Kronach
Rathaussturm

Für Expressfloßverbindung plädiert

Selbst die eisigen Temperaturen hatten der ausgelassenen Stimmung in Kronach nichts entgegenzusetzen.
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Beim Sturm auf das Kronacher Rathaus war für jeden etwas geboten.Maria Löffler
Beim Sturm auf das Kronacher Rathaus war für jeden etwas geboten.Maria Löffler
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"Die Schweden haben wir vertrieben, aber jetzt kumma die Neusiche..." Mit diesen Worten begrüßte der Sitzungspräsident der "Kroniche Fousanaocht", Georg Löffler, das amtierende Prinzenpaar am Rathaussturm. Der Schlachtruf: "Kronich Feuedunnekeil" hallte unzähliche Male durch die Obere Stadt.
Mit der neuen Faschingswährung, dem "Büttcoin" waren Maximilian Gröger (Maximilian I.) und Kerstin Förtsch (Kerstin I.) einverstanden und erklärten dann kurzerhand Neuses zum neuen Zentrum allen Geschehens.
Der "Zwergenaufstand" beunruhigte Bürgermeister Wolfgang, "der Kapellbaumeister" Beiergrößlein jedoch nicht im Geringsten. Er bat nur darum, sein Rathaus einigermaßen heil zu lassen und freute sich über die neuen, schalldichten Fenster bei lautstarken Veranstaltungen. Und was das Thema "Visionen" betraf, so fehlte es dem Kronacher Prinzenpaar anschließend nicht an der nötigen Fantasie. Vor allem beschäftigten sie sich mit dem Thema Verkehrsanbindung Kronach-Neuses. Selbstredend hatten sie dazu auch ganz klare Vorstellungen.
Es sei zwar schön, dass der Freischießenexpress regelmäßig in Neuses Halt mache, so der Faschingsprinz, aber das sei ja bei weitem nicht ausreichend. Seit der Neueser Fluchttunnel zugeschüttet worden sei, könne man Kronach nur noch zu Fuß oder eben mit dem Fahrrad erreichen. "Und da müssen wir immer am FCK vorbei," meinte er augenzwinkernd.
Aber die Lösung hatte das Prinzenpaar schon im Gepäck: "Wir richten einfach eine Expressfloßverbindung zwischen Kronach und Neuses ein mit Zwischenstopp in der Kleingartenanlage und Ankunft in der Stadtmitte." Die Vorteile lägen ja auf der Hand: "Keine Schadstoffemmission, kein Parkplatzproblem, wir können a Seidla trinken, also rundum eine Win-Win-Situation." Und wenn man schon dabei sei, könne man ebenso gut auch eine Lkw-Floßverladestation errichten, die die Lkw der Firma Schneider von der Bahn auf das Floß bringen soll. Sinnvoller Weise sollte man dann aber auch eine Floß-Fernverbindung über den Main-Donau-Kanal von Kronach nach Bamberg in Betracht ziehen.

Und da ja Neuses zukünftig das "Zentrum der Macht" sei, hatte die Faschingsprinzessin natürlich ebenso ihre "Visionen". Sie plädierte dafür, dass man in Neuses eine Kronacher Außenstelle errichten müsse, in der das Referat für Kultur- und Brauchtumspflege Einzug halten sollte. "Wir brauchen keine Stadthalle, wir lieben open air und Kultur, deshalb verlegen wir alle Veranstaltungen auf die Seebühne." Der dritte Wunsch von Kerstin I. beschäftigte sich mit dem "Neusiche Hauptgericht", dem Kloß. "Der Kloß muss kostengünstiger werden," bekräftigte sie und machte auch gleich ein paar abenteuerliche Vorschläge für künftige Kloßvariationen: "Kloß mit Tzatziki, Kloß süß-sauer und Kloß mit Bolognese."
Mit viel Schwung tanzten sich anschließend die Garden der "Kroniche Fousanaocht" in die Herzen der Zuschauer. Etwas gemächlicher, aber mit viel Humor rauchte der Stadtrat die "Friedenspfeife", beklagte zwar die leeren Kassen, aber freute sich, dass "Neusich die Stütze der Stadt sei."
"An der Nordseeküste" waren dagegen die "Seebären" des Elferrat. "Wir brauchen Kaiserbier, sonst verdursten wir," sangen sie aus vollen Kehlen und träumten von den schönen Dingen "auf der Schwedenstraße nachts um halb eins."
Zu Gast beim Erstürmen des Rathauses waren auch "die schönsten Beine des Rodachtales", die Wallenfelser Gardemädchen. Und "vom Gipfelkreuz herabgestiegen" glänzte das Gehülzer Prinzenpaar Thomas I. und Tanja II. mit ihrer Garde und dem Faschingspräsidenten Martin Bittruf, in dem ein ganz eigenes "Feuer" entbrannt war. Dieser, einmal Herr über das Mikrofon, legte es am Ende nur sehr ungern wieder aus der Hand. Er lobte sein Prinzenpaar als "Payback-Sammlerduo" und prophezeite dem Kronacher Bürgermeister, der sich als Club-Fan prästentierte: "Wolfgang, der Club steigt auf, aber was bist du dann nächstes Jahr? Abstiegskandidat?"
Klar war auch eine Rothenkirchener Abordnung am Rathaussturm dabei. Es tanzten "die schönsten Beine des Haßlachtals", die Jugendgarde sowie die Elferratsgarde. Die kündigte der Kronacher Sitzungspräsident mit den Worten an: "Das Beste kommt zum Schluss: Die größeren Kaliber für die reiferen Fousanaochter."


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