Kronach
Aktiv

Gesundheitswanderung in Kronach

Norbert Grundhöfer lüftete am Samstag gegenüber gut zwei Dutzend Lesern das Geheimnis, was sich hinter einer Gesundheitswanderung verbirgt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Norbert Grundhöfer (mit dem Rücken im Bild) zeigt den Teilnehmern, wie sie sich für das "Petersilie hacken" in Stellung bringen. Fotos: Corinna Igler
Norbert Grundhöfer (mit dem Rücken im Bild) zeigt den Teilnehmern, wie sie sich für das "Petersilie hacken" in Stellung bringen. Fotos: Corinna Igler
+45 Bilder
Mitten auf dem Festungsparkplatz stehen am Samstagvormittag zwei Dutzend Menschen, die die Schultern kreisen oder die Arme schwingen. Der Fahrer eines Reisebusses, der deshalb anhalten muss, blickt aus seiner Tür und lacht.

Weiter geht es damit, über die jeweils etwa einen halben Meter hohen Steine zu laufen, die vom Parkplatz in den Festungswald führen. "Oh weh, was erwartet uns da bloß", hat sich der ein oder andere, der am Samstag an der Leserwanderung des Fränkischen Tags teilnahm, wohl gedacht. Denn so richtig konnte sich anfangs niemand vorstellen, was es mit einer Gesundheitswanderung, durchgeführt von Norbert Grundhöfer - er selbst ist ausgebildeter Wanderführer und Gesundheitswanderer , auf sich hat.

"Bleiben Sie mal stehen", ruft Grundhöfer. "Versuchen Sie mal, ein Bein nach hinten zu strecken." Die Männer und Frauen balancieren allesamt auf den Steinen.
Dann folgt eine Partnerübung: einer hält, der, der auf dem Stein steht, drückt seine Fersen nach unten.
Mobilisation, Koordination, Kräftigung - so lauten schließlich die drei Schlagwörter der Gesundheitswanderung.

Mit dabei ist auch der Kronacher Sigfried Schneider. 43 Jahre arbeitete er als Postbote, das Laufen ist er also gewohnt. Jahr für Jahr fährt er zum Wandern nach Südtirol. "Als ich von der Wanderung gelesen hab', hab' ich mir gleich gedacht ,Da machst du mit'", erzählt er. Und er hat Spaß - nicht nur am Laufen, sondern auch an den Übungen, die Grundhöfer immer mal wieder einbaut. Genau wie Konrad Ruß aus Steinbach am Wald. "Jetzt haben wir doch genug Petersilie", sagt er scherzhaft, als Grundhöfer erneut in die Hocke bittet und die Teilnehmer dazu animiert, die Arme nach oben zu nehmen und die Hände so zu bewegen, als "würde man Petersilie hacken". Genug gehackt. Also stellen sich die Wanderer Rücken an Rücken und versuchen ein Bein hochzunehmen, hinterher sogar ein kleines Holzstück auf dem Fuß, der in der Luft schwebt, zu balancieren.

Es geht weiter Richtung Glosberg durch den Wald. Ferdinand Oppelt und seine Frau Margarete sind aus Unterfranken, genauer gesagt aus Rauenebrach, nach Kronach gekommen, um an der Gesundheitswanderung teilzunehmen. "Wir waren auch schon bei anderen Leserwanderungen dabei", erzählt Ferdinand Oppelt und seine Frau ergänzt, dass sie sowieso viel wandern beziehungsweise Fahrrad fahren - "egal bei welchem Wetter".
Pause - es gibt Getränke und Laugengebäck. Manfred Müller aus Marktrodach fährt mit dem Lieferanten zurück nach Kronach. Tapfer ist der Zeitungsausträger bis zur Straße nach Bernsroth mitgelaufen. Schließlich wurde er erst kürzlich am Knie operiert. "Aber ich muss laufen, das brauch ich", sagt er.
Kurz vor dem Ziel wird nochmal gedehnt. Also Arm über den Kopf und Fuß Richtung Po.

Noch einige Treppen hinauf zum Wahrzeichen der Stadt und dann ist die Gesundheitswanderung nach knapp vier Stunden zu Ende. "Auf einer Skala von eins bis zwölf - wobei eins sehr gut und zwölf sehr schlecht ist. Wie fühlen Sie sich?", will Grundhöfer wissen. "Eins", schießt es aus Sigfried Schneiders Mund wie aus der Pistole heraus. Ähnliches ist von den anderen zu hören. Spaß habe es gemacht, ob es so etwas bald wieder gibt, wollen einige wissen. Und "vielleicht sieht man sich ja mal", sagt eine Teilnehmerin zur anderen. Jetzt wo die Leser fitte Wanderer sind.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren