Nordhalben
15 Jahre

Glanzvolles Jubiläumskonzert von GemeinSangkeit

Begeisterung und Anerkennung in Nordhalben für Chor GemeinSangkeit
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Mit verschiedenen Gastakteuren feiert der Nordhalbener Chor GemeinSangkeit sein 15-jähriges Bestehen mit einem glanzvollen Jubiläumskonzert in der Pfarrkirche St. Bartholomäus. Norbert Neugebauer
Mit verschiedenen Gastakteuren feiert der Nordhalbener Chor GemeinSangkeit sein 15-jähriges Bestehen mit einem glanzvollen Jubiläumskonzert in der Pfarrkirche St. Bartholomäus. Norbert Neugebauer
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Mit einem glanzvoll in Szene gesetzten Jubiläumskonzert beschenkte der Nordhalbener Chor GemeinSangkeit sich und die vollbesetzte katholische Pfarrkirche zum 15-jährigen Bestehen. Nach über einjährigen Proben der 29 Sängerinnen und Sänger und ihrer elf instrumentalen Begleiter geriet die Aufführung zu einem eindrucksvollen multimedialen Erlebnis.
Aus dem illuminierten Chorraum, von der Empore herab und aus der Taufkapelle erlebten die Zuhörer Lieder und Zwischenspiele von der Orgel aus acht Jahrhunderten. Dabei konnten nicht nur der Chor in seiner Gesamtheit und im Zusammenspiel mit den Instrumentalisten, sondern auch die unterschiedlichen Besetzungen und die Solisten überzeugen. Für den Auftritt hatte sich das Stammensemble mit Gästen aus dem Ort und weiterem Umkreis verstärkt und erhielt zudem professionelle Unterstützung bei der Ausgestaltung. Passend zur programmatischen "Reise auf dem Regenbogen des Lebens" erstrahlte der Hintergrund in der jeweiligen Farbe, Fotoimpressionen auf der Leinwand verstärkten den meditativen Eindruck. Die Symbolkraft der Farben in der Liturgie und in der weltlichen Sicht erläuterten moderierend die beiden Sprecher Rudolf Ruf und Udo Simon. Entsprechend waren auch die Lieder aus den verschiedenen Epochen zugeordnet.

Mit dem Popsong "True Colours" hatte sich das komplette Ensemble einen anspruchsvollen Einstieg in das Konzert gewählt. Vokalisten, Bläser, Streicher, Keyboarder, Schlagzeuger und Organist konnten von Beginn an mit kraftvollem, ausgewogenem Sound überzeugen. Nach der kraftvollen Overtüre bildete das beseelte "Benedictum nuptial op. 9" von Camille Saint-Saëns, gefühlvoll von Hausorganist Udo Simon auf der Rieger-Orgel intoniert, einen stilistischen Kontrapunkt. Dies sollte sich durch die gesamte Veranstaltung fortsetzen. Gesamtleiterin Ilona Ruf und ihr musikalischer Leiter Michael Wolf hatten das Programm thematisch zusammengestellt und dabei ganz bewusst Zeitsprünge durch die verschiedenen Jahrhunderte und ihre Ausdrucksweisen vorgenommen.
Durchaus gewagt, aber das Ergebnis überzeugte das Publikum!

So wechselten sich mittelalterliche Choralgesänge, klassische Interpretationen, Folkloristisches, Neues Geistliches Lied, Swing, Filmmusik und Pop in einem anspruchsvollen Repertoire ab. Die unterschiedlichen Stücke verlangten den Akteuren viel ab, die jedoch die Herausforderungen bestens bestanden. Auch das sehr spezielle "Wie der Hirsch schreit" in der Version von Mendelssohn-Bartholdy gelang dem Chor problemlos. Der vielschichtige Gesang wurde dabei nur von der Orgel begleitet. Als Kontrast ertönte anschließend die Renaissance-Vertonung "Sicut Cervus" des gleichermaßen zugrundeliegenden 42. Psalms von de Palestrina. Dieser "schwarze" Abschnitt wurde von Bruckners "Nachspiel in D-Moll" solo auf der Orgel abgerundet. Ein Wiederhören gab es mit "Dankt dem Herrn" von Lawton aus der erfolgreichen "Irischen Messe". In voller Besetzung klang das noch schöner und druckvoller und krönte den "roten Teil". Als mächtiger Hymnus wallte auch das "weiße" "O God Beyond All Praising" durch das Kirchenschiff. Zum besonderen Hörerlebnis wurde das älteste Lied des Programms, bei dem sich ein Teil des Chores in die Taufkapelle begab. Unsichtbar für das Publikum stimmten zunächst die Männerstimmen "Veni Sancte Spiritus" (geschrieben um 1200) im Stil des Gregorianischen Gesangs an, das mit mystischem Hall aus der Kapelle in das zentrale Gewölbe tönte. Als dann dazu die Frauenstimmen einsetzten, ergaben sich verblüffende "überirdische" Stereoeffekte zwischen den Mauern.

Für einen weiteren Höhepunkt sorgte Ilona Ruf selbst mit ihrem Sopran-Solo mit Orgel-Begleitung "Pie Jesu" von Gabriel Fauré. Ihre glockenhelle Stimme tanzte wie ein Engelsgesang von der Empore herab durch den Kirchenraum. Auch die weiteren Solisten Nicole Puff, Priska Pötzl und Reinhard Wendel beherrschten ihre Partituren. Mit dem neuzeitlichen "Ich bin bei Dir" von Zimmermann verabschiedeten sich die Akteure aus dem offiziellen Programm.

Obwohl inzwischen gängige Publikumsreaktion, war es schon sehr eindrucksvoll, als sich das volle Gotteshaus zum lautstarken Schlussapplaus erhob, nachdem es schon zuvor mitunter den (unerwünschten) Zwischenapplaus kaum unterdrücken konnte. Hausherr Pfarrer Richard Reis gratulierte dem Chor zum Jubiläum und für das gelungene Konzert. Mit seinem warmen Dank, in den er auch die regelmäßigen Beiträge des Chors zu den liturgischen Feiern einschloss, sprach er den Besuchern aus dem Herzen. Organisatorin Ilona Ruf lud anschließend zu einer kleinen Feier in das katholische Jugendheim ein, um gemeinsam mit den Jubilaren anzustoßen.
Das Konzert findet eine Wiederholung am 12. November, 17 Uhr, in der Wallfahrtsbasilika Marienweiher. nn
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