Wallenfels
Bürgerversammlung

Gewerbeansiedlung hat sich zerschlagen

In Wallenfels fragten die Bürger unter anderem nach dem Gewerbegebiet Leugnitztal. Auch die Umgestaltung des Marktplatzes war ein Thema.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das hier geplante Gewerbegebiet Leugnitztal war Diskussionspunkt bei der Bürgerversammlung in Wallenfels.  Foto: Michael Wunder
Das hier geplante Gewerbegebiet Leugnitztal war Diskussionspunkt bei der Bürgerversammlung in Wallenfels. Foto: Michael Wunder

Die Stadt Wallenfels stellte bei der Bürgerversammlung die Umgestaltung des Marktplatzes vor. Der Planer vom Büro SRAP ging besonders auf das Bürgerhaus mit der "wallenden Fassade" aus Holz ein. In der ausführlichen Diskussion mit verschiedenen Wortmeldungen, wurde an die Folgekosten erinnert. Auch gab es den Wunsch, im dortigen Bereich mit Schiefer zu arbeiten. Bürgermeister Jens Korn (CSU) sagte, man werde die Anregungen aufnehmen.

Der Bürgermeister informierte, dass es im vergangenen Jahr mehr Zuzüge als Wegzüge gegeben habe. Der Sterbeüberschuss sei jedoch extrem, dabei spiele natürlich das Altenheim eine besondere Rolle. Ende 2018 hatte Wallenfels 2657 Einwohner. Realistisch betrachtet wird sich dieser Trend fortsetzen und man wird nach Vorausberechnungen in den nächsten zehn Jahren weitere 300 Einwohner verlieren.

Trotz Investitionen von 16,6 Millionen Euro wurden in den vergangenen sechs Jahren die Schulden um rund eine Million zurückgefahren. Erstmals seit vielen Jahren bewege man sich mit der Verschuldung unter sechs Millionen Euro. Dies sei nur möglich gewesen, weil sich die Gewerbesteuereinnahmen gut entwickelten. Im Schnitt hatte man in den vergangenen sechs Jahren rund 850 000 Euro pro Jahr erhalten.

Schuldzinsen gesenkt

Weiterhin hat man vom Freistaat in den vergangenen sechs Jahren rund 2,7 Millionen an Stabilisierungshilfen erhalten. Dank all dieser Umstände und der niedrigen Zinsen konnten auch die Schuldzinsen von einst 350 000 Euro auf jetzt 140 000 Euro gesenkt werden.

Die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Hammer nach Dörnach sei überschaubar gewesen, hat aber trotzdem 200 000 Euro gekostet. Als großer Brocken wurde die Gemeindeverbindungsstraße von Schnappenhammer in Richtung Wolfersgrün ausgebaut. Von den 2,4 Millionen Baukosten konnten 2,1 Millionen an Zuschüssen generiert werden. Die erste Straße in Wallenfels, welche zur Sanierung ansteht, wird die Straße am Fallenholz sein. Der Landkreis wird in den nächsten zwei Jahren die KC 31 von Wallenfels in Richtung Geuser sanieren. Die vier Kilometer lange Strecke, welche rund vier Millionen kosten wird, werde eine große Herausforderung, so Korn.

In das Breitbandnetz habe man bei einer 90-prozentigen Förderung rund eine Million investiert. Die Baugenehmigung für das neue Feuerwehrhaus in der Stadt sei mittlerweile eingetroffen. Die 2,5 Millionen teure Maßnahme wird mit rund zehn Prozent bezuschusst, deshalb muss die Stadt über zwei Millionen an Eigenmitteln aufbringen. Beginn der Maßnahme ist im kommenden Jahr.

Schnell angehen will man auch die Umwandlung der ehemaligen Schmidtbank in ein Ärztehaus. In den nächsten Tagen werde der Arztsitz des Hausarztes Dr. Staffelt eingezogen. Man sei deshalb bemüht, einem jungen Arzt die Möglichkeit zur Niederlassung zu geben. Um die Flößerei auch in Trockenzeiten zu gewährleisten, soll eine Wasserrückhaltemöglichkeit geschaffen werden. Derzeit laufe eine Machbarkeitsstudie mit Schwerpunkt Hochwasserfreilegung. Kurzfristig will man zwei Floßteiche nutzen.

Rudi Zeuß erkundigte sich nach dem Stand beim Gewerbegebiet Leugnitztal. Die Fläche wurde erworben, der Interessent habe festgestellt, dass dieses Projekt nicht zu realisieren ist, sagte der Bürgermeister. Die erworbene Fläche von 6000 Quadratmetern ist hochwasserfrei und kann auch für künftige Projekte genutzt werden.

Rosi Wilde fragte, ob es nicht möglich wäre, im dortigen Bereich ein Neubaugebiet auszuweisen, um junge Leute am Ort zu halten. Der Bürgermeister meinte, dass dafür die Stadtmitte besser geeignet wäre.

Gabi Müller bemängelte den schlechten Zustand der Gehwege, vor allem im Bereich des Altenheimes seien diese sehr schlecht. Horst Hofmann erkundigte sich wegen der Maßnahme Turnhalle. Dort werde laut Bürgermeister ein Aufzug angebaut, für die Turnhalle gibt es eine Planung, für das Schwimmbad bisher leider keine konkreten umsetzbaren Ideen.

Jürgen Schlee war von den zahlreichen Themen beeindruckt, als befremdlich bezeichnete er es, dass kritische Stimmen ausgeschlossen werden. Das Gebäude am Marktplatz sei wertlos, viele Bürger können nicht verstehen, dass dort so viel Geld investiert werde. Das Haus könne ebenso gut abgerissen werden. Es werde jetzt keine Vollbremsung geben, der Stadtrat werde die Planung nicht umwerfen, meinte der Bürgermeister.

Waltraud Schmittnägel hätte es gerne gesehen, wenn das Ärztehaus dem umstrittenen Haus Marktplatz 4 vorgezogen würde. Wolfgang Köhlmann kritisierte den Kummerkasten auf der Internetseite, der seiner Meinung nach nicht professionell geführt wird.

Verwandte Artikel

Kommentare (1)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren