Burggrub
Parkanlage

Gartenbauverein Burggrub feiert 100-Jähriges

Der Obst- und Gartenbauverein Burggrub hat eine wunderschöne Anlage geschaffen. Am Samstag ist seine 100-Jahr-Feier.
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Seit einigen Jahren gibt es im Burggruber Park auch ein Insektenhotel - als Nist- und Überwinterungshilfe für Insekten. Das Bild zeigt (von links) : Vorsitzenden Klaus Birkner, Bürgermeister Rainer Detsch und Ehrenmitglied Karl Körner. Foto: hs
Seit einigen Jahren gibt es im Burggruber Park auch ein Insektenhotel - als Nist- und Überwinterungshilfe für Insekten. Das Bild zeigt (von links) : Vorsitzenden Klaus Birkner, Bürgermeister Rainer Detsch und Ehrenmitglied Karl Körner. Foto: hs
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Es ist schon ein Idyll: Jedes Frühjahr verwandelt sich der Burggruber Park, in dem viele der in Mitteleuropa verbreiteten Baumarten vertreten sind, in eine grüne Oase. Stolz führen der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Burggrub, Klaus Birkner, sowie Ehrenmitglied Karl Körner durch die Parkanlage. Im Gespräch mit Stockheims Bürgermeister Rainer Detsch (FW) merkt man den beiden Gartlern an, wie wichtig ihnen der Erhalt sowie die Pflege dieses schönen Fleckchens Erde sind.

" Es ist ein Park für alle Generationen - für Kinder ebenso wie für ältere Mitbürger", freut sich Bürgermeister Detsch über die "Verwandlung" des ehemaligen Eisenbahngeländes in ein 0,5 Hektar großes Kleinod.
Dass er damit recht hat, hat man in Burggrub sogar schwarz auf weiß. Das Konzept einer Parkanlage in Verbindung mit dem angrenzenden Spielplatz in Burggrub ging 2011 aus dem landesweiten Wettbewerb "Grüne Begegnungs- und Erlebnis(t)räume als Kreissieger hervor. Ziel des Wettbewerbs war es, das Bewusstsein für den Wert natürlich gewachsener Begegnungs- und Erlebnisräume zu schärfen. Kommunen sollten ermutigt werden, kindgerechte und naturnahe Erlebnisräume zu schaffen oder zu erhalten.

Erholung wird geboten

Laut Birkner, der auch Schriftführer der verantwortlich zeichnenden "Spielplatzinitiative Burggrub" ist, möchte man im Park und auf dem Spielplatz Kindern, Jugendlichen, Eltern und Senioren Erholung und Gemeinschaft auf einem mit einem Hügel und Rohr verbundenen Gelände ermöglichen. Dank gebühre in diesem Zusammenhang auch dem verstorbenen Philipp Heinlein. Als damaliger Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Burggrub hatte dieser den Park als Basis des Gesamtkonzepts ab 1996 unter Mithilfe vieler Burggruber aufgebaut.

Der Park ist zweifellos das "Aushängeschild" des Gartenbauvereins Burggrub, der am 15. Juni 1913 gegründet wurde und derzeit 121 Mitglieder zählt. Alle Protokollbücher und Kassenbücher sind seit 1913 vollständig erhalten. Stand anfangs beim Traditionsverein die Grundversorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln im Vordergrund, verschreiben sich die Gartler nun insbesondere der Landschaftspflege sowie dem Schutz von Natur und Umwelt.

30 Jahre im Amt

Gründungsvorsitzender war Luis Höring, der die Geschicke des Vereins von 1913 bis 1919 leitete. Die längste Amtszeit in der Geschichte des Vereins hatte Richard Wilde - nämlich von 1930 bis 1960. An ihn kann sich Ehrenmitglied Karl Körner, der von 1973 bis 1982 "erster Gartler" war und für seine Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt wurde, noch erinnern. "Richard Wilde war Gärtner. Er hatte seine Dorfgärtnerei etwa gegenüber dem heutigen Küchenstudio Häfner. Hans Franz, von Beruf Glasbläser, war der Baumspritzer.

Es gab einige Baumspritzen, Schutzanzüge und es wurden immer je etwa 1000 Liter Spritzbrühe angemischt. Alle Bäume und Sträucher wurden jährlich in einer Inventur aufgenommen, gekalkt und mit Leimringen versehen", blickt Körner zurück. Vor dem Zweiten Weltkrieg habe sich im heutigen Anwesen Moser - gegenüber der Bratwurstbude des Gasthauses Höring - die Obstpresse bei Loscher befunden. Später sei diese ins Anwesen der Familie Kern schräg gegenüber dem Feuerwehrhaus verlagert worden.

Höherer Stellenwert

"In der Zeit der Vereinsgründung stand die Verbesserung der Grundversorgung mit Obst und Gemüse und die dabei notwendige gegenseitige Unterstützung im Vordergrund", weiß Bürgermeister Detsch. Heute gebe es auch andere Ansätze. "Der Anbau von eigenem Obst und Gemüse hat wieder einen höheren Stellenwert, nicht zuletzt wegen ständig neuer Lebensmittelskandale. Wichtiger noch ist die Gartenarbeit für viele ein wertvoller Ausgleich vom Alltagsstress. Für Kinder ist der eigene Garten ein natürlicher Lernort.

Durch hautnahes Erleben der Natur entwickeln sie eine besondere Einstellung zu ihrer Umwelt und erkennen, was Lebensqualität bedeutet. Damit vermitteln wir unseren Kindern auch lokale Identität und ein Gefühl für Heimat", ist sich das Gemeindeoberhaupt sicher.

Lebensmittel selbst anbauen

Dem pflichtet auch Birkner bei, der seit 1996 dem Traditionsverein vorsteht: "Wenn unsere Kinder auf eigenem Grund eigene Lebensmittel selbst anbauen, dann sind das ihre Produkte, die eine weitaus höhere Wertschätzung erfahren als ein gekauftes Lebensmittel, die risikobehaftet sind", so der Vorsitzende. Dadurch erfahre auch der eigene Grund und Boden eine viel höhere Wertschätzung und das Kind verbinde sich mit seinem Grund, der in Form der Bodenhaftung das Kind nach vielen Jahren wieder in seine Heimat zurückziehe.

"Bei der Flurbereinigung war im Zuge des Baus der unterirdischen Wasserrückhaltebecken im Lochbach viel Erde übrig, die unter Mithilfe der Bauern (Einebnung) und der Gemeinde (Rohre) gleich wieder zur Verrohrung des Wassergrabens am Bergmannsweg unter Leitung der Gartler eingesetzt wurde. Die LKW wurden über die Flurbereinigung bereitgestellt", erzählt Körner. Damals habe es also - wie Birkner ergänzt - auch schon ein symbiotisches Verhältnis zwischen Gemeinde und Vereinen gegeben. "Man hilft sich. Jeder stellt sich mit dem Anderen günstiger als ohne den Anderen", fügt Birkner hinzu.

Wie sich Körner erinnert, hat Frau Moser Samenbestellungen abgewickelt. "Das ganze Wohnzimmer war oft mit Samentüten zugepflastert. Zeitweise war unser Gartenbauverein der größte Kunde der Fima Pötschke", blickt das Ehrenmitglied zurück. Längst haben sich die Aufgabenbereiche des Vereins verändert. Wenn auch mittlerweile nicht mehr die Notwendigkeit der Versorgung im Vordergrund steht, profitiert die Bevölkerung doch noch immer vom ehrenamtlichen Engagement der Gartler. So ist der Gartenbauverein Burggrub in seinem Jubiläumsjahr nach wie vor kompetenter Ansprechpartner bei Fragen rund um das grüne Reich. Er bietet beispielsweise Leihgeräte wie unter anderem Häcksler und Vertikutierer an. Verschiedene Termine wie Vorträge und Feste sowie Veranstaltungen für die Jugend werden üblicherweise angeboten, konnten aber im Jubiläumsjahr wegen der Vorbereitungen noch nicht umgesetzt werden.

Events für die Kinder

Eine feste Jugendgruppe besteht nicht. Jedoch werden pro Jahr einige Events für Kinder gemacht, wozu jeweils alle Mädchen und Jungen des Orts - unabhängig von der Vereinsmitgliedschaft - eingeladen werden.

Die Hundertjahrfeier des Obst- und Gartenbauvereins wird am kommenden Samstag im Burggruber Park begangen. Der Festkommers mit Grußworten und Ehrungen beginnt um 17.30 Uhr. Der Tag klingt mit Live-Musik aus. Für das leibliche Wohl ist bereits ab 14.30 Uhr gesorgt.

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