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Friesen
Konzert

Grandiose Musik zu Ehren Gottes

Am Sonntagabend gastierten das "Kastelruther Männerquartett" und die Panflötistin Daniela de Santos in der Pfarrkirche St. Georg in Friesen.
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Das Kastelruther Männerquartett begeisterte sein Publikum in der voll besetzten Pfarrkirche St. Georg in Friesen.Heike Schülein
Das Kastelruther Männerquartett begeisterte sein Publikum in der voll besetzten Pfarrkirche St. Georg in Friesen.Heike Schülein
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Längst hat sich Friesen zu einem magischen Anziehungspunkt für Liebhaber anspruchsvoller Kirchenkonzerte aus der gesamten oberfränkischen Region etabliert. Nachdem bereits in den Vorjahren hochkarätige Künstler zu Gast waren, gaben am Sonntag das Kastelruther Männerquartett sowie die Panflötisten Daniela de Santos ihre Visitenkarte in der Pfarrkirche St. Georg ab. Gemeinsam bereiteten sie den Besuchern ein emotional berührendes musikalisches Highlight.

Unter den erwartungsvollen Blicken der Gäste nahmen Stefan Kaser und Ewald Mahlknecht (beide Tenor) sowie Robert Sattler und Josef Gruber (beide Bass) Aufstellung vor dem Altarraum. Ohne blendenden Scheinwerfer oder irgendwelche Requisiten entführte das Kastelruther Männerquartett seine Zuhörer in eine Klangwelt sakraler, aber auch weltlicher Lieder. Was das charismatische Quartett im Konzert bot, war schier überwältigend - mehr als Musik!

Schon ab den ersten Tönen verstanden es die Ausnahmesänger aus dem Südtiroler Land mit ihren prägnanten Stimmen zu fesseln und in den Bann zu ziehen. 2003 waren sie die Neuentdeckung der Volksmusikszene. Gemeinsame Auftritte mit den Kastelruther Spatzen oder Duette mit ihrem Freund Oswald Sattler ebneten den Weg zu einer höchst erfolgreichen Karriere. Seitdem begeistern sie ihre Fans mit einer Mischung aus heimatlichen Liedern und volkstümlichen Schlagern.

Viele dieser Hit-Erfolgte hatten sie auch in Friesen im Gepäck, wo ein Hauch Südtirol und das Flair der Dolomiten das Publikum in der vollbesetzten Pfarrkirche erfreute. Aber auch klassische Melodien mit besinnlicher und beruhigender Wirkung hatten sie mitgebracht, vor allem aber sakrales Liedgut mit zeitlos wunderschönen Meilensteinen der Kirchenmusik: Melodien, die Menschen teilweise schon seit Jahrhunderten bewegen. Allen gemein war die Verbundenheit zur Heimat und die tiefe Verwurzelung im christlichen Glauben.

So manches Taschentuch kam zu Einsatz, als die Vollblut-Sänger beispielsweise das "Ave Maria der Berge", "Vater unser", "Heilig ist der Herr" oder "Ich bete an die Macht der Liebe" zum Besten gaben. Stücke wie "Bajazzo", "Harmonie führt uns zusammen" oder "Gern haben tut gut" sowie das unvergleichliche "La Montanara" ließen das Publikum tagträumen. So schön und beglückend kann festliche Abendmusik sein. Dass die Südtiroler auch ausgezeichnete Musiker sind, bewiesen die vier bei reinen Instrumental-Werken mit dem "satten Sound" von zwei Trompeten, einem Bariton und einer Tuba. In charmanter Art und Weise brachte sich Helga Mahlknecht, die Schwester von Ewald, zwischen den jeweiligen Stücken ein. Mit tiefgehenden Gedanken und einfühlsamen Texten "streichelte" sie dabei die Seelen des Publikums.

Virtuose Panflötenklänge

Eine einzigartige Bereicherung erfuhr das Konzert durch die Mitwirkung von Daniela de Santos, zuhause im prächtigen Schloss Harburg im Donau-Ries. Unter dem Motto "Romantic Moments" begeisterte die liebenswerte Grand-Prix-Siegerin an Bass-, Alt- und Sopranpanflöten aus edlen Naturhölzern, insbesondere aber an ihrer für sie maßangefertigten "Celestina", ein taubenblau glitzerndes Unikat, verziert mit 5000 Swarovski-Kristallen.

Die liebenswerte Künstlerin mit spanischen Wurzeln erzählte auch, wie sie zu ihrem Instrument kam. So hatte sie im Alter von acht Jahren im Fernsehen bei "Der große Preis" die Premiere des Panflötenhits "Der einsame Hirte" von Gheorge Zamfir und James Last gesehen. Sie fand das ganz großartig und wollte unbedingt eine besondere Panflöte - eine "echte" Zauberflöte, glänzend, funkelnd, gläsern, strahlend! Ihre Kristallpanflöte und sie stehen heute für musikalischen Hochgenuss - einfühlsame, gefühlvolle Panflöten-Töne, quer durch fast alle Genres - von großen Evergreens bis zu Hits der Klassik und unvergessenen Welterfolgen. Auch in Friesen waren vom "Ave Maria" über "Blue Bayou", "El Condor Pasa" und "Conquest of Paradise" bis hin zu "Csardas" sowie Musik aus Mozarts "Zauberflöte" als auch von James Last nahezu alle Stilrichtungen vertreten. Natürlich durfte auch "Der einsame Hirte", das Stück, mit dem alles anfing, nicht fehlen.

Den zutiefst berührenden Abschluss des Konzertabends bildete das von ihr gemeinsam mit dem Kastelruther Männerquartett dargebotene "Halleluja", in das auch das Publikum gerne einstimmte. Minutenlange Standing Ovations bildeten den Dank für diesen Musikgenuss.

"Friesen hat heute schon gefunkelt", zeigte sich auch Pfarrer Sven Raube berührt vom soeben Gehörten. Sein großer Dank ging an alle Helfer sowie insbesondere an die rührige Pfarrsekretärin Heidi Geiger.

Die vielen Gäste waren eingangs vom Konzertveranstalter Rainer Ludwig - auch namens des anwesenden Kronacher Bürgermeisters Wolfgang Beiergrößlein - willkommen geheißen worden.

Erneut Südtiroler Stimmen

Ludwig lüftete auch das Geheimnis, wer beim Kirchenkonzert 2020 zu Gast sein wird. Es sind erneut zwei wunderbare Stimmen aus Südtirol: Das Brüderpaar Vincent & Fernando, Grand-Prix-Sieger der Volksmusik mit ihrem Titel "Engel vom Marienberg". Der Kartenvorverkauf im Pfarramt Friesen beginnt am 6. Dezember.

Wer nicht genug bekommen kann vom Kastelruther Männerquartett, kann die vier mit weihnachtlichen Klängen am 26. Dezember beim "Zauber der Weihnacht" gemeinsam mit "Sigrid & Marina" in der Kulmbacher Stadthalle erleben.

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