Der Ortsverein Kronach der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ehrte treue Mitglieder im Gasthaus "Zum Frack" in Steinberg. Die 44 Jubilare bringen es immerhin auf 1450 Treuejahre in der Gewerkschaft, dafür sprachen ihnen Ortsvorsitzender Schmitt und die Geschäftsführerin der Region Oberfranken-West, Doris Stadelmayer, ihren Dank aus.
Die Jubilare seien der lebende Beweis, dass Erfolg nicht einmalig, sondern nachhaltig erkämpft und erhalten werden muss. Dazu bedürfe es einer eigenständigen, starken und durchsetzungsfähigen Gewerkschaft, sagte Schmitt einleitend.
Stadelmayer wies auf viele Errungenschaften hin, die heute als selbstverständlich gälten, wofür Gewerkschafter Jahre und Monate kämpfen mussten. Sie bedauerte, dass die Arbeitnehmer vom Wirtschaftsboom nichts hätten. Trotz des Aufschwungs seit einigen Jahren sei der Anteil der überschuldeten Menschen in Deutschland gestiegen, besonders stark nehme die Überschuldung in der Altersgruppe der über 65-Jährigen zu. Auch nach den Bundestagswahlen zeichneten sich hier keine Veränderungen ab, so Stadelmayer. Die Kanzlerin propagieret ein klares weiter so bei den Renten. Es sei sehr bedenklich, dass nicht über Altersarmut und Wohnungsnot diskutiert werde, sondern die CSU eine Obergrenze für Flüchtlinge verlange. Wenn man Migranten als Sündenbock hinstelle, lenke man vom eigentlichen Thema und der sozialen Schieflage nur ab.


Für mehr Gerechtigkeit

Stadelmayer zufolge wird dabei verschwigen, dass die wahre Ursache des AfD-Aufstiegs die soziale Ungerechtigkeit in Deutschland sei. Weil die Finanzverwaltungen mit zu wenig Personal ausgestattet sind, gingen dem Staat jährlich zwölf Milliarden Euro verloren. Da sei das Geld zu holen welches das Land dringend brauche, nicht bei geflüchteten Menschen, prangerte sie an.
Als Verdi-Forderungen nannte sie die Eindämmung der prekären Beschäftigungsverhältnisse, Rente für ein gutes Leben, sozialen Wohnungsbau und dringende Investitionen in Bildung. In Deutschland besitze ein Prozent der Bevölkerung 38,8 Prozent des Nettovermögens, sprach sie die Verteilungsschieflage an. Zum Schluss fordert sie die Jubilare und alle Mitglieder auf, sich für ein solidarisches Miteinander und für ein Land einzusetzen, in dem man von Arbeit gut leben kann und nach dem Arbeitsleben eine auskömmliche Rente erhält.
Bürgermeisterin Susanne Grebner hob die Bedeutung von Gewerkschaften gerade in heutiger Zeit hervor, wo viele Menschen nicht von ihrer Arbeit leben können und die Altersarmut immer größer wird.
Die musikalische Umrahmung erfolgte durch den Sänger Liedermacher Stefan Hofmann aus Lichtenfels, der mit nachdenklichen Texten und Arrangements einige Denkanstöße gab.


Die Geehrten


60 Jahre Hans Toth (Reichenbach), Anka Knobbe (Teuschnitz)

50 Jahre Karl- Heinz Jakob (Friesen), Peter Scherbel (Kronach), Friedrich Wich- Heiter (Marktrodach), Oswald Marr (Schmölz)

40 Jahre Walter Burger (Fischbach), Edgar Götz (Marktrodach), Thomas Stadelmann (Wilhelmsthal), Manfred Zug (Stockheim). Brigitte Deuerling (Mitwitz), Karin Kestel (Glosberg), Marion Manz (Lichte), Edgar Ruppert (Kronach), Ingeborg Schmidt (Au), Wolfgang Skliwa (Lahm), Heinz Tischler (Kronach), Norbert Weber (Nordhalben)

25 Jahre Hans Appel (Kronach), Christine Detsch (Kronach), Edith Kastner (Fischbach), Dieter Meier (Wallenfels), Thomas Pfeffer (Kronach), Hubertus Wabnik (Ludwigsstadt), Bernd Weißbrodt (Kronach). Leila Altmann (Ziegelerden),Simone Bachinger (Friesen), Doris Bauer (Schneckenlohe), Christine Bauer (Küps), Ute Fehn (Steinbach am Wald), Klaus Förtsch (Marktrodach), Anna Graf (Kronach), Anja Hanuschke (Kronach), Marie Hausdörfer (Mitwitz), Norbert Hugel (Welitsch), Waltraud Kämpfer (Steinwiesen), Rosina Latteyer (Kronach), Thilo Moosmann (Fischbach), Peter Oelschlegel (Wilhelmsthal), Elfriede Sander (Marktrodach), Doris Schindhelm (Kronach), Karin Simon (Gehülz), Bettina Weber (Küps), Gerd Zeus (Steinberg)