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Kronach
Kommunalwahl

Frank Jakob folgt auf Gabi Weber

Der Kandidat der Freien Wähler erhielt 51,18 Prozent der Stimmen. Angesichts von vier Kandidaten ein respektables Ergebnis. Ein Kandidat wollte sich am Abend nicht zum Ergebnis äußern.
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Frank Jakob  wurde überraschend zum neuen Teuschnitzer Bürgermeister gewählt. Foto: Archiv
Frank Jakob wurde überraschend zum neuen Teuschnitzer Bürgermeister gewählt. Foto: Archiv

Damit haben die wenigsten gerechnet. Frank Jakob schaffte am Sonntag bei der Kommunalwahl auf Anhieb den Sprung ins Rathaus. Der Kandidat der Freien Wähler wurde mit 675 Stimmen, entspricht 51,18 Prozent, zum Bürgermeister gewählt. Somit setzte sich der 50-jährige Geschäftsleiter der Stadt Wallenfels gegen drei Mitbewerber durch.

Für Stephanus Neubauer (CSU) votierten 461 Wahlberechtigte, Susanne Daum von der Wählergruppe "Menschen im Mittelpunkt" erhielt 118 Stimmen, Karin Bayer (SPD) 66 Stimmen. Somit regiert zum ersten Mal ab Mai 2020 ein Bürgermeister der Freien Wähler die Stadt Teuschnitz.

Überraschung

Noch um 18.20 Uhr ging man im Rathaus von einer Stichwahl aus. Nach und nach wurden dann weitere Ergebnisse gemeldet. Zehn Minuten später hieß es: "Es wird knapp, er kann es schaffen." Dann lag das Endergebnis für die Bürgermeisterwahl vor und die Überraschung stand fest.

Keine Wahlparty

Es fand keine, wie sonst beim Sieger einer Bürgermeisterwahl üblich, Wahlparty statt. Es lag nicht nur an dem Corona-Virus, dass es unmittelbar nach der Bekanntgabe der Ergebnisse keine persönlichen Glückwünsche und Händeschütteln gab. Denn das neue Stadtoberhaupt war als Wahlleiter in Wallenfels tätig. "Ich freue mich, aber ich habe nie damit gerechnet", meinte Frank Jakob am Telefon.

Er habe den ganzen Tag über kaum an seine eigene Wahl gedacht, verriet er. Sein Tag sei mit der Durchführung und der Abwicklung der Kommunalwahlen in Wallenfels ausgefüllt gewesen.

Seit Jahren ein Bild gemacht

Frank Jakob war der letzte der vier Kandidaten, der im Januar seinen Hut in den Ring warf. Letztendlich, so verriet er vor wenigen Wochen bei einem Gespräch, sei sein Entschluss von dem Gedanken geprägt gewesen, dass er als Bürgermeister doch mehr die Entwicklung seiner Heimat mitgestalten könnte.

Bei der Frage, ob denn letztendlich die in den letzten drei Wochen wieder aufgeheizten Diskussionen um den Wasserstreit zwischen der Stadt und des Wasserzweckverbands Frankenwaldgruppe mitentscheidend für dieses Ergebnis hätten sein können, denkt er kurz nach. Er glaube dies nicht, er denke vielmehr, dass sich die Bürger über Jahre hinweg ein Bild von einem Kandidaten machen.

Vertrauensvorschuss

Jetzt, nachdem ihm die Teuschnitzer mehrheitlich einen Vertrauensvorschuss gegeben haben, will er auch das Beste für Teuschnitz erreichen. Natürlich, so meint er, sei er da auch auf die Verwaltung, den Stadtrat und die Bürger angewiesen. Er freue sich jedenfalls sehr auf seine neuen Aufgaben. Aber, so der neue Bürgermeister, "jetzt muss ich erst mal die Wahl in Wallenfels noch über die Bühne bringen".

Ergebnis einer Demokratie

"Ich gratuliere dem neuen Bürgermeister", so Susanne Daum. Sie räumte ein, dass sie mit einem besseren Ergebnis gerechnet habe. "Ich hätte mir schon ein bisschen mehr gewünscht." Aber, so meint sie, das sei nun mal die Demokratie und deshalb sei es für sie auch in Ordnung. Sollte sie wieder in den Stadtrat gewählt werden (das Ergebnis stand bei Andruck noch nicht fest), dann wolle sie sich weiterhin mit voller Kraft für ihre Heimatstadt einsetzen. Sie möchte, ebenso wie ihre Mitbewerberin Karin Bayer (SPD), die vergangenen Wochen nicht missen. Sie habe viele Gespräche geführt und positive Erfahrungen gemacht, die sie bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit einsetzen wolle.

Gelassenheit

Auch Karin Bayer nahm ihr Wahlergebnis mit Gelassenheit hin. Sie habe die Lage überhaupt nicht einschätzen können, meinte sie. Sie spricht davon, dass die Teuschnitzer mit vier Bürgermeisterkandidaten auf ein gutes Angebot zurückgreifen konnten. Auch will sich Karin Bayer weiterhin für ihre Heimatstadt einsetzen. Ihre Kandidatur und ihren Wahlkampf bezeichnet sie im Nachhinein als eine schöne Zeit, in der sie viele Teuschnitzer näher kennen gelernt habe.

Nicht erreichbar

Der CSU-Bürgermeisterkandidat Stephanus Neubauer war am Sonntagabend nicht erreichbar. Bereits am Sonntagmorgen ließ er mitteilen, dass er am Abend für niemanden erreichbar sei. Der Telefonhörer wurde abrupt aufgelegt. Daran änderten auch am Abend mehrere telefonische Versuche nichts.