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Kronach
Demonstration

Das fordern die Kronacher Klimaschützer von Stadt und Landkreis

Rund 80 Menschen sind am Freitagnachmittag in Kronach auf die Straße gegangen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Im Zuge dessen haben Aktivisten der Stadt Kronach und dem Landratsamt eine Liste mit ihren Forderungen überreicht.
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Der Demonstrationszug startete am Rathaus in der Oberen Stadt und führte die rund 80 Teilnehmer am Landratsamt vorbei bis in die Fußgängerzone. Foto: Cindy Dötschel
Der Demonstrationszug startete am Rathaus in der Oberen Stadt und führte die rund 80 Teilnehmer am Landratsamt vorbei bis in die Fußgängerzone. Foto: Cindy Dötschel
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"Es ist eine mittlere Katastrophe, dass viele immer noch so tun, als ob nichts ist", ärgert sich Barbara Heinlein. Dabei hat das Europaparlament gestern den Klimanotstand ausgerufen und vor wenigen Stunden wurden Teile des Klimapakets von der Bundesregierung abgelehnt, bedauert die Mitorganisatorin der Klimaaktion am Freitagnachmittag. Umso enttäuschender sei es, dass sich lediglich 80 Personen vor dem Kronacher Rathaus versammelt haben, um für den Klimaschutz zu demonstrieren.

Unter ihnen ist auch Landwirt Michael Fischer. "Wir sind die einzige Branche in Deutschland, die durch den Anbau von Pflanzen das CO2 bündelt", betont der Gehülzer. Er wünscht sich, dass die Landwirtschaft wieder ins rechte Licht gerückt wird und Politik mit Herz und Verstand betrieben wird. "Wir Landwirte suchen den Dialog. Wir wünschen uns, dass mit uns anstatt über uns geredet wird." Aus diesem Grund sei es ihm auch wichtig, bei der Klimaaktion in Kronach Präsenz zu zeigen, erst vor wenigen Tagen war er bei der Großdemonstration in Berlin.

Stadt und Landkreis sind gefragt

Noch auf dem Rathausplatz nimmt Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) eine Liste von Forderungen des Kronacher Klimabündnisses entgegen. Auch er bemängelt die geringe Teilnehmerzahl. "Ich werde die Liste mit zur Diskussion in den Stadtrat nehmen", sichert er den Demonstranten zu.

"Hopp, hopp, hopp, Kohle stop" oder "Fällt Entscheidungen, keine Bäume", steht in Großbuchstaben auf den Plakaten, mit denen sich der Zug unter Sprechchören und Pfeifentrillern in Richtung Landratsamt in Bewegung setzt. Dort wartet Markus Wich, der Büroleiter des Landrats, bereits auf die Demonstranten. Stellvertretend für Landrat Klaus Löffler nimmt er die Liste mit den Forderungen des Klimabündnisses ebenfalls entgegen. "Kronach hat sich den Klimaschutz zur Aufgabe gemacht", betont er. Ein aktuelles Beispiel dafür sei, die energetische Sanierung des Landratsamtes, bei der kein neuer Beton und kein neues Zement benötigt wird.

Wich ließ es sich nicht nehmen, den Vertretern des Klimabündnisses ebenfalls ein Schreiben zu überreichen - mit allen klimarelevanten Maßnahmen, die der Landkreis Kronach bereits umsetzt. Bis 2020 sollen die Treibhausgas-Emissionen gegenüber 1990 um 40 Prozent gesenkt werden. Aus dem Schreiben geht hervor, dass der Landkreis seine Emissionen im Jahr 2018 bereits um 38,5 Prozent gesenkt hatte. In diesem Jahr wurden bereits einige klimarelevante Maßnahmen, wie beispielsweise die Erneuerung der Heizzentrale am Schulzentrum und der Heizanlage am Bahnhofgebäude in Ludwigstadt, umgesetzt.

Für die Zukunft plant der Landkreis weitere Schritte. Weil Wert auf eine nachhaltige Gebäudebewirtschaftung gelegt wird, werden als Hausmeister bereits drei Heizungsbaumeister beschäftigt. Darüber hinaus soll ein externer Dienstleister zur Optimierung des laufenden Heizbetriebs hinzugezogen werden. Aus dem Schreiben geht außerdem hervor, dass ein integriertes Klimaschutzprojekt beantragt werden soll und die Einstellung eines Klimamanagers vorbereitet wird. Auch haben die Landräte der Landkreise Kronach und Kulmbach eine Holzbauoffensive gefordert.

Die Klimaaktion endet in der Fußgängerzone. Als letzter Redner forderte Nordhalbens Bürgermeister Michael Pöhnlein die jungen Teilnehmer dazu auf, Menschen mit Ecken und Kanten zu bleiben: "Wir brauchen zukünftig Leute, die kritisch sind!"

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