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Burggrub
Ökumene

Freitags wird in Burggrub für die Zukunft gebetet

Die Schöpfung bewahren ist das Ziel der Gebete in Burggrub. Auch falls das Verzicht in manchem Bereich bedeutet.
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Mitglieder der Ökumene im Unteren Haßlachtal beteten mit Pfarrer Michael Foltin und Diakon Diethard Nemmert zum Jubiläum der Grenz- und Friedenskapelle Burggrub für die Bewahrung der Schöpfung.Gerd Fleischmann
Mitglieder der Ökumene im Unteren Haßlachtal beteten mit Pfarrer Michael Foltin und Diakon Diethard Nemmert zum Jubiläum der Grenz- und Friedenskapelle Burggrub für die Bewahrung der Schöpfung.Gerd Fleischmann

Zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung zwischen Burggrub und Neuhaus-Schierschnitz traf sich erstmals die Ökumene im Unteren Haßlachtal an der Grenz- und Friedenskapelle Burggrub, um für die Bewahrung der Schöpfung unter dem Motto "Friday Prayers for Future" zu beten.

"Wir wollen nicht demonstrieren, sondern beten! Wir wollen unsere Sorge um die Zukunft unseres Planeten und unserer Kinder an den Schöpfer herantragen", so Mitinitiatorin Andrea Kraus aus Stockheim.

Vor allem wolle man aber auch um den Frieden in dieser Welt bitten, die von Krieg, Hass, Neid, Elend und Unterdrückung geprägt sei. Schließlich sei die 1992 eingeweihte Kapelle am ehemaligen "Eisernen Vorhang" - erbaut durch den Kapellenbauverein Burggrub - ein sichtbarer Ausdruck der Hoffnung auf eine friedliche Welt. "Deshalb ist dies für uns alle ein besonderer Tag."

Das erstmalige Freitagsgebet mit Gesang und Musik fand vor allem vor dem Hintergrund eines sich schon seit Jahren vollziehenden Klimawandels statt, der letztendlich eine Bedrohung für die mittlerweile 7,7 Milliarden Menschen darstellt. Das Resultat: beachtlicher Landverlust sowie Millionen Klimaflüchtlinge.

Zu den Betenden zählten auch Pfarrer Michael Foltin sowie Diakon Diethard Nemmert aus Mitwitz, außerdem die Vorsitzende des Kapellenbauvereins, Angelika Rosenbauer-Chukwu. Für die musikalische Ausschmückung sorgte Raphael Hausdörfer mit seiner Gitarre. Mit nachdenklichen Worten erinnerte Pfarrer Foltin an die Verantwortung eines jeden für die Umwelt. "An der Lebens- und Ernährungsweise und am Konsumverhalten der Bevölkerung entscheidet es sich auch sehr stark, inwieweit der - Ausstoß vermindert und somit die Erderwärmung abgebremst werden kann."

Christen seien beispielgebend zum Verzicht aufgerufen, der nicht unbedingt als Verminderung von Wohlstand und Lebensqualität zu werten sei, sondern der eine glaubensfördernde praktische Schonung von Gottes Schöpfung zur Folge habe, so der Geistliche.

Bei dem Freitagsgebet ging es nicht nur um die Rettung von Mutter Erde, die "einem kostbaren Diamanten gleich nach den bisherigen Erkenntnissen als Alleinstellungsmerkmal in der Unendlichkeit des Universums betrachtet werden muss", sondern auch um die Friedensbotschaft. Pfarrer Detlef Sibbor, einer der treibenden Kräfte des Kapellenbauprojektes - völlig überraschend starb er 1992 - hat wenige Monate vorher Folgendes geschrieben: "Die Kapelle an der ehemaligen Grenze bei Burggrub wird ein Haus des Gebets um den Glauben an Jesus, um Kraft für die Mitmenschlichkeit und um Frieden sein. Wir haben solche Orte nötig. Sie sind Wegweiser und Orientierungspunkt, Stätte der Besinnung und der Ruhe, Platz zum Gespräch mit Gott. Sie sind ein Zeichen für Christus und den Frieden, der mit ihm in die Welt gekommen ist."

Termin wird noch festgelegt

Das Freitagsgebet wurde mit dem Klang der Friedensglocke aus Neuhaus-Schierschnitz eingeleitet. "Friday Prayers for Future" wird laut Mitteilung von Angelika Rosenbauer-Chukwu wiederholt. Ein Termin muss noch festgelegt werden.