Kronach
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FWO auf dem Weg zum Energieversorger

Die Fernwasserversorgung Oberfranken nimmt am 1. August drei neue Photovoltaik-Anlagen in Betrieb.
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Die FWO-Photovoltaikanlage in Straßdorf  Foto: privat
Die FWO-Photovoltaikanlage in Straßdorf Foto: privat
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Rechtzeitig, noch bevor die EEG-Novelle zum 1. August greift, nimmt die Fernwasserversorgung Oberfranken drei neue Photovoltaikanlagen in Betrieb.

Die Anlagen an den Standorten in Rugendorf/Kreis Kulmbach, Oberrodach und Straßdorf/Kreis Hof haben eine Leistung von insgesamt 276,5 kwp und sollen rund eine Viertelmillion Kilowattstunden pro Jahr erzeugen. Einen Großteil des Stroms - und das ist bisher einmalig - wird die FWO für ihren eigenen Betrieb, also beispielsweise für ihre Turbinen verwenden. Insgesamt hat die FWO in den letzten Jahren Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von über 1300 kwp errichtet, davon eine Freiflächenanlage in Eichenbühl/Weißenbrunn.

Die FWO ist mit der größte Wasserversorger Bayerns. Der Zeitpunkt, die neuen Photovoltaikanlagen zum 1. August in Betrieb gehen zu lassen, sei äußerst wichtig gewesen, so der Verbandsvorsitzende Heinz Köhler.
Denn dadurch werden die erzeugten Stromprodukte weiterhin für einen Zeitraum von 20 Jahren ab der Inbetriebnahme der Anlagen nach dem Fördersatz vergütet, der bisher Gültigkeit hatte.

"Dadurch haben wir auch eine Planungssicherheit", ergänzt der Geschäftsführer der FWO, Markus Rauh. Und das ist wichtig, denn die FWO hat ein 500 Kilometer langes Leitungsnetz zu unterhalten. Irgendwann müsse dieses erneuert und saniert werden, also sind diese Investitionen in erneuerbare Energien als eine Art Geldanlage, beziehungsweise Rücklagenbildung zu sehen.

Rücklagen bilden
Rechtzeitige Rücklagenbildungen und eine Optimierung von Betriebsabläufen sind wichtig, damit das lebensnotwendige Gut "Wasser" für die Bürger bezahlbar bleibt. Denn die Wasserversorger werden künftig große Herausforderungen bewältigen müssen. Neben anfallenden Reparaturen werden die Qualitätsanforderungen an das Wasser anspruchsvoller, die Einwohner weniger. Dadurch vermindert sich aber der Wasserverbrauch.

Die Betriebskosten, um die Wasserversorgung gewährleisten zu können, bleiben aber die Gleichen. Die FWO hat auch mit weiteren Ausprägungen der Demografie zu kämpfen, beispielsweise mit der Personalentwicklung. Es stellt sich die Frage: "Haben wir in 20 Jahren noch genügend Facharbeiter".

Sämtliche Aktivitäten zielen darauf hin, so Köhler, den Bürgern auch in 20 Jahren Wasser zu bezahlbaren Preisen liefern zu können. Sowohl Heinz Köhler als auch Markus Rauh sind überzeugt, dass vorhandene Gelder in den Bereichen erneuerbarer Energien richtige Geldanlagen sind, zumal bei den herkömmlichen Anlagen das Zinsniveau niedrig ist.

Investiert wurde auch in drei Windenergieanlagen im Landkreis Hof und in ein Wasserkraftwerk am Hochbehälter in Zobelberg/Landkreis Lichtenfels. Bisher fielen insgesamt 5,5 Millionen Euro an Investitionen in erneuerbare Energien an.

Zudem, so Köhler, will die FWO auch einen Beitrag zur Umwelt, Klimaschutz und Energiewende liefern. Bereits seit 2003 hat die FWO das europäische System EMAS und die entsprechende DIN EN ISO 14001 als erstes Wasserversorgungsunternehmen in Bayern eingeführt.

Das bedeutet, seit diesem Jahr konnte durch den Einsatz der EEG-Anlagen der FWO rund 100.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Stolz ist der Vorsitzende darauf, dass die FWO trotz der millionenschweren Investitionen zum 1. Januar 2013 ihren Wasserpreis um zehn Cent je Kubikmeter Abgabemenge auf 0,70 Cent reduzieren konnte. Zuvor hatte es seit Ende der 90er-Jahre keine Erhöhungen gegeben.
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