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LKR Kronach
Mindestlohn

Friseure erhalten in Kronach mehr als den Mindestlohn

Bei den Friseuren liegt der Stundensatz über der gesetzlichen Vorgabe. Das ergab eine Umfrage unter Kronacher Innungsmitgliedern. Die Angestellten erhalten zusätzlich noch Prämien und Provisionen. Und Trinkgeld natürlich auch.
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Sabrina Schnell schneidet die Haare von Andrej Friesen.  Fotos: Friedwald Schedel
Sabrina Schnell schneidet die Haare von Andrej Friesen. Fotos: Friedwald Schedel
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Die Friseure verstehen die ganze Aufregung um den Mindestlohn für ihre Branche nicht, denn laut Tarifvertrag liegt die Entlohnung für die Friseurinnen über dem Satz von 8,50 Euro, den das Mindestlohn-Gesetz ab 1. Januar vorschreibt.

"Wer tüchtig und engagiert ist, verdient sogar richtig gutes Geld", sagt Meisterin Carola Beez, die mehrere Friseurstudios im Kreis Kronach betreibt. Wer gute Leistungen zeige, werde durch Prämien und Provisionen belohnt. Das bestätigt auch ihre Angestellte Claudia Raab aus Haßlach bei Kronach. Die ist seit einem Vierteljahrhundert im Friseurberuf, seit zwei Jahrzehnten bei Carola Beez. "So schlecht, wie man immer sagt, ist die Bezahlung für uns Friseurinnen gar nicht", bestätigt Claudia Raab. Früher habe sie wenig verdient, erinnert sich die langjährige Friseurin, aber das habe sich geändert. "Es ist wie bei jedem Job.
Wenn ich meine Arbeit gut mache, verdiene ich auch entsprechend."


Tariflohn ist höher

Einer der Kunden im "Hairkiller" am Hussitenplatz in Kronach, Andrej Friesen, lässt sich von Sabrina Schnell eine trendige Frisur verpassen. Der Kronacher findet es gut, dass die Friseurinnen entsprechend entlohnt werden, auch wenn er deshalb in der Vergangenheit den einen oder anderen Euro mehr bezahlen musste. Früher, das weiß er, haben die Friseure weit weniger verdient.

Carola Beez versteht die ganze Diskussion um den Mindestlohn - auf das Friseurhandwerk bezogen - nicht. "Der Tariflohn ist jetzt schon höher als der Mindestlohn", sagt sie. Es gebe verschiedene Lohngruppen, je nach Beschäftigungsjahren und Ausbildung. Die Spanne reiche bis knapp an neun Euro. Das ist aber noch nicht alles. "Wer gute Leistung zeigt und freundlich zu den Kunden ist, wird durch Prämien und Provisionen belohnt", stellt sie eine noch bessere Entlohnung in Aussicht.


Ausbildung ist wichtig

Carola Beez sieht für die Friseure eine Herausforderung in der Zukunft in einer guten Ausbildung. "Da müssen wir investieren." Und da lässt sie auch bei ihren Angestellten nicht locker und schickt sie zu Weiterbildungen. "Eine gute Ausbildung ist wichtig. Da liegt noch vieles im Argen", meint die Friseurmeisterin. Und weiter: "Wenn die jungen Leute mit der Ausbildung fertig sind, müssen sie gute Arbeitskräfte sein." Allerdings werde ihr manche gute Kraft nach der Ausbildung weggeschnappt.


Schrittweise Angleichung

Auch die Obermeisterin der Friseur-Innung, Edith Wunder, betont, dass der Mindestlohn "kein Thema für uns Friseure ist, denn wir haben uns immer an den Tarif gehalten". Die Friseure betreffe das kostenmäßig nicht, denn die Angleichung sei schrittweise erfolgt. "Es ist besser gewesen, dass wir das angeglichen haben und war besser, dass wir uns an den Tarif gehalten haben", ist sich die Obermeisterin sicher.

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