Kronach
Sicherheitsbilanz

Grapscher mit Wanne Fleisch, Schlägerei vor den Augen der Polizei: Viel zu tun beim Kronacher Freischießen

Während des Kronacher Freischießens hat die Polizei deutlich mehr zu tun als gewöhnlich: Gleich mehrmals mussten die Beamten wegen Körperverletzungen eingreifen. Ein Fall sexueller Belästigung wirkt besonders skurril.
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In der Nacht auf Samstag hatte die Polizei beim Kronacher Freischießen alle Hände voll zu tun. Symbolbild: Marian Hamacher
In der Nacht auf Samstag hatte die Polizei beim Kronacher Freischießen alle Hände voll zu tun. Symbolbild: Marian Hamacher
Nicht nur die Bedienungen an den Getränkeständen oder die Schausteller haben beim Kronacher Freischießen derzeit alle Hände voll zu tun - der Polizei geht es ähnlich. Alleine in der Nacht von Freitag auf Samstag standen die Beamten zum Ende ihrer Schicht vor der Aufgabe, zahlreiche Berichte verfassen zu müssen. Zum Teil über Vorkommnisse, die sie in dieser Form wohl auch noch nicht erlebt haben.

Unter anderem wird nun nach einem Mann gesucht, der etwa 1,80 Meter groß ist, kurzes, schwarzes, lockiges Haar hat - und eine Wanne mit Fleisch mit sich geführt haben soll. Eine sicher nicht alltägliche Personenbeschreibung.


Stark alkoholisiert

Leider öfter kommt hingegen die Straftat vor, wegen der er gesucht wird. Denn als eine 45-jährige Kronacherin gegen Mitternacht zu Fuß von der Festwiese nach Hause lief, kam ihr der Mann in der Klosterstraße entgegen und griff ihr unvermittelt an die Brust. Weitere Griffe konnte die Frau abwehren, indem sie ihn von sich stieß.
Einige Stunden zuvor trat ein junges Pärchen den Rückweg an und geriet in der Wohnung angekommen in einen heftigen Streit. Im Verlauf der Auseinandersetzung beleidigte und bedrohte der Mann seine Lebensgefährtin nicht nur, sondern traktierte sie auch mit mehreren Faustschlägen. Der junge Mann, der ebenso wie seine Partnerin stark alkoholisiert war, wurde schließlich von der Polizei aus der Wohnung verwiesen.

Als um 1 Uhr ein 22-Jähriger den Bedarfsknopf an der Fußgängerampel zur Alten Ludwigsstädter Straße drückte, missfiel das einem etwa 30 Jahre alten Mann, der den 22-Jährigen zunächst nach Angaben der Polizei mit "nicht druckreifen Ausdrücken" beleidigte.


Beleidigungen und Faustschläge an Ampel

Bei Beleidigungen blieb es allerdings nicht: Erst packte er den 22-Jährigen am Hals und schlug diesen dann mit der Faust gegen den Kopf. Schließlich wurde der Täter von seinen Begleitern weggezogen und machte sich mit diesen von dannen.

Der Gesuchte soll circa 1,80 Meter groß sein und mit einer Lederjacke, einem schwarzem Pullover sowie einer schwarzer Hose bekleidet gewesen sein. Doch diese Vielzahl der Einsätze ist für die Kronacher Polizei in der Freischießen-Zeit längst Routine. "Nach drei Tagen kann man natürlich noch keine erste Bilanz ziehen, aber für Freischießen-Verhältnisse verlief bisher eigentlich alles im üblichen Rahmen", erklärt Hauptkommissar Stefan Zwosta von der Polizeiinspektion Kronach.


Heckscheibe geht zu Bruch

Zu den traurigen Klassikern gehört wohl auch, was ein bislang noch unbekannter Täter gegen 1.30 Uhr mit einem offenbar größeren Gegenstand anstellte. In der Klosterstraße schlug er damit die Heckscheibe eines geparkten Ford Fiestas ein, wodurch ein Sachschaden in Höhe von 500 Euro entstand.


21-Jähriger schlägt auf Sicherheitsdienst ein

Beendet war die Nacht für die Polizei damit aber noch lange nicht. Gegen 3 Uhr versuchte ein 21-Jähriger aus dem Kreis Lichtenfels, die eingezäunte Freischankfläche am Bahnhof außerhalb des Ausgangs zu verlassen.

Ein Mitarbeiter des eingesetzten Sicherheitsdienstes sprach ihn daraufhin an, bekam als Antwort jedoch ohne Vorwarnung einen Schlag mit der Faust gegen die Lippe. Weitere Sicherheitsdienstler brachten den 21-Jährigen daraufhin unter Kontrolle und übergaben ihn der Polizei. Als diese anschließend seine Personalien feststellen wollte, verhielt er sich weiterhin unkooperativ, so dass die Beamten ihm Handschellen anlegen musste - wogegen er sich erfolglos wehrte. Seine 1,6 Promille schlief er die Nacht über in der Haftzelle der Polizei aus.

Während die Beamten mit dem 21-Jährigen zu tun hatten, versuchte immer wieder ein 22-Jähriger aus dem Kreis Kronach, die Festnahme zu stören. Da er den mehrfach ausgesprochenen Platzverweisen nicht nachkam, nahm die Polizei auch ihn in Gewahrsam.
Um 3.40 Uhr pöbelte ein 27-jähriger Kronacher einen 25-Jährigen aus dem südlichen Landkreis am Bahnhofsplatz an. Als dieser zurückstänkerte, warf der Kronacher eine Bierflasche in Richtung des anderen und schlug ihn anschließend zu Boden. Weil sich Polizisten gleich in der Nähe befanden, wurden die beiden schnell getrennt und der 27-Jährige festgenommen. Der Angegriffene erlitt nur leichte Verletzungen.

Wer Hinweise zu den gesuchten Personen geben kann, wird wie immer gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Kronach unter der Nummer 09261/5030 in Verbindung zu setzen.


Falschparker im Visier

Und wie sieht es mit Falschparkern aus? An die ausgewiesenen Halteverbotszonen sollen sich laut Polizei zahlreiche Fahrzeugbesitzer nicht gehalten haben. Zwei Autos mussten sogar abgeschleppt werden, da sie in Feuerwehranfahrtszonen standen. Generell werde das Parken im Haltverbot konsequent geahndet, warnt die Polizei.

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