Kronach
Wasserversorgung

Gemeinden zahlen für Sanierung der Frankenwaldgruppe

Die Sanierung der Frankenwaldgruppe wurde in der Verbandsversammlung ein gutes Stück vorangebracht.
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Die Gemeinden wollen ihren finanziellen Anteil an der FWG-Sanierung leisten. Foto: Archiv/Marco Meißner
Die Gemeinden wollen ihren finanziellen Anteil an der FWG-Sanierung leisten. Foto: Archiv/Marco Meißner

Der Wasserzweckverband Frankenwaldgruppe (FWG) ist auf Kurs. Die Verbandsräte der angeschlossenen Gemeinden fassten am Freitag in der Verbandsversammlung den Beschluss, den notwendigen Anteil für die Sanierung aufzubringen. Lediglich bei der Stadt Teuschnitz steht die Entscheidung noch aus. Insgesamt handelt es sich um einen Betrag von sechs Millionen Euro.

Aber auch die Bürger werden ihren Beitrag für die Sanierung leisten müssen. Ab 1. Januar 2020 wird die Grundgebühr von derzeit 108 auf 208 Euro pro Jahr angehoben. Die Satzung soll in der nächsten Sitzung entsprechend geändert werden.

In der Versammlung herrschte eine harmonische Stimmung. Sachlich wurde darüber diskutiert, nach welchen Kriterien die Investitionskostenbeiträge umlegt werden sollen. Im Raum standen die Möglichkeiten, die Umlage nach Haushalten oder nach Einwohnern zu erheben. Letztendlich sprachen sich die Verbandsräte für den Vorschlag des Tettauer Bürgermeisters Peter Ebertsch aus. Dieser regte eine Mischkalkulation an, also eine Erhebung, die sich je zur Hälfte aus beiden Faktoren zusammensetzt. Das sei die gerechteste Lösung, meinte er. "Das ist der goldene Mittelweg!"

Dem pflichtete die Reichenbacher Bürgermeisterin Karin Ritter bei. Ihre Gemeinde müsste bei einer Berechnung nach Haushalten 560 000 Euro und bei einer Kalkulation nach Einwohnern 463 404 Euro bezahlen. Die Steinwiesener dagegen hätten bei einer Berechnung nach Haushalten profitiert. Ihr Bürgermeister Gerhard Wunder sprach von einer Solidargemeinschaft. Insgesamt gehe es darum, die Bürger zu entlasten. Es sei ein Kompromiss, mit dem alle leben könnten.

Vorsitzender Jürgen Baumgärtner betonte, dass die Sanierung bezahlt werden müsse. Die Staatsregierung und er selbst hätten ihren Beitrag zu einer Lösung geleistet. Wie jetzt die Investitionskostenumlage verteilt werde, dass sei die Aufgabe der kommunalen Familie. Den Gemeinden steht es nun offen, in welchem Zeitraum sie ihre Beiträge bezahlen. Beschlossen wurde eine maximale Dauer von 20 Jahren. Auch besteht die Möglichkeit von Sondertilgungen.

Bescheide gehen raus

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Josef Herrmann fragte nach dem aktuellen Stand in der Stadt Teuschnitz. Hierzu erklärte Baumgärtner, dass in den nächsten Wochen die Bescheide an die Gemeinden verschickt werden. Sollten die Teuschnitzer ihren Beitrag - es handelt sich hierbei um eine Summe von rund 380 000 Euro - nicht zahlen, bestehe die Möglichkeit einer Klage. Er geht aber davon aus, dass sich der Teuschnitzer Stadtrat in den nächsten Monaten bereiterklären wird, seinen Anteil an der Sanierung der FWG zu leisten.

Peter Ebertsch meinte, dass doch jeder Betroffene heilfroh sein sollte über die gefundene Lösung. So habe sich der Anteil der Gemeinden von zwölf auf sechs Millionen und der Anteil der Bürger von 20 000 Euro (galt für 20 Jahre) auf eine jährliche Erhöhung der Grundgebühr um 100 Euro reduziert.

Situation hat sich verändert

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"Es ist schwierig, alle Menschen mitzunehmen, aber die meisten haben es verstanden", so Baunmgärtner. Für die Stadt Teuschnitz war weder Bürgermeisterin Gabi Weber noch ein Verbandsrat anwesend.

Auf Anfrage erklärte Zweiter Bürgermeister Stephanus Neubauer, dass der Beschluss des Stadtrates noch ausstehe, da trotz wiederholter Anfrage dem Gremium noch nicht mitgeteilt worden sei, auf welcher Grundlage sich die Zahlen zusammensetzen.

Neubauer sprach aber auch davon, dass sich die Situation gegenüber der Zeit vor zwei Jahren dank des Engagements von Jürgen Baumgärtner stark verändert habe. Mit dem Erreichen des Härtefalls und den damit verbundenen Förderungen seien die finanziellen Belastungen sowohl für die Bürger als auch für die Kommunen stark gesunken. Es seien sozialverträgliche Lösungen geschaffen worden. Er sei optimistisch, dass der Stadtrat der Investitionskosten-Umlage zustimmen wird.



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