Tettau
Marktgemeinderat

Friedhof als Stein des Anstoßes

Die Umgestaltung durch den Bauhof wurde bei der jüngsten Sitzung höchst unterschiedlich beurteilt.
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Der sanierte Friedhof war diesmal Anlass für großen Streit im Tettauer Marktgemeinderat.Michael Wunder
Der sanierte Friedhof war diesmal Anlass für großen Streit im Tettauer Marktgemeinderat.Michael Wunder

Der Markt Tettau hat seinen Friedhof umgestaltet. Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT) zeigten die einzelnen Maßnahmen auf und bezeichnete die vom Bauhof getätigten Arbeiten als durchwegs gelungen.

Ganz anders sah dies Gemeinderat Willi Güntsch (SPD). Er sprach von einer handwerklichen Schande im Friedhof. Die Straße sei viel zu abschüssig und die hohe Buchenhecke innerhalb des Friedhofs bezeichnete er als makaber. Über Geschmack könne man streiten, meinte der Bürgermeister, und verwahre sich gegen den Vorwurf, der Bauhof habe einen "Scheißdreck" gemacht. Dies brachte wiederum Güntsch auf die Palme und er entgegnete, dieses Wort nicht gebraucht zu haben.

"Der ist doch nicht mehr ganz sauber, der Mann", schrie er in Richtung Bürgermeister. Nachdem zunächst Fraktionsvorsitzender Michael Müller (FW/CSU/BfT) versuchte, zu vermitteln, gab es weitere gegenseitige Anschuldigungen. Ebertsch forderte von Güntsch eine sofortige und öffentliche Entschuldigung, was dieser auch tat. Erst als Gemeinderätin Ines Pechthold (SPD) dazu aufrief, auf den Boden zu bleiben, kehrte langsam wieder Ruhe ein. Ruhe in Frieden sei das Motto auf dem Friedhof, auch hier möge wieder Ruhe einkehren, meinte Carl August Heinz (FW/CSU/BfT) abschließend. Geschäftsleiterin Katharina Morgenthum stellte die Friedhofssatzung vor, bei welcher der Gemeinderat einige Änderungen vornahm.

Ja zur Kinderfeuerwehr

Zustimmung fand der Antrag der Feuerwehr Tettau, welche eine Kinderfeuerwehr gründen will. Bürgermeister Ebertsch sieht in den kommenden Jahren ernsthafte Personalprobleme auf die Wehr zukommen. Es sei deshalb wichtig, bereits die Kinder an die Feuerwehr heranzuführen, sagte er.

Kommandant Christian Wick erläuterte kurz den Antrag. In der Hauptsache gehe es dabei um den Versicherungsschutz der sechs bis zwölf Jahre alten Kinder. Elf Kinder hätten bereits den Weg zur Wehr gefunden. Auf Anraten des Landesfeuerwehrverbandes sei man diesen Schritt gegangen. Der Verein habe zwar eine Versicherung, diese sei jedoch in diesem Fall nicht ausreichend, sagte er. Man folgte deshalb einstimmig den Antrag der Wehr.

Der Bürgermeister informierte, dass man für die Sanierung der Bergstraße in Kleintettau einen Zuschuss in Höhe von 60 Prozent erhalte. Er bezeichnete es als tolle Sache, dass man zur 349 000 Euro teuren Maßnahme rund 200 000 Euro an Förderung erhält. Die Straße ist kurz und klein, in den 70er Jahren wurde sie gebaut und zwischenzeitlich mehrfach aufgerissen, so dass eine Sanierung dringend notwendig ist. Den Zuschlag bekam die Firma Schill und Geiger aus Geroldsgrün.

Willi Güntsch meinte man sollte den Haushalt im Auge behalten, er könne die Argumentation des Bürgermeisters nicht folgen und bot ihm ein Seminar in Haushaltsführung an. Die 19 000 Euro Mehrkosten gegenüber der Kostenschätzung sollen genauso wie die Maßnahme selbst durch das zeitliche Verschieben der Freizeitanlage erfolgen. Bei dieser hatte sich aufgrund der kurzen Bieterfrist keine Firma an der Ausschreibung beteiligt. Die Maßnahme soll deshalb ins nächste Jahr verschoben werden. Der Bürgermeister sagte vor der Vertagung in die nichtöffentliche Sitzung, dass zunächst die Kosten auf den Tisch liegen müssten, bevor entschieden werde.

Der Kostenmehrung von 8200 Euro für die Sanierung der Glasmacher-Heinz-Straße in Kleintettau stimmte man einstimmig zu. Dort gab es wesentliche Verbesserung, bisher habe alles auch dem Starkregen standgehalten, sagte Ebertsch.

Güntsch fragte noch nach dem Stand der Grüngutablagerung am Schuttplatz. Helmut Neubauer (FW/CSU/BfT) meinte, man sollte das gesamte Grüngut vor dem Landratsamt in Kronach abladen. Dritter Bürgermeister Dietmar Schmidt (SPD) sagte, dass noch kein Beschluss im Landkreis gefasst wurde. Man sei auf eine Gleichbehandlung mit den anderen Gemeinden aus.

Ruß ersetzt Nebatz

Der bisherige Fraktionsvorsitzende Heiko Nebatz (SPD) informierte, dass der SPD-Bürgermeisterkandidat Hubert Ruß ab sofort die SPD-Fraktion führen werde. Der Bürgermeister nahm dies zu Kenntnis und dankte Nebatz für die vorbildliche Zusammenarbeit.

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