Laden...
Friedersdorf
Diskussion

Gemeinschaftshaus in Friedersdorf sorgt für Streit

In Friedersdorf soll das "Milchhäusla" einem Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus weichen. Eine Bürgerinitiative macht dagegen mobil, weil aus ihrer Sicht die Kosten für dieses Projekt zu hoch sind.
Artikel drucken Artikel einbetten
Im "Milchhäusla" in Friedersorf ist zurzeit die Feuerwehrkleidung untergebracht. Im Zuge der Baumaßnahme Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus sowie Dorfplatzgestaltung soll dieses Gebäude abgerissen werden. Foto: Veronika Schadeck
Im "Milchhäusla" in Friedersorf ist zurzeit die Feuerwehrkleidung untergebracht. Im Zuge der Baumaßnahme Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus sowie Dorfplatzgestaltung soll dieses Gebäude abgerissen werden. Foto: Veronika Schadeck
"Bürgerinitiative Pressig gegen Verschwendung öffentlicher Mittel" nennt sich die Gruppierung, die gegen die Pläne zum Bau eines neuen Feuerwehr- und Gemeinschaftshauses in Friedersdorf ist. Deren Sprecher, Dietfried Detsch, spricht denn auch von einer weiteren Verschwendung öffentlicher Mittel im Zusammenhang mit diesem Projekt. Er kritisiert, dass die Gemeinderäte von den Freien Wählern und SPD sowie Bürgermeister Hans Pietz (FW) die Planungen des Feuerwehr- und Gemeinschaftshauses in Friedersdorf vorantreiben, obwohl die Freien Wähler versprochen hatten, dass es keine Neuverschuldung gebe.

Bisher, so Dietfried Detsch, seien über 80 000 Euro nur für die Planungen des Gebäudes ausgegeben worden und das, obwohl die Eigentumsverhältnisse des Grundstückes noch nicht geklärt sind. Der Grundstückserwerb soll mit zirka 30 000 Euro zu Buche schlagen.
Zusätzliche Kosten fielen mit dem Abriss des "Milchhäuslas" an. "Das ist zu teuer!" Auch habe ein Bodengutachten erstellt werden müssen, um die wasserrechtlichen Altlasten zu klären. Dies sei mit weiteren Kosten verbunden.

Dass hier jemand, so Detsch, mit aller Gewalt dieses Gebäude errichten will, ohne Rücksicht auf die Bürger, die diese Kosten ja mittragen müssen, sei unverständlich. Rund 404.000 Euro soll das Projekt Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus kosten. Hier erkenne er keine Verhältnismäßigkeit zwischen der Anzahl der Aktiven und den Kosten. Er habe sich diesbezüglich an das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, Kommunales Finanzwesen gewandt. Von dort wurde es zur Rechtsaufsicht Landratsamt Kronach weitergereicht.
Unmut ist seiner Stimme zu entnehmen, wenn er davon spricht, dass die Feuerwehr in Welitsch derzeit nicht handlungsfähig ist, da kein einsatzbereites Feuerwehrauto vorhanden ist. Erst im Herbst soll die Wehr "ein neues Gebrauchtes" erhalten.

Neue Feuerwehrstruktur?

Detsch kann die Mehrheitsentscheidung des Gremiums pro Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus nicht nachvollziehen. Als die Welitscher ihr Feuerwehrhaus bauten, fielen fast nur Materialkosten an. Überhaupt solle über eine neue Feuerwehrstruktur nachgedacht werden, wenn eine Stützpunktfeuerwehr in der Gemeinde vorhanden ist.
Wie zu erfahren war, ist die Friedersdorfer Feuerwehr zurzeit handlungsmäßig eingeschränkt. Das alte Feuerwehrhaus wurde abgerissen, die Gemeinde hat einen Container zur Verfügung gestellt, die Feuerwehrbekleidung wird im "Milchhäusla" aufbewahrt.

Deshalb drängt auch die Zeit, ein neues Feuerwehrhaus zu errichten, gibt Bürgermeister Hans Pietz (FW) zur Auskunft. Er räumte auf Anfrage ein, dass die Grundstücksverhandlungen noch nicht endgültig geklärt sind. Man fahre parallel. Denn es soll so schnell wie möglich die volle Handlungsfähigkeit der Friedersdorfer Wehr wieder hergestellt werden, zum anderen aber auch wegen der zurzeit laufenden Dorferneuerung.

Gemeinde will Synergien nutzen

Pietz betonte, dass von derzeit rund 405.000 Euro Investitionskosten für Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus die Gemeinde im Rahmen der Dorferneuerung insgesamt etwa 125.000 Euro an Fördergeldern erhält. Das "Milchhäusla" hätte - unabhängig von diesem Projekt - im Zuge der Maßnahmen für die Dorfplatzgestaltung abgerissen werden müssen. Pietz spricht davon, dass das alte Feuerwehrhaus, nicht zuletzt wegen des baulichen Zustandes, nicht mehr tragbar gewesen sei. Bewusst habe die Gemeinde ein zusammenhängendes Gemeinschafts- und Feuerwehrhaus geplant, um Synergien, wie beispielsweise Sanitär- und Aufenthaltsräume nutzen zu können. Bezüglich des Feuerwehrautos in Welitsch wies er darauf hin, dass die Wartezeit eben so lang sei.

Von einer Konzentration auf eine Stützpunktfeuerwehr hält der Bürgermeister nicht viel. Die kleinen Ortsteilfeuerwehren machten Sinn. "Sie sind vor Ort, kennen die Örtlichkeiten und können im Ernstfall Schlimmeres verhindern."

Was die Neuverschuldung betrifft: Seit dem Jahre 2008 habe es keine Neuverschuldung gegeben. Es werde auch keine im Jahre 2014 geben. Und überhaupt könne er nicht nachvollziehen, warum eine so positive Sache permanent heruntergeredet werde.



Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren