Neukenroth
Versorgung

FWG: Baumgärtner kündigt Rückzug an

Die Frankenwaldgruppe hat unter dem Vorsitz des CSU-Landtagsabgeordneten 26 Millionen gesteckt; neun Millionen davon in Leitungen und Hausanschlüsse. Bei der Verwirklichung des Gesamtkonzepts setzt der Wasserzweckverband auf hohe Härtefallzuschüsse.
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Die Rohre der Frankenwaldgruppe waren und sidn in die Jahre gekommen, wie im im Bild die Wasserrohre  ein Stück  Leitung aus Lahm. Noch vor fünf Jahren wurden 37 Rohrbrücke im Jahr verzeichnet, in 2019 lag man bei 13. Veronika Schadeck
Die Rohre der Frankenwaldgruppe waren und sidn in die Jahre gekommen, wie im im Bild die Wasserrohre ein Stück Leitung aus Lahm. Noch vor fünf Jahren wurden 37 Rohrbrücke im Jahr verzeichnet, in 2019 lag man bei 13. Veronika Schadeck

Der Wasserzweckverband Frankenwaldgruppe (FWG) ist auf Kurs. Das wurde bei einer Informationsveranstaltung deutlich. Bei den Baumaßnahmen konnte bisher nicht nur der Zeit-, sondern auch der Kostenrahmen eingehalten werden. Vorsitzender Jürgen Baumgärtner verkündete, dass bei den Sanierungsarbeiten 80 Prozent der Aufträge an heimische Unternehmen vergeben wurden.

2020 geht es mit Maßnahmen weiter. Geplant sind: Windheim, Zubringerleitung; Hirschfeld, Zubringerleitung BA I, Steinberg, Schloßberg; Kotschersgrund, Remschlitz/BA II; Birnbaum, Restmaßnahmen; Neufang, Reichenbach, Kapellenstraße; Hesselbach, Blühstraße und Am Plan.

15 Kilometer Leitungen

Insgesamt wurden 26 Millionen Euro seit 2016 in Sanierungsmaßnahmen der FWG investiert, davon neun Millionen Euro in den Austausch von 15 000 Metern Ortsnetzleitungen und Hausanschlüssen (Zuwendung fünf Millionen Euro).

Im kommenden Jahr sollen es drei Millionen (Förderung 2,4 Millionen) werden. Für die Jahre 2021 bis 2028 sind elf Millionen Euro Investitionen geplant (Zuwendungen 8,8 Millionen Euro). Insgesamt fließen in 26 Jahren 65 Millionen Euro in die Sanierung der FWG.

Baumgärtner lobte das Miteinander mit der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO). Deren Vorsitzender Heinz Köhler erinnerte daran, dass in den sechs Jahren der Zusammenarbeit viel passiert sei. So habe die FWO 2015 eine leistungsfähige Leitung vom Hochbehälter Effelter nach Tschirn (1,5 Millionen Euro), verlegt.

Der Hochbehälter in Tschirn sei entsprechend erweitert worden (eine Million Euro). Leitungen seien zudem von Wiegand-Glas aus zum Anknüpfungspunkt nach Lauenhain verlegt worden (500 000 Euro). Derzeit sei ein Hochbehälter in Kehlbach in Planung, ferner sollen Fernleitungen von da aus bis nach Windheim und zum Freizeitsee verlegt werden. Im Zuge dessen werden auch Abwasserleitungen mit eingebaut. Dadurch spare der Landkreis erheblich.

In der Veranstaltung kündigte Baumgärtner seinen Rücktritt innerhalb der nächsten zwei Jahre an. Als seine Nachfolgerin wird seine Stellvertreterin favorisiert, die Wilhelmsthaler Bürgermeisterin Susanne Grebner. Nicht zuletzt, weil Wilhelmsthal die größte Gemeinde in der FWG ist. Baumgärtner favorisiert Bürgermeister als Kandidaten, weil sie "zur Not ihren Kämmerer fragen können".

Was die Personalentwicklung der FWG betrifft, sprach Baumgärtner von einem Geschäftsführer in Vollzeit und zwei Halbtagskräften ab 2025. Betriebswirtschaftlich sei das nicht das Optimum, "dazu bräuchten wir 700 Haushalte mehr".

Keine Dauerlösung

Nächstes Jahr will die FWG 3,5 Millionen Euro investieren; in den Jahren 2021 bis 2028 werden elf Millionen Euro für Sanierungsmaßnahmen eingesetzt.

Bei aller Freude über das Erreichen der Härtefall-Stufe II (80 Prozent Zuschüsse) bei den Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas), sei ein Risiko vorhanden. Denn: "Die RZWas sind endlich!"

Für die FWG bedeute das, dass man in München darum kämpfe, dass das von den Fördergebern geforderte Gesamtkonzept für die Sanierung der FWG auch als Gesamtmaßnahme anerkannt werde. Das hätte zur Folge, dass man den Sanierungsplan fortführen könnte. Gelinge es nicht, und die Staatsregierung erkenne nur die Einzelmaßnahmen an, laufe die FWG Gefahr, den gesamten Investitionsbedarf bis 2028 abschließen zu müssen, damit sie nicht aus der Förderkulisse falle.

Baumgärtner sprach von Gemeinden, die im Bereich der Wasserversorgung einen Investitionsstau in Höhe von rund zehn Millionen Euro haben. Er appellierte an sie, sich Gedanken darüber zu machen, wohin der Kurs ihrer Wasserversorgung führen soll. Denn wenn keine Zuschüsse mehr fließen, "wird es richtig teuer".

Und was Teuschnitz betreffe, das sich bisher als einzige Kommune weigert, seine Investitionskostenbeiträge zu zahlen, meinte Baumgärtner: Ob die Stadt nun ihre Investitionskostenumlage bezahle oder nicht sei Aufgabe der kommunalen Familie: "Wenn die Stadt diese Umlage nicht bezahlt, werden es die Bürger machen müssen!"

Investitionen 2019

Die 2019 getätigten beziehungsweise in Angriff genommenen Maßnahmen der FWG im Überblick:

Kotschersgrund /Kapellenweg Bau von zwei Versorgungsleitungen 885.000 Euro; Kotschersgrund/Remschlitz, Bau von zwei Versorgungsleitungen 330.000 Euro, Wilhelmsthal, Bau von zwei Versorgungsletungen, Bau eines Druckminderschachtes, 330.000 Euro; Windheim, Hasengasse, 500.000 Euro; Windheim Anschluss Ölschnitzsee 95.000 Euro; Effelter, Bau von drei Versorgungsleitungen, Erneuerung 25 Anschlussleitungen, 290.000 Euro; Lahm, Bau einer Versorgungsleitung, Erneuerung von 35 Anschlussleitungen 540.000 Euro.

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