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Weißenbrunn
Modernisierung

Traditionsbrauerei Gampertbräu investiert 500.000 Euro in neue Abfüllanlage

Die Weißenbrunner Brauerei schafft sich eine neue Flaschenabfüllanlage an. Davon verspricht sie sich mehr Effizienz und mehr Nachhaltigkeit im Abfüllprozess.
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Zwei Kräne hievten in Filigranarbeit das neue Abfüllaggregat an die Eingangsöffnung zum Abfüllstandort in der Brauerei Gampertbräu. Das war buchstäblich Millimeterarbeit in sechs Metern Höhe.  Foto: Karl-Heinz Hofmann
Zwei Kräne hievten in Filigranarbeit das neue Abfüllaggregat an die Eingangsöffnung zum Abfüllstandort in der Brauerei Gampertbräu. Das war buchstäblich Millimeterarbeit in sechs Metern Höhe. Foto: Karl-Heinz Hofmann

Die Traditionsbrauerei Gampertbräu investiert 500.000 Euro in eine neue Abfüllanlage an ihrem Standort im Bierdorf Weißenbrunn und setzt mit dieser hohen Summe auf Innovation, Optimierung des Abfüllprozesses und gestaltet diesen umweltfreundlicher als bisher. Dabei geht es der Brauerei nicht um mehr Leistung - die bisherige Anlage füllte in der Stunde circa 15.000 Bierflaschen ab - sondern um mehr Effektivität und Umweltaspekte.

Wie der Gampertbräu-Geschäftsführer, Diplom-Braumeister Christian Höfner, mitteilt, habe die Qualität seiner Biersorten höchste Priorität. Daher ersetzt die Brauerei ab Mitte Mai den bisherigen Flaschenfüller durch eine neue Anlage. Das Flaschenetikett für das Förster Pils wird während der Umstellungszeit leicht abweichen. "Ein Gampert-Kenner erkennt das natürlich sofort", sagt Höfner. "Durch die neue moderne Abfüllanlage mit neuer Technik wird nicht die Abfüllmenge erhöht, sondern die Anlage unterstützt die Optimierung des Prozessablaufs. Aufgrund seiner automatischen Steuerung kommuniziert der neue Abfüller zukünftig beispielsweise direkt mit unserer Etikettiermaschine. Das ermöglicht einen flüssigeren und effizienteren Arbeitsablauf als bisher."

Die Umwelt soll profitieren

Als weiteren großen Pluspunkt sieht er den Umweltaspekt. Denn die neue Maschine verbraucht weniger Energie und rund 45 Prozent weniger Wasser als die alte. Damit setzt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit und die Schonung von Ressourcen im Braubetrieb. "Bewusst investieren wir an unserem Stammsitz in Weißenbrunn. Hier kommen wir her und von hier werden wir auch die Zukunft unserer Traditionsbrauerei gestalten", versichert Christian Höfner.

Das 13 Tonnen schwere Aggregat musste in die in sechs Metern Höhe liegende Eingangsluke zum Abfüllstandort gehievt werden. Dazu war eine filigrane Justierung von zwei Kranführern mit ihren 130- und 55-Tonnen-Kränen erforderlich. Wie knapp das war, zeigen die Maße: Die Eingangsöffnung ist 2,65 Meter breit, die neue Anlage exakt 2,625 Meter. Dieser Spielraum von knapp 2,5 Zentimetern erforderte also, salopp gesagt, einen guten Umgang, ein gutes Auge und technisches Können, um beim Anheben und Einführen in die Eingangsöffnung nichts zu beschädigen. Danach war großes Aufatmen bei den Geschäftsführern Christian und Anette Höfner zu spüren.

Nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Brauereigeschäfte gefragt, antworten sie: "Unsere Investition wurde schon im vergangenen Jahr geplant, da war von Corona-Pandemie nichts zu ahnen. Die Lieferungen in die Gastronomie wurden fast komplett eingestellt; noch bei den Wirten stehendes Fassbier wurde zurückgenommen und größtenteils gutgeschrieben. Der Getränkehandel kann den Umsatzrückgang nicht auffangen, da auch das gesellige Trinken zu Hause mit Nachbarn, Verwandten et cetera verboten war. Wir hoffen aber, dank unserer treuen Fans, auch diese Krise zu überstehen", äußern die Geschäftsführer unisono.

Corona-Krise spürbar

Die Privatbrauerei Gampertbräu, Gebrüder Gampert, Weißenbrunn, befindet sich seit 1514 in Familienbesitz und braut ihre elf Biersorten nach dem strengen bayerischen Reinheitsgebot. Mit viel Leidenschaft kümmert sich das über 50-köpfige Team darum, dass bei der Braukunst vor allem die Würze stimmt. Voraussetzung hierfür sind die traditionelle Familienrezeptur und ausgesuchte, regionale Zutaten. Gampertbräu wurde 2019 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft als eine der zwölf besten Brauereien mit dem Bundesehrenpreis für seine hohe Qualität von Förster Pils, Förster Gold und vom Jubiläumstrunk ausgezeichnet. Außerdem stellt man in Weißenbrunn auch die verschiedenen, gern getrunkenen, alkoholfreien Crana-Erfrischungsgetränke her.

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