem Landkreis Sonneberg, als er sich mit seinem Lieferwagen auf der B 89 bei Burggrub überschlägt.

Ende April kommt es auf der B 173 bei Johannisthal zu einem Frontalzusammenstoß. Dabei wird ein Rentner lebensgefährlich verletzt. Nur rund zwei Wochen später kommt es erneut bei Johannisthal zu einem Frontalzusammenstoß. Die Bilanz lautet: drei Verletzte und 60.000 Euro Sachschaden.


Zwei weitere Todesopfer

Danach sind bis Ende August glücklicherweise keine schweren Unfälle mehr zu verzeichnen. Dann kracht allerdings eine 19-Jährige mit ihrem Skoda gegen zwei Bäume und wird schwer verletzt. Gut einen Monat später ist erneut ein Todesopfer zu verzeichnen. Ein 18-jähriger Fußgänger, der auf der Bundesstraße 173 zwischen Höfles und Unterrodach unterwegs ist, wird von einem Auto erfasst. Der Notarzt kann nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Und die Serie der traurigen Ereignisse will kein Ende nehmen: Anfang Oktober will ein 50-jähriger Motorradfahrer auf dem Weg nach Ziegelerden einen Traktor überholen. Genau in diesem Moment biegt der Traktorfahrer ab, so dass es zum Zusammenstoß kommt. Dabei kommt der Motorradfahrer ums Leben. Mehr Glück hat Mitte November eine Autofahrerin, die bei einem Zusammenstoß bei Schneckenlohe schwer verletzt wird. Nur zwei Tage später ist das nächste Todesopfer zu verzeichnen. Bei Dörfles will ein 77-jähriger Fußgänger die Straße überqueren. Dabei wird er von einem Auto erfasst und getötet.

Wiederum nur zwei Tage später setzt sich die traurige Serie fort. In Kulmbach sind zwei aus dem Landkreis Kronach stammende Männer mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Mit gut 100 Sachen kommen sie mit ihrem Auto von der Straße ab. Der Wagen wird schließlich gegen eine Sandsteinmauer geschleudert. Weil der 20-jährige Fahrer nicht angeschnallt ist, wird er aus dem Fahrzeug katapultiert. Nur wenige Tage später erliegt der junge Mann im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

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