Ludwigsstadt
Stadtrat

Förderoffensive bewegt viel in Ludwigsstadt

Ludwigsstadt hat 17 Projekte für die Nordostbayern-Initiative angemeldet, darunter die Revitalisierung des Burgbräu-Areals in Lauenstein.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Areal der Burgbräu in Lauenstein soll revitalisiert werden. Der Abriss dieses Gebäude wurde bereits getätigt. Veronika Schadeck/Archiv
Das Areal der Burgbräu in Lauenstein soll revitalisiert werden. Der Abriss dieses Gebäude wurde bereits getätigt. Veronika Schadeck/Archiv

Welch ein Segen die Förderoffensive Nordostbayern für die heimischen Kommunen ist, wurde am Donnerstagabend bei der Stadtratssitzung deutlich. Aktuell 17 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 6,2 Millionen Euro hat die Stadt bei der Förderstelle angemeldet. Diese werden mit einem Fördersatz von 90 Prozent unterstützt. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei 620 000 Euro.

Bürgermeister Timo Ehrhardt bedankte sich bei der Staatsregierung. Hier sei ein sinnvolles Instrument geschaffen worden, nicht mehr nutzbare Leerstände in strukturschwachen Regionen zu beseitigen. Durch die Förderungen werde den Kommunen eine Aufwertung ihrer Ortsbilder ermöglicht. In Ludwigsstadt wurden beispielsweise in der Orlamünder Straße in Lauenstein Gebäude abgebrochen und die Grundstücke einer neuen Nutzung zugeführt. Ein Beispiel hierfür ist die Parkscheune, die in den nächsten Monaten errichtet wird.

Ein Thema war auch die Revitalisierung des Burgbräu-Areals in Lauenstein. Hier stellten Michael Rudolph und Johanna Bunte vom Büro Station c23 die Planungen vor. Die Errichtung einer neuen Stützmauer entlang der B 85 hielten beide für unumgänglich. Darin sollte auch der Schriftzug "Lauenstein" integriert werden. Die Hanggestaltung soll unter Berücksichtigung des künftigen Pflegeaufwands so naturnah wie möglich gestaltet werden. Zudem ist im Bereich der Orlamünder Straße auch an eine öffentliche Freifläche mit Sitzmöglichkeit gedacht. Die ursprünglich auf dem Areal vorgesehenen privaten Stellflächen für den Friseursalon Röder sollen nun auf dem Anwesen 10 der Orlamünder Straße geschaffen werden. Der noch ausstehende Abbruch der Lkw-Garage an der B 85 ist für das Jahr 2021 vorgesehen.

Wie Rudolph erklärte, belaufen sich die Gesamtkosten für die Freiflächengestaltung auf rund 686 000 Euro. Für Abbruch und Entsorgung sind bisher rund 390 000 Euro an Kosten entstanden. Die Gesamtkosten schlagen mit 1,1 Millionen Euro zu Buche. Es ist von einem Fördersatz von mindestens 80 Prozent auszugehen.

Zur städtebaulichen Aufwertung der Kronacher Straße wurde vorgeschlagen, das aktuelle Ortseingangsschild durch eine Schiefermauer mit Schriftzug zu ersetzen. Die Veranstaltungstermine könnten künftig über eine städtebaulich ansprechende variable Informationstafel anstelle von Einzelbannern bekanntgegeben werden.

Für den Rückbau und die Renaturierung des Anwesens Kronacher Straße 21 ist der Grunderwerb des Anwesens durch die Stadt abgeschlossen. Ziel sei es, so der Bürgermeister, noch einen Zuwendungsantrag mit Gestaltungsentwurf und Nachnutzung zu stellen. Als sinnvoll wird die Reduzierung der Mauerhöhe und eine Verkleidung mit Naturschiefer gehalten. Ein Komplettabriss der Mauer, so Rudolph, sei aufgrund der hinter der Mauer verlaufenden Stromleitungen nicht wirtschaftlich. Die Kosten belaufen sich auf circa 153 700 Euro. Davon erhält die Stadt Förderungen in Höhe von 90 Prozent.

Viele Familien sind weggezogen

Am Anfang der Sitzung gab die Leiterin des Modellprojekts "Miteinander leben - Ehrenamt verbindet", Claudia Ringhoff, ihren Abschlussbericht. Zwei Jahre und acht Monate habe die Stadt Unterstützung bekommen. Unter anderem ging es bei diesem Projekt um den Ausbau des "Kompetenzzentrums Migration und Integration", um den Fortbestand des Café International, um den Aufbau eines stabilen Netzwerks professioneller Beratungs- und Unterstützungsangebote im Verbund mit ehrenamtlichen Aktivitäten. Es zielte auch darauf ab, neue Engagierte zu interessieren, seitens der Einheimischen sowie der zugezogenen ausländischen Familien.

Den Ausführungen von Ringhoff zufolge, wurde aus dem "Kompetenzzentrum Migration und Integration" das "Kompetenz Netz Zuzug und Integration". Bezüglich der Flüchtlingsarbeit sprach sie davon, dass viele Familien mittlerweile weggezogen seien. Deutschsprachkurse seien wegen zu geringer Teilnehmer nicht möglich gewesen. Man denke jetzt eher an die VHS.

Ringhoff hält es für notwendig, künftig verstärkt die Unternehmer miteinzubeziehen. Zudem stellte sie fest, dass "die Vereine die Demografie hautnah erleben". Die Multiplikatoren seien nun gefordert, den Bürgern zu vermitteln, warum sich ein Engagement in Ludwigsstadt lohnt. Sie sprach von der "Vision Engagementstrategie" und davon, dass einiges geschafft wurde. Nun gelte es, dass sich die Stadt mit ihren Bürgern weiterentwickele.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren