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Kronach
Kunst

Fränkische Kunst erster Güte

Bei ihrem Besuch in der Kronacher Galerie nahmen die Vertreter des Bayerischen Nationalmuseums in München die künftigen Plätze der beiden neuen Cranach-Werke unter die Lupe.
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Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) überreichte dem Generaldirektor des Bayerischen Nationalmuseums Frank Matthias Kammel einen Kronacher Regenschirm, "weil Sie uns nie im Regen stehen gelassen haben".  Fotos: Sandra Hackenberg
Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) überreichte dem Generaldirektor des Bayerischen Nationalmuseums Frank Matthias Kammel einen Kronacher Regenschirm, "weil Sie uns nie im Regen stehen gelassen haben". Fotos: Sandra Hackenberg
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Zwei berühmte Damen werden in wenigen Wochen ihr neues Domizil in den historischen Gemäuern der Festung Rosenberg beziehen. Mit "Salome mit dem Haupt Johannes des Täufers" und der "Madonna mit Kind und Weintraube" von Lucas Cranach des Älteren erhält die ohnehin schon exklusive Sammlung in der Fränkischen Galerie weiteren hochkarätigen Zuwachs.

"Salome wird neben dem Eingang hängen - direkt gegenüber des Stadtpathrons Kronachs, Johannes dem Täufer, deren Kopf sie gefordert hat", erläuterte Matthias Weniger, der das Kronacher Zweigmuseum seit über zwei Jahrzehnten von München aus betreut, die Geschichte aus dem Evangelium.

In einer Reihe mit starken Frauen

Alleine ist "Salome" nicht: Sie reiht sich neben weiterer starker Cranach-Frauen ein: "Ein ungleiches Paar" zeigt eine junge Frau mit einem alten Mann - als Beispiel dafür, wie die Herren der Schöpfung weiblichen Reizen verfallen. "Lot und seine Töchter" zeigt, wie zwei Töchter, während Sodom und Gomorra herrscht, ihren Vater verführen, um ihren Fortbestand zu sichern.

Für die "Traubenmadonna" muss "Die Kreuzigung mit guten Hauptmann" aus der hinteren Ecke des Cranach-Saals in den Vorraum weichen. "Alle Werke werden jedoch erhalten bleiben, sodass der Saal zur Wiederöffnung der Galerie im neuen Gewand erstrahlen kann", versichert der Kronacher Museologe Alexander Süß. Die Freude auf die Cranach-Werke sei besonders groß, weil "Salome" bereits früher in der Fränkischen Galerie gehangen hat und seit ihrem Umzug in Kronach schmerzlich vermisst wurde.

"Auch in München fließen Tränen, dass zwei solch bedeutende Werke gehen", beteuert Frank Matthias Kammel, während er zum ersten Mal in seiner Funktion als Generaldirektor des Bayerischen Nationalmuseums, die er seit dem 1. Juli 2018 innehat, wieder im Cranach-Saal steht. Im Gepäck hatte Kammel die wertvolle Fracht zwar noch nicht - dafür jede Menge lobende Worte für das Kronacher Zweigmuseum.

"Die Galerie hat einen Bestand von absoluter Hochrangigkeit, der durchaus mit dem mancher Münchener Haupthäuser verglichen werden kann", betonte er und kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Mit dem Hauptaugenmerk auf Werke der Spätgotik erinnere die Galerie an eine Zeit, in der Franken eine "Kunstregion erster Güte" war.

Den Verantwortlichen vor Ort sei es zu verdanken, dass der Glanz alter Tage in den Ausstellungsräumen noch immer präsent ist: "Es gibt immer neue Ausstellungen und Veranstaltungen, mit denen die Verantwortlichen vergegenwärtigen, welch tolle Kunst es hier zu sehen gibt."

Dass es sich um Kammels ersten Besuch in Kronach als Generaldirektor handelt, sei als positives Signal zu werten: "Die Galerie ist so gut aufgestellt, dass wir sie nur weiterentwickeln müssen." Nachdem die Staatsregierung dem Wunsch der Kronacher gefolgt ist und dem Zweigmuseum die Cranach-Werke zugesichert hat, glaubt Kammel, dass die Attraktivität der Galerie und somit auch Kronachs noch gesteigert wird.

Als Dank überreichte ihn Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein einen Kronacher Regenschirm, "weil Sie uns nie im Regen stehen gelassen haben". Der Ausbau des kulturtouristischen Angebots mit den neuen Cranach-Werken sei ein wichtiger Baustein, um die Anziehungskraft Kronachs weiter zu entfalten. "Wir sind dankbar, dass die Staatsregierung mit dieser Entscheidung den Blick auf die Region Oberfranken und insbesondere Kronach richtet."

Die Fränkische Galerie startet am Sonntag, den 1. März, mit einem Tag der offenen Tür in die neue Saison. Der Eintritt ist an diesem Tag für die Besucher kostenlos.

Die beiden neuen Gemälde sind an diesem Tag zum ersten Mal im Cranach-Saal zu bewundern. Sie werden während eines feierlichen Festakts am Tag der Eröffnung enthüllt.

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