Kronach
Wetter

Flüsse und Wälder im Kreis Kronach leiden unter Trockenheit

Das trockene Wetter der vergangenen Wochen setzt der Natur im Kreis Kronach zu. Auch die jüngsten Schauer entspannen die Lage nicht.
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Der fast leere Buchbach. Foto: Cordula Kelle-Dingel
Der fast leere Buchbach. Foto: Cordula Kelle-Dingel
Cordula Kelle-Dingel ist erschüttert über das, was sie beim Spazieren durch den Frankenwald vor die Linse ihrer Kamera bekommt. Die Bilder, die uns die Kreisvorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz zuschickt, zeigen den Fluss Buchbach - oder besser gesagt, das, was der Buchbach einmal war. Nach der Trockenheit der vergangenen Wochen windet sich nur noch ein steinernes Bachbett zwischen den Bäumen, der Uferböschung und den letzten Pfützen des Flüsschens hindurch. Tote Fische und Krebse zeigen, dass die paar Schauer der vergangenen Tage nur ein Tropfen auf den heißen Stein waren. Der Frankenwald braucht Regen - dringend!

"Etliche Bäche sind vollkommen trocken, die Fische sterben. Die Wiesen sehen aus wie Ende August, das Getreide wächst kaum, die Fichten haben Probleme, der Borkenkäfer steht in den Startlöchern", beschreibt Kelle-Dingel ihre Eindrücke. Leider sehen ihrer Ansicht nach viele Menschen nur das Schöne am wochenlang anhaltenden Sommerwetter: Badefreuden und einladende Biergärten. Doch die Natur ächzt und stöhnt unter der Hitzewelle und vor allem unter der Trockenheit der vergangenen Monate.


Angespannte Lage in den Wäldern

Was die Flüsse und Bäche betrifft, schlägt sich auch auf die Wälder nieder. "Die Lage ist höchst angespannt", weiß Leiter Peter Hagemann vom Forstbetrieb Rothenkirchen über die Situation in den heimischen Wäldern. Normalerweise helfe die Winterfeuchtigkeit den Bäumen noch ins Frühjahr hinein. Doch dieses Reservoir im Boden sei langsam aufgebraucht.

"Wenn wir nicht bald Regen bekommen, kommt die Fichte in Trockenstress", warnt er. Wenn sie dann mangels Wasser Probleme bekommt, ihr Harz als Verteidigung zu produzieren, schlage die Stunde des Borkenkäfers. Und wenn der sich nun ausbreiten kann, gibt es nach Hagemanns Ansicht im kommenden Jahr vermutlich ernsthafte Probleme mit den Käfern. "Es wird sich jetzt im Juli entscheiden, wohin es geht", prognostiziert Hagemann.


Waldbrandgefahr ist hoch

Ein weiterer Brennpunkt ist momentan die Waldbrandgefahr. Gerade die Bereiche mit einem hohen Nadelbaumanteil seien durch das Harz und die Bodenstreu empfindlich. "Ein Funke kann da reichen", mahnt der Forstbetriebsleiter zu großer Vorsicht im Wald.

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