Küps
Auszeichnung

Für Küps Großes geleistet

Die Marktgemeinde verlieh Altbürgermeister Raimund Schramm die Ehrenbürgerwürde.
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Bürgermeister Bernd Rebhan gratuliert Raimund Schramm zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde. Links Landrat Klaus LöfflerVeronika Schadeck
Bürgermeister Bernd Rebhan gratuliert Raimund Schramm zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde. Links Landrat Klaus LöfflerVeronika Schadeck
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Es waren für alle anwesenden Küpser bewegende Momente, als ihrem Altbürgermeister am Donnerstagabend die Ehrenbürgerwürde verliehen wurde. Mit stehenden und lang anhaltenden Ovationen wurde Raimund Schramm als neuer Ehrenbürger von Küps gefeiert. "Ich bin überwältigt", meinte Raimund Schramm, der um Fassung rang und mit Freude sowie mit Demut diese Ehrung entgegennahm.

42 Jahre im Kreistag

Zuvor gab es viele Lobesworte. So wurde der Senior vom Bürgermeister Bernd Rebhan als ein "Architekt der Gemeinde Küps" bezeichnet. Landrat Klaus Löffler, der die Festrede hielt, bezeichnete Raimund Schramm als einen, der weit mehr als nur seine Pflicht getan habe. Der Landrat hob die vielen Ämter von Schramm auf Kreisebene hervor. Demnach war der Geehrte von 1966 bis 2008 42 Jahre lang im Kreistag. Dort habe er in verschiedenen Ausschüssen die Gemeinde und den Landkreis mitgeprägt.

Weiterhin hob Löffler seine Verdienste als stellvertretender Landrat in den Jahren 1990 bis 2002 hervor. "Du hast viel Gutes bewirkt!" würdigte Löffler die Leistungen von Schramm.

"Du bist der Vater unserer Einheitsgemeinde", so Bürgermeister Bernd Rebhan. Er sprach von den Herausforderungen, die Schramm in seiner Funktion als Bürgermeister in den Jahren von 1972 bis 1990 gemeistert habe. Er erinnerte an die Gebietsreform im Jahre 1978 und an den Aufbau der Verwaltung. "Aus vielen Einzelgemeinden hast du eine Großgemeinde mit rund 8000 Einwohnern geformt!"

Maßgeblich sei Schramm auch als Vorsitzender nach der Gründung des Abwasserverbands Süd in den 70er Jahren am Aufbau des gesamten Kanalnetzes beteiligt gewesen. Auch der Bau des Schulhauses mit Turnhalle und Schwimmbecken und die Musikschule tragen seinen Stempel. "Du hast unsere Gemeinde nachhaltig geprägt!"

Der Personalratsvorsitzende Christian Ebertsch erinnerte in humorvoller Weise an seine Lehrzeit vor über 20 Jahren. Er beschrieb Schramm als Respektsperson so: "Wenn es hieß, der Schramm ist in der Leitung, dann hat das gewünschte Gegenüber sofort Haltung angenommen."

Jeder Mitarbeiter habe gewusst, dass mit Schramm ein Gesprächspartner wartete, der den Verwaltungsbetrieb bis ins Kleinste kannte. Schramm sei einer gewesen, der sich nur mit fachkundigen Erklärungen zufrieden gab. "Und solche Gesprächspartner sind anstrengend!"

Ebertsch bezeichnete Schramm als jemanden, der so manche Brücke zwischen Bewohnern des Marktes und der Verwaltung beziehungsweise Kommunalpolitik geschlagen habe. Jeder, der Rat und Hilfe suchte, habe ein offenes Ohr bei Schramm gefunden.

Die Glückwünsche der Schulfamilie überbrachte Hans-Peter Müller. Er lobte den Weitblick von Schramm, der in den 70er Jahren ein zukunftsweisendes Schulgebäude mit einem Schwimmbecken auf den Weg brachte, um das die Gemeinde beneidet wurde.

Ein Vorbild

Horst Heller gratulierte im Namen der Küpser Unternehmen. Er bedankte sich dafür, dass Schramm immer die heimischen Firmen unterstützt habe. "Du bist für mich immer ein Vorbild gewesen, sowohl als Mensch als auch in der Kommunalpolitik", würdigte die CSU-Fraktionsvorsitzende Ursula Eberle-Berlips ihren Parteifreund. Sie bedankte sich aber auch bei der Ehefrau von Raimund Schramm, die ihm viele Jahre den Rücken freigehalten habe. Von der SPD-Fraktion gratulierte Ralf Pohl. Die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Helga Mück, die einst die VHS-Außenstelle in Küps leitete, erinnerte an einer jahrelang guten Zusammenarbeit.

"Ich bin tief betroffen", so Raimund Schramm. "Ich habe jedes Wort in meinem Herzen aufgesogen." Der 87-Jährige erinnerte an die Zeit, als er als "Flößer" aus Wallenfels in die "Toskana des Frankenwaldes" kam. Es sei im Jahre 1952 gewesen, als er sich für eine Verwaltungsstelle in Küps bewarb. Damals habe die Verwaltung aus vier Personen bestanden. Ein Rathaus gab es nicht. Es gab nur drei Büros in einem Gebäude. Auch für die Schule gab es wenig Räume. Es musste eine gebaut werden. "Es hat viele Menschen gebraucht, um aus der Gemeinde das zu machen, was sie heute ist!" Allein hätte er das nie bewältigen können, so Schramm. Deshalb: "Die Ehrenbürgerwürde gehört nicht nur mir, sondern der gesamten Mannschaft!"

Und es gab stehende Ovationen, als er nach 63 gemeinsamen Ehejahren seiner Frau Marianne eine Liebeserklärung gab: "Sie war für mich eine großartige Partnerin!" Für die musikalische Umrahmung sorgte die Bläsergruppe Küps.

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