Ludwigsstadt
Sagenhafte Wanderung

Geheimtipp Frankenwald: Burg-Grusel und Pralinen auf dem Lauensteiner Märchenpfad

Der Märchenpfad rund um Lauenstein ist nicht nur für Kinder interessant: An schokoladiger Wegzehrung finden auch Erwachsene Geschmack. Doch die sagenhafte Wanderung im Kreis Kronach bietet auch Gruselstoff.
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Wenn Försterin Melanie Schwarzmeier (links) eine Sage des Märchenpfades erzählt, haben ihre Begleiter Zeit zum Durchschnaufen. Foto: Ronald Rinklef
Wenn Försterin Melanie Schwarzmeier (links) eine Sage des Märchenpfades erzählt, haben ihre Begleiter Zeit zum Durchschnaufen. Foto: Ronald Rinklef
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Unter Wanderern ist der Frankenwald noch ein wahrer Geheimtipp. Das Gute daran: Die Strecken sind niemals überlaufen. Selbst wenn im Sommer Touristenmassen nach Burg Lauenstein strömen, können Wanderer auf den umliegenden Wegen die Natur ungestört genießen. Einer davon ist der 5,8 Kilometer lange Märchenpfad rund um Lauenstein. Der Frankenwald bietet eine geografische Vielfalt aus weiten Ebenen, steilen Anstiegen, dichten Nadelwäldern und tollen Aussichten. Wem der Märchenpfad nicht anstrengend genug ist, der kann auch den Fischbachsmühlenweg (6,9 km), den Wetzsteinmacherweg (5,3 km) und das Grüne Band erkunden.

Das Grüne Band: Geschichtsstunde mit Ausblick

Wer es auf die Aussichtsplattform der Thüringer Warte geschafft hat, bekommt nicht nur einen 360-Grad-Rundumblick über den Frankenwald sowie sein Thüringer Pendant: Am Grünen Band lässt sich der frühere Grenzverlauf nachvollziehen. Wo früher Nadelbäume abgeholzt wurden, um Platz für Zäune und Minenfelder zu machen, schlängeln sich nun hellgrüne Birkenkronen durch die Landschaft. An klaren Tagen könne man sogar bis Weimar blicken, erzählt Wanderführerin Manja Hünlein. Früher hätten Westdeutsche oft die Thüringer Warte bestiegen, um einen Blick in den Osten zu werfen.

Die Weiße Frau und ein tödliches Missverständnis

Die Weiße Frau ist Lauensteins berühmtes Gespenst: Der Sage nach bandelte Katharina von Orlamünde nach dem frühen Tod ihres Mannes mit Albrecht von Hohenzollern an. In einem Brief schrieb dieser jedoch, dass "vier Augen" ihr Liebesglück missgünstig betrachten würden. Katharina bezog dies auf ihre beiden Kinder - und erstach sie mit ihren Stricknadeln. Gemeint hatte Albrecht allerdings seine Eltern. Seit ihrem Tod soll Katharina als Weiße Frau die Gegend um Lauenstein, aber auch die Kulmbacher Plassenburg heimsuchen.

Doppelt schokoladig: Zwei Pralinenmanufakturen in Lauenstein

Doch die Wanderstrecken rund um Lauenstein bieten nicht nur reichlich Schauergeschichten, sondern auch eine hohe Schokoladendichte: Auf rund 500 Lauensteiner kommen gleich zwei Pralinenmanufakturen - und die könnten unterschiedlicher nicht sein. Nur eine Gehminute vom Wanderparkplatz und Ende des Märchenpfades entfernt liegt die Frankenwald Confiserie Bauer. Die kleinere der beiden Manufakturen gibt es seit 1973 und sie punktet mit Gemütlichkeit und einem tollen Ausblick über den Kaffeetassenrand hinweg auf die dichten Baumkronen des Frankenwalds. Im darüber liegenden Verkaufsraum können Besucher nicht nur ihr Pralinendepot auffüllen, sondern die Mitarbeiter bei der Produktion durchs Fenster beobachten. Das sahnelastige Markenzeichen der Manufaktur sind allerdings nicht ihre Pralinen, sondern die voluminösen Windbeutel.

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Wer nach dem Märchenpfad noch nicht außer Puste ist, kann alternativ (oder zusätzlich) der 3,4 Kilometer entfernten Confiserie Burg Lauenstein einen Besuch abstatten. Hier erwarten die Wanderer Einblicke in die gläserne Manufaktur, die längste Pralinentheke Oberfrankens sowie ein sprudelnder Schokoladenbrunnen. Der Fischbachsmühlenweg führt durch den angrenzenden Wald und knapp an der rund 400 Jahre alten Getreidemühle vorbei, die 1964 zur Manufaktur umgebaut wurde. Heute werden im historischen Gebäude rund 100 verschiedene Pralinensorten produziert.

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Hier finden Sie den ausführlichen Artikel zu unserer Märchenwanderung mit vielen Fotos, einer interaktiven Karte und dem GPX-Track!

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